Dass Olsen als damaliger Personalchef von Lafarge nichts davon gewusst haben soll, wie er beteuerte, daran hatten diverse VR-Mitglieder ernste Zweifel. Im Communiqué zu Olsens Abgang und im öffentlichen Untersuchungsbericht zu Syrien geht Lafarge-Holcim auf diesen Punkt denn auch nicht ein – anders als bei den Schmiergeldzahlungen.
Wochenlanger Prozess
Internen Quellen zufolge war es ein wochenlanger Prozess, bis Olsen zur Einsicht gebracht werden konnte, zurückzutreten. VR-Präsident Beat Hess gilt als prinzipientreu und Verfechter einer Null-Toleranz-Politik, wenn es um Compliance geht. Grossaktionär Albert Frère (9,8 Prozent), im Board vertreten durch Gérard Lamarche und Paul Desmarais, hat mit seiner Firma Imerys selber gerade einen ähnlichen Skandal am Hals und wollte das Thema bei Lafarge-Holcim raschestmöglich beenden. Grossaktionär Nassef Sawiris (5 Prozent) ist seit langem unzufrieden mit der Performance von Lafarge-Holcim und hatte deshalb keinen Grund, an Olsen festzuhalten. Bei Grossaktionär Thomas Schmidheiny (11,9 Prozent) vermutet die französische Presse, die Vorwürfe seien ein willkommener Grund, Olsen durch einen Chef zu ersetzen, der den Fusionskonzern stärker «helvetisiere». Der Nachfolger Olsens wird extern gesucht. Bis er gefunden ist, wird Hess im stolzen Alter von 68 Jahren die CEO-Rolle ausfüllen, unterstützt vom bisherigen Europachef Roland Köhler als neuem COO.