Novartis goes US
Und auch das Gezeter um die Oval-Office-Milliardäre geht weiter: Da haben also die Juso Strafanzeige wegen «Verdachts auf Bestechung fremder Amtsträger» eingereicht, was sich auch als vorauseilende Ablenkung von der hoffentlich deutlichen Schlappe am Sonntag bei der Erbschafts-Steuerinitiative interpretieren lässt. Da steigt selbst die Financial Times ein: Sie konstatiert ein angebliches Unbehagen über die «Oligarch diplomacy» und führt als Zeugen Männer auf, die offenbar viel tun für ein Zitat in der Wirtschafts-Pravda: Ein gewisser David Bach vom IMD spricht von «discomfort», ein gewisser Daniel Woker, ehemals Schweizer Botschafter in Australien, rückt das Verhalten gar «nahe an Korruption». Lässt sich eben leicht sagen von Menschen, die keine Verantwortung tragen. Interessant hier:
Der neue Novartis-Präsident Giovanni Caforio, der sich in unserer neuen Ausgabe erstmals zu dem Thema äussert. Der Römer mit amerikanischem Pass, als langjähriger CEO des US-Pharmamultis BMS mit dem amerikanischem Markt bestens vertraut, stellt sich über das tagesaktuelle Getümmel. Es gebe ein grosses Potenzial in den USA, da beeinflusse die «aktuelle politische Dynamik nicht wirklich eine Firma wie Novartis, die lange Zyklen hat und in langfristige Innovation investieren muss.» Langfristig denken: Eine Eigenschaft, die man eher nicht mit Trump verbindet. Aber mit Novartis und dem neuen Chairman schon: Er hat eine Zehn-Jahresperspektive, die USA sind bei weitem der lukrativste Pharmamarkt der Welt, und bei Novartis ist das Aufholpotential besonders gross. Trump als Nebengeräusch. Nice.