Ich bin, denke ich, eigentlich ein recht guter Skifahrer. Mit drei zum ersten Mal zwischen Papas Beinen auf den Brettern, in der Schule die obligatorischen Skilager, seit vielen Jahren jeden Januar eine Skiwoche in Zermatt und diverse Kurztrips ins Bündnerland. Doch im Zeitalter des Quantified Self gilt eine Selbsteinschätzung nichts, wenn man sie nicht belegen kann.

Das machen nun die Snowcookies. Dahinter steht ein Zürcher Start-up mit der Mission, das Skifahren sicherer zu machen. Die Cookies werden auf die Ski montiert, einen dritten trägt man am Körper. 50- bis 400-mal pro Sekunde liefern sie Daten zur Position der Ski, zur Körperhaltung, zu Luftdruck, Geschwindigkeit etc. – insgesamt rund drei Gigabyte pro Skitag! Die App (bislang nur fürs iPhone) destilliert daraus sechs verschiedene Kernparameter: Haltung, Stil, Schwung, Engagement, Speed und Ausdauer, die jeweils noch in weitere Unterpunkte aufgefächert werden: wie parallel man etwa die Ski führt, ob der Schwung in den Beinen oder im Körper ausgelöst wird, ob man die Schultern zu weit dreht etc. Auch die Entwicklung über den Skitag und sogar über die ganze Saison hinweg wird grafisch schön dargestellt. Auf der App sind die Kartendaten aller wichtigen Skigebiete hinterlegt, sodass Sie nachher auf dem Screen die Abfahrten in beeindruckender 3-D-Darstellung nacherleben können – Daten zu jedem einzelnen Schwung inklusive.

Noch ist nicht alles ausgereift, bei meinem Testset gab es Probleme mit der Kalibrierung des Körpercookies, und am zweiten Skitag ging ein Sensor samt Halterung im Tiefschnee verloren. Manchmal ist die Zahlenflut überwältigend, und was die einzelnen Parameter aussagen, müsste in der App noch besser erklärt werden. Doch die Erkenntnisse sind wertvoll: Ich etwa könnte aggressiver in die Kurven gehen, die Hüften näher zum Boden bringen und beim Speed noch einen Zacken zulegen, notiere ich mir für die nächste Saison.

Auch Challenges können Sie austragen: wer etwa zuerst ein Kilometerziel erreicht oder wer mehr saubere Schwünge hinlegt. Nebenbei sind die Cookies ideal, um neue Leute kennenzulernen: In der Schlange vor dem Lift oder in der Gondel wurde ich ständig darauf angesprochen, was denn da auf meinen Ski blinke. Deutlich häufiger jedenfalls als auf meinen Fahrstil. Jetzt weiss ich auch, warum: Ich erreiche nur Level 6 von 10. Aber das lag sicher am Schnee!

Fazit: Die Snowcookies liefern tolle Einblicke und sind trotz kleiner Schwächen Pflichtausstattung fürambitionierte Skifahrer wie Helm und Rückenpanzer.

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Snowcookies
Info: www.snowcookiesports.com
Preis: 349 Franken

Bewertung: ★★★★

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★cool ★★★★★wegweisend