Unabhängigkeit als zentrales Anliegen der Vontobel-Erben
Erstmals sprechen die Nachkommen der Besitzerfamilie Vontobel über die Zukunft der Bank. Das zentrale Anliegen ist die Unabhängigkeit der Bank. Das hat seinen Grund.
Junge Familienmitglieder, eine wiederbelebte Partnerschaft, neue Wachstumspläne: Die Bank Vontobel startet wieder durch:Die Neuen:Nach dem Tod von Patron Hans Vontobel übernimmt die Enkel-Generation - und zieht in den Verwaltungsrat ein. Eine von ihnen: Maja Baumann. Die Juristin ist auch Bindeglied zum Aktionärspool, hat sie doch in der Familienholding Vontrust und der Vontobel-Stiftung Einsitz.RMSEbenfalls neu: Björn Wettergren. Er vertritt den Familienzweig der Schwester des verstorbenen Patrons - und er war schon früher als Angestellter bei der Bank.RMSDie Chefs:Präsident Herbert Scheidt und sein CEO müssen sich nun im neuen Machtgefüge zurechtfinden. Der Deutsche ist seit 2011 Präsident und galt als enger Vertrauter von Hans Vontobel - zusammen wehrten sie sich gegen Übernahmeversuche.RMSEin stabiler Ankeraktionär ist für CEO Zeno Staub die Grundlage, um das Wachstum weiterzutreiben - auch gegen den Trend in der Branche.RMSDie Partner:Nach über zwanzig Jahren hatten sich Raiffeisen und Vontobel zuletzt arg zerstritten - nun wird die Partnerschaft wiederbelebt. Mit dem neuen CEO bei Raiffeisen, Patrik Gisel, kam auch die Annäherung - in ausgewählten Bereichen soll nun doch weiter zusammengearbeitet werden.KeystonePierin Vincenz, langjährige Chef der Raiffeisenbank, hatte mit seinen Übernahmeplänen viel Geschirr zerschlagen - und das Vertrauen bei Vontobel verspielt. Bilder: Keystone/PRKeystone
Erstmals haben die Nachkommen der Besitzerfamilie Vontobel ein Interview gegeben. Dabei betonen Maja Baumann (39) und Björn Wettergren (35), welche die beiden Familienzweige im Verwaltungsrat der Bank Vontobel vertreten, ihr Eintreten für die Selbständigkeit der Bank: «Die Unabhängigkeit der Bank war stets eines seiner zentralen Anliegen. Und es ist auch unseres», so Baumann, Enkeltochter des im Januar 2016 verstorbenen Bankpatrons Hans Vontobel gegenüber «Bilanz».
Das Commitment beinhaltet, die Bank vor einer Fusion oder Übernahme zu bewahren: «Eine transformierende Transaktion lehnen wir ab. Dies vor allem, weil wir der Überzeugung sind, dass solch eine Transaktion keinen Mehrwert für das Unternehmen generiert», so Wettergren, Enkelsohn von Ruth de la Cour, der verstorbenen Schwester von Hans Vontobel.
Baumann und Wettergren sind seit 2016 im Verwaltungsrat der Bank. Die Familie hält mit dem im November 2016 neu strukturierten Poolvertrag 50,7 Prozent der Aktien. Dabei soll Vontobel weiter an der Börse notiert bleiben: «Pläne für ein Going Private gibt es nicht», so Wettergren.
Lesen Sie in der runderneuerten «Bilanz»: Erstmals sprechen die Nachkommen der Besitzerfamilie über die Zukunft der Bank, den Kampf für die Unabängigkeit und die Chancen der Kooperation mit Raiffeisen. Ab Freitag - im aufgefrischten Design, mit neuen Rubriken und erneuerter Blattstruktur - am Kiosk oder mit Abo jeweils bequem im Briefkasten.