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Fairphone3+: Halb fair, halb Flop

Mit dem Fairphone 3+ surft es sich nicht sonderlich gut, aber wenigstens mit gutem Gewissen.

Marc Kowalsky

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USP des Fairphone ist die Mรถglichkeit, einzeln Komponenten wie Kamera, Akku oder Display selber auszutauschen, wenn sie kaputt oder veraltet sind. Felice Bruno fรผr BILANZ

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Der Wettkampf um das beste Smartphone wird seit dem Startschuss 2007 von allen Herstellern nach den beiden immer gleichen Kriterien bestritten: Leistungsfรคhigkeit und Design. Im Lauf der Jahre, als die Fortschrittskurve immer mehr abflachte, haben sich die Gerรคte in ihrer Leistungsfรคhigkeit โ€“ mindestens in der gleichen Preisklasse โ€“ einander stark angeglichen. Und auch die Designvarianten sind endlich; ausser den faltbaren Displays gab es diesbezรผglich in den letzten Jahren keine wirklichen Neuerungen mehr. Stattdessen gewinnt โ€“ parallel zur gesellschaftlichen Entwicklung โ€“ ein neuer Faktor bei den Smartphones an Bedeutung: die Nachhaltigkeit.
Der hollรคndische Hersteller Fairphone setzt ganz auf diese Karte. Er verarbeitet so weit wie mรถglich rezyklierte Kunststoffe und Kupfer sowie konfliktfrei gewonnene Metalle wie Gold, Zinn, Kobalt oder Wolfram. ยซSo weit wie mรถglichยป heisst bei Kunststoff etwa 40 Prozent. Klar ist aber auch: Die Lieferantenketten bei den Komponenten sind so komplex, dass niemand die Nachhaltigkeit wirklich garantieren kann. Das gibt der Hersteller auch offen zu. Nun ja, der Wille zรคhlt.
Mit seinem altbackenen Plastikgehรคuse und den dicken Rรคndern um den 5,65-Zoll-Screen gewinnt das Fairphone 3+ keinen Designpreis. Es wird mit dem veralteten Android 9 ausgeliefert. ยซUpdate bald erhรคltlichยป, hiess es vor ein paar Wochen noch auf der Website; inzwischen ist dieser Hinweis verschwunden.

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Fairphone 3+

Mehr Infos zum Mobiltelefon gibts hier.
Preis: 499 Fr. bei Digitec
Bewertung*: โ˜…โ˜…
*โ˜… Technoschrott, โ˜…โ˜… verzichtbar, โ˜…โ˜…โ˜… nice to have, โ˜…โ˜…โ˜…โ˜… cool, โ˜…โ˜…โ˜…โ˜…โ˜… wegweisend
Das Gerรคt hat zwei SIM-Karten-Slots und einen fรผr Speicherkarten. Der ist angesichts von nur 64 GB Speicher auch nรถtig. Die Rechenleistung ist ziemlich mittelmรคssig, 5G gibts nicht. Auf eine Gesichtserkennung muss man verzichten, immerhin gibt es einen Fingerabdrucksensor. Der Akku bringt einen nur knapp durch den Tag.
Das Display ist mit seinen 2160โ€‰ร—โ€‰1080 Pixeln so weit okay, die Kamera (nominell 48 Megapixel) leider nicht: Bei schwierigen Lichtverhรคltnissen ist die Bildqualitรคt unterirdisch. USP des Fairphone ist die Mรถglichkeit, einzelne Komponenten wie Kamera, Akku oder Display selber auszutauschen, wenn sie kaputt oder veraltet sind. Das ist relativ einfach, auch der nรถtige Schraubenzieher liegt bei. Dafรผr ist das Gehรคuse aber auch nicht wasserfest. Und Ladegerรคt und -kabel kosten extra โ€“ ein Trick, den Apple beim iPhone jรผngst kopiert hat. Das gute Gewissen fordert halt seinen Preis.
Fazit: Fรผr seine partielle Nachhaltigkeit geht mir das Fairphone zu viele Kompromisse ein. Aber vielleicht bin ich als Technik-Freak auch einfach nicht Zielgruppe.

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Kowalskys Crashtest Palm
Marc Kowalsky ist ein Early Digital Immigrant: Seit รผber 30 Jahren fรผhlt er den neuesten IT-Produkten auf den Zahn.Felice Bruno fรผr BILANZ
Kowalskys Crashtest Palm
Marc Kowalsky ist ein Early Digital Immigrant: Seit รผber 30 Jahren fรผhlt er den neuesten IT-Produkten auf den Zahn.Felice Bruno fรผr BILANZ

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รœber die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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