Seiko beweist seit Jahren ein bemerkenswertes Gespür für Kollaborationen – und interessante Preispunkte. Innerhalb der stetig wachsenden 5-Sports-Linie entstehen immer wieder limitierte Editionen, die Popkultur, Streetwear oder Markenikonen in mechanische Form übersetzen. Das Spektrum reicht von einer Kooperation mit Pepsi samt Pepsi-Lünette über Modelle mit dem Pink Panther bis hin zu Editionen mit Bruce Lee oder Peanuts.
Die jüngste Zusammenarbeit führt erneut nach Kalifornien: zur Skate- und Streetwear-Marke HUF, gegründet 2002 von Keith Hufnagel. Nach früheren gemeinsamen Projekten – etwa auf Basis der SKX Diver Style oder der 5 Sports 1969 – widmet sich die Kollaboration nun einem Kultmodell aus den 1970er-Jahren: der Seiko Time Sonar.
Das Original von 1976 war ein Chronograph mit transluzentem Zifferblatt, inspiriert von Sonar-Anzeigen von U-Booten – daher der Name. Charakteristisch: das halbtransparente Blatt mit sichtbarer Tages- und Datumsanzeige (inklusive Kanji) sowie ein getönter Glasboden, damals eine Rarität.
Die neue SRPM09 ist kein Chronograph, hat aber dafür eine umso auffallendere Designbotschaft. Ihr 39,4 Millimeter grosses Edelstahlgehäuse ist symmetrisch mit polierter Festlünette. Der verschraubte, grün getönte Sichtboden ist mit einer stilisierten Karte von San Francisco dekoriert und mit dem HUF-Logo.
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Der Star ist fraglos das Zifferblatt «HUF Green»: halbtransparent, leuchtend, mit schwarzem Mittelsteg. Darunter sichtbar: die Wochentags- und Datumsmechanik. Das orangefarbene Dreieck bei 12 Uhr korrespondiert mit dem Sekundenzeiger, die applizierten Indizes und die mit Leuchtmasse belegten Zeiger zitieren das historische Vorbild.
Angetrieben wird die Uhr vom bewährten Automatikkaliber 4R36. Getragen wird die Uhr am dreigliedrigen Stahlband.
Die HUF-Kollab ist auf 7000 Stück limitiert und kostet 400 Franken. Und genau hier liegt für mich der Clou: Seiko schafft es erneut, Designgeschichte, Subkultur und mechanische Substanz zu einem Preis zu bündeln, der den Einstieg in die Welt der Automatikuhren nicht elitär macht. Diese Mischung aus Mut, Markenverständnis und fairer Kalkulation: Bravo!