Abo
Longines

Der fliegende Neustart

Longines frischt ihren Spirit-Pilot-Flyback-Chronographen optisch auf. Doch was genau kann ein Flyback-Chronograph?

Pierre_Andre_Schmitt.jpg

Longines bringt ihre ikonische Uhr in Mattblau.
Longines bringt ihre ikonische Uhr in Mattblau.PR

Werbung

Das Neue ist die Farbe: Longines präsentierte letztes Jahr ihre Spirit Pilot Flyback in Schwarz, jetzt legt die Marke aus St. Imier das Modell in einem frischen Mattblau auf. Das mag auf den ersten Blick nicht gerade die umwerfende Sensation sein – es passt aber perfekt zu dieser Uhr, die ein illustres Pedigree hat.
Es war, dies als Rückblick, am 12. Juni 1935, abends um 20 Uhr, als Longines das Patent-Gesuch für die Komplikation namens Flyback einreichte: Die Marke erhielt das Patent am 16. Juni 1936 und gilt damit als Erfinderin der Funktion.
Der Sinn dahinter: Bei einem normalen Chronographen drückt man zum Starten der Zeitmessung zuerst den oberen Drücker – und danach, zum Stoppen der Zeit, noch einmal. Anschliessend stellt man die Chronographenzeiger mit dem unteren Drücker auf null zurück. Will man also während einer Messung rasch eine neue starten, muss man nacheinander stoppen, nullstellen und neu starten – drei Handgriffe.
Die Patentschrift, eingereicht im Jahr 1935.
Die Patentschrift, eingereicht im Jahr 1935.PR
Die Patentschrift, eingereicht im Jahr 1935.
Die Patentschrift, eingereicht im Jahr 1935.PR
Das war für Piloten bei der Navigation zu umständlich und zu langsam. In der Frühzeit der Fliegerei unterteilte man die Route bei der Planung oft in mehrere Etappen und orientierte sich dabei an markanten Landschaftsmerkmalen, die aus der Höhe sichtbar waren – etwa einer Kirche, einem auffälligen Flussverlauf oder einer Bahnlinie. Beim Überfliegen eines solchen Wegpunktes galt es, blitzschnell eine neue Zeitmesssequenz zu starten, um die nächste Flugetappe präzise zu ermitteln.

Partner-Inhalte

Der Flyback-Chronograph macht genau das möglich: Ein einziger Knopfdruck stellt den laufenden Chronographen auf null zurück und startet ihn augenblicklich neu. Das klingt zwar simpel, ist aber technisch eine echte Herausforderung. Denn die Rückstellung erfolgt «unter Last», also während der Mechanismus noch läuft. Und das setzt Präzision und Robustheit voraus.
Die berühmte historische 13 Z.
Die berühmte historische 13 Z.PR
Die berühmte historische 13 Z.
Die berühmte historische 13 Z.PR
Von Sammlern sehr gesucht sind heute historische Longines-Flyback-Chronographen mit dem legendären Kaliber 13ZN, etwa das Modell mit den pilzförmigen «Mushroom»-Drückern. Uhren mit dem 13ZN-Werk sind sozusagen die Grossväter der aktuellen Uhr mit dem mattblauen Zifferblatt.
Diese kommt in einem 39,5-Millimeter-Edelstahlgehäuse daher und hat – was gut zum historischen Erbe passt – ein Handaufzugswerk. Es arbeitet mit einem Säulenrad, der technisch aufwendigeren und von Kennern geschätzten Lösung zur Steuerung des Chronographen. Eine Siliziumspirale sorgt für eine hohe Magnetfeldresistenz, das COSC-Zertifikat bürgt für Chronometerpräzision. Und die Gangautonomie liegt bei bis zu 68 Stunden.
Die Spirit Pilot Flyback.
Die Spirit Pilot Flyback.PR
Die Spirit Pilot Flyback.
Die Spirit Pilot Flyback.PR
Präsentiert wurde sozusagen als kleine Schwester zur Flyback die Dreizeiger-Uhr Spirit Pilot – ebenfalls in Mattblau. Ihre Prädikate: ein angenehm dimensioniertes 39-Millimeter-Edelstahlgehäuse, das automatische Kaliber L888.4 mit Siliziumspirale, COSC-Zertifikat und bis zu 72 Stunden Gangreserve. Dazu kommen eine verschraubte Krone und eine Wasserdichtigkeit bis 100 Meter. Mit Stahlband kostet die Uhr 2500, mit Leder 2200 Franken.

Werbung

Steckbrief zur Longines Spirit Pilot Flyback

Grösse: 39,5 Millimeter
Werk: Handaufzugskaliber L792.4
Gangautonomie: 68 Stunden
Preis: 4600 Franken mit Stahl-, 4300 Franken mit Lederband.

Über die Autoren

Werbung