Die chinesische Hightechfirma Huawei kennt man hierzulande hauptsรคchlich als Hersteller von Smartphones und Mobilfunkanlagen โ und natรผrlich wegen der Sanktionen, die Ex-Prรคsident Trump im Handelskrieg verhรคngt hat (Joe Biden hat sie bisher nicht aufgehoben) und die die Firma ausserhalb des Heimmarkts zunehmend in Bedrรคngnis bringen. Weniger bekannt ist Huawei hierzulande als Hersteller von Wearables. Das kรถnnte sich nun รคndern mit der Huawei X Gentle Monster Eyewear II.
Der Bandwurmname entspringt der Zusammenarbeit mit dem sรผdkoreanischen Brillenhersteller Gentle Monster. Huawei greift dabei die โ clevere โ Idee von Bose auf, Lautsprecher in einer Sonnenbrille unterzubringen. Die Brille gibts in vier optisch allesamt schlichten Versionen. Dass sie voller Technik stecken, sieht man ihnen nicht an. Meine Variante namens ยซSmart Langยป ist mit 42 Gramm Gewicht auch nicht sonderlich schwer und trรคgt sich bequemer als so ziemlich alle Ohr- und Kopfhรถrer, die ich kenne.
Mit diesen mithalten kann die Lautsprecherbrille jedoch nicht, wenn es um die Tonqualitรคt bei Musikwiedergabe geht. Die Bรคsse sind noch halbwegs okay, doch sonst klingt der Sound dumpf und dรผnn โ kein Vergleich mit dem Schalldruck, den Ohrhรถrer erzeugen kรถnnen (von Kopfhรถrern wollen wir gar nicht erst reden). Setzt man die Brille ab, pausiert die Musik bis zum Wiederaufsetzen โ das klappt nicht immer.
Besser gefรคllt mir die Brille beim Telefonieren: Der Gesprรคchspartner ist zwar nicht laut, aber in der Regel deutlich verstรคndlich, auch weil Umgebungslรคrm durch inverse Schallwellen reduziert wird. Aber natรผrlich hรถrt der Sitznachbar alles mit. Gut gelรถst hat Huawei die Bedienung: Per Berรผhrung oder Wischen am Gestell lassen sich Anrufe entgegennehmen, die Lautstรคrke verรคndern, Songs auswรคhlen und der Sprachassistent aufrufen.
Der Akku reicht offiziell fรผr fรผnf Stunden Dauernutzung, bei mir hat er sogar etwas lรคnger durchgehalten. Das klobige Brillenetui ist gleichzeitig Ladestation, verzichtet aber auf einen eigenen Akku โ unverstรคndlich. Lobenswert dagegen: Nicht nur Android, auch iOS wird unterstรผtzt. Und sogar die Gesichtserkennung des Handys funktioniert, wenn man die Brille auf der Nase trรคgt. Nur die Aufforderung ยซBrille aktualisierenยป hรคtte ich eher von meinem Optiker erwartet als von meinem Smartphone.
Fazit: Von der Idee bin ich noch immer angetan. Aber die Umsetzung gelingt Huawei weniger gut als Bose mit ihren Frames. Und die sind auch noch gรผnstiger.
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