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Marken-Ranking

Diese Schweizer Marken sind 2016 am meisten wert

Nescafé, Rolex, ABB und Co. – Schweizer Marken zeigen sich äusserst krisensicher und überzeugen auch im schwierigen Umfeld mit starken Markenwerten. Doch nicht alle Unternehmen können mithalten.

Marc Kowalsky

Zum siebten Mal hat «Bilanz» mit Interbrand das Schweizer Marken-Ranking 
Best Swiss Brands erstellt. Die Top 10:Rang 10: Nespresso (3 Milliarden Franken)Nespresso verjüngt ihre Ansprache: Neben George Clooney steht nun auch Kollege Jack Black für den Kapselkaffee vor der Kamera. Unter #WhatElse lädt Nespresso dazu ein, besondere Momente zu teilen. Auch im einstigen Sorgenbereich «Nachhaltigkeit» kann die Marke punkten - sie wurde mit der LEED Gold Certification ausgezeichnet.
Rang 9: Credit Suisse (3,2 Milliarden Franken)Seit seinem Amtsantritt im Juli letzten Jahres hat Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam mit vielen Problemen zu kämpfen – unter anderem mit hohen Verlusten 2015. Sein Vorhaben, das riskante Investment Banking zu reduzieren, ist bislang kaum gelungen. Bis 2018 sind weitere strategische Änderungen und Restrukturierungen vorgesehen, insbesondere die Aufspaltung des Geschäfts in vier separate Einheiten.
Rang 8: Zurich (3,4 Milliarden Franken)«Für alle, die wirklich lieben» – mit dieser auffälligen Kampagne wirbt die Zurich Insurance Group für ihre Versicherungsdienste und wird so für den Endkonsumenten erlebbar. Der Brand hat dadurch an Klarheit und Sympathie gewonnen. Für negative Presse sorgen aber der Gewinneinbruch aufgrund des schlechten Firmenkundengeschäfts in den USA und die Sparmassnahmen – alleine in der Schweiz werden 750 Stellen gestrichen.
Rang 7: Omega (3,7 Milliarden Franken)James-Bond-Jahre sind gute Jahre für Omega: Auch 2015 sorgte die Limited Edition mit Daniel Craig im neuen Bond-Film «Spectre» für Wirbel. Die Lancierung des weltweit ersten Master Chronometer brachte der über 100-jährigen Firma ebenfalls Aufmerksamkeit ein. Für eine Luxusuhrenmarke unterhält Omega aussergewöhnlich viele Kooperationen, etwa mit den NGOs Viva Rio in Brasilien oder Orbis in New York.
Rang 6: UBS (3,9 Milliarden Franken)Nach Jahren des Niedergangs hat sich die Marke UBS etwas aufgefangen. Letztes Jahr wurden ihr neben der Auszeichnung «Best Bank in Switzerland» weitere Preise in verschiedenen Sparten verliehen. Im Bereich Digitalisierung, zum Beispiel durch die neue Kundenplattform UBS Neo, konnte sie ihre Kunden überzeugen. Auch die Mobile App Paymit hilft, die UBS als fortschrittlich und kundenorientiert zu positionieren.
Rang 5: ABB (4,8 Milliarden Franken)Der Industriekonzern geht durch schwere Zeiten, baut Stellen ab und orientiert sich neu. Mit Leuchtturmprojekten wie Yumi, dem ersten Roboter für die Kooperation mit Menschen, und dem Sponsoring von Solar Impulse kommuniziert ABB Kompetenz in wegweisenden Technologien, getreu dem Claim «Power and productivity for a better world». Die drohende Abspaltung der Energiesparte hat noch keinen Einfluss auf den Markenwert.
Rang 4: Swisscom (5,1 Milliarden Franken)Wie man ein Zukunftsthema erfolgreich besetzt, auch wenn man selber technologisch kaum etwas vorzuweisen hat, zeigte die Swisscom 2015 bei den selbstfahrenden Autos. Weiter ist man beim Cloud Computing, wo sich der staatliche Telekomanbieter als Schweizer Alternative zu Microsoft und Co. positioniert. Das Trendthema Co-Creation – Entwicklung zusammen mit dem Kunden – adressiert Swisscom mit der Plattform Nova.
Rang 3: Rolex (7,4 Milliarden Franken)Rolex hat Konkurrenz bekommen: Apple ist mit der Apple Watch in weniger als einem Jahr zum zweitgrössten Uhrenanbieter aufgestiegen. Und über 60 Prozent der chinesischen Uhrenbesitzer wollen als Nächstes eine Smartwatch kaufen. Echte Uhrenliebhaber nehmen Apple aber nicht als Konkurrent wahr: Rolex steht für Status, Zuverlässigkeit, Wertbeständigkeit und Unvergänglichkeit. Sie ist und bleibt die Uhrenmarke schlechthin.
Rang 2: Nestlé (8 Milliarden Franken)Das Jahr 2016 markiert das 150-Jahr-Jubiläum von Nestlé und gibt der Marke die Gelegenheit, ihren Claim «Good Food, Good Life» zu zelebrieren. Nestlé investiert viel in die digitalen Bereiche sowie in Forschung und Entwicklung, konnte aber nicht verhindern, dass mit Maggi in Indien und Beneful in den USA zwei ihrer Produkte in Frage gestellt wurden und einen lokalen Imageschaden verursachten.
Rang 1: Nescafé (11,4 Milliarden Franken)Trotz der negativen Wechselkurseffekte bleibt die Marke Nescafé stark. Die Online-Kampagne #DatingDesaster kam bei der jungen Zielgruppe gut an. Ein mit Drohnen gefilmter Werbespot und eine geplante Brand-Activation-Kampagne sollen die Marke 2016 weiter stärken. Auch die Eröffnung des Nescafé Coffee Center in China für Kaffeebauern unterstreicht das Engagement in Sachen Nachhaltigkeit.Bilder: Keystone/PR
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Zum siebten Mal hat «Bilanz» mit Interbrand das Schweizer Marken-Ranking Best Swiss Brands erstellt. Die Top 10:Rang 10: Nespresso (3 Milliarden Franken)Nespresso verjüngt ihre Ansprache: Neben George Clooney steht nun auch Kollege Jack Black für den Kapselkaffee vor der Kamera. Unter #WhatElse lädt Nespresso dazu ein, besondere Momente zu teilen. Auch im einstigen Sorgenbereich «Nachhaltigkeit» kann die Marke punkten - sie wurde mit der LEED Gold Certification ausgezeichnet. RMS

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Mit einem Wert von 11,4 Milliarden Franken bleibt Nescafé die wertvollste Marke der Schweiz. Die Dachmarke Nestlé liegt mit 8,0 Milliarden Franken neu auf Platz zwei. Das zeigt das Ranking Best Swiss Brands 2016, das die «Bilanz» und Interbrand soeben veröffentlicht haben.
Auf Platz drei liegt neu Rolex (7,4 Milliarden Franken). Massiv an Markenwert verloren haben die Credit Suisse (minus 14 Prozent) sowie Sulzer (minus 15 Prozent). Grösster Gewinner ist fusionsbedingt LafargeHolcim (plus 13 Prozent, neu 1,3 Milliarden Franken).
Erstmalig unter den Top 50 vertreten sind die Privatbanken Pictet (Platz 18, 1,6 Milliarden Franken) und Lombard Odier (Platz 35, 673 Millionen Franken) sowie der Aromastoffhersteller Givaudan (Platz 29, 841 Millionen Franken). Im Schnitt stieg der Markenwert um 3 Prozent.
Die Top Ten der wertvollsten Marken der Schweiz finden Sie in der Bildergalerie (oben).
Das komplette Marken-Ranking und warum starke Marken so gut funktionieren wie eh und je, auch bei den Jungen, lesen Sie in der neuen «Bilanz», ab Freitag am Kiosk oder mit Abo jeweils bequem im Briefkasten.

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