«Die Situation ist unerfreulich, aber man muss dazu stehen»
Der Co-Präsident von Chopard spricht über den ersten Stellenabbau der Firmengeschichte, die Krise der Branche und die Erkenntnisse aus eigenen Fehlern.
Als Anfang Juli bekannt wurde, dass die Uhren- und Schmuckmanufaktur Chopard im Val-de-Travers 25 Stellen abbaut, war die Überraschung gross. Nicht wegen der Zahl. Sondern erstens, weil ausgerechnet ein familiengeführtes Unternehmen Leute entlässt, gelten sie in der Uhrenbranche doch als Arbeitgeber mit einem langfristigen Horizont und daher auch als willens, schwierige Zeiten möglichst ohne Kündigungen zu überstehen. Und zweitens, weil Chopard die Entlassungen kommuniziert. Zahlreiche Mitspieler – Marken wie auch ihre Zulieferer – sind nämlich seit Monaten dabei, sich neu aufzustellen. Darüber geredet wird jedoch nicht. Auch Co-Präsident Karl-Friedrich Scheufele ergriff nicht freiwillig das Wort, sondern notgedrungen, wie er eingesteht.
Herr Scheufele, Sie bauen 25 Stellen ab und kommunizieren das. So viel Offenheit ist selten in der Uhrenbranche. Was steckt dahinter?