Die Anlage-App Selma hat die Rentnergeneration für sich entdeckt. Und jene Babyboomer, die kurz vor der Pensionierung stehen. Während viele Anlage-Apps derzeit bei Jungen mit dem Vermögensaufbau und 3a-Sparen werben, baut Selma die Dienstleistungen für Neurentner aus, wie Geschäftsführer Patrik Schär sagt.
Man habe bereits auf Rentner und Rentnerinnen zugeschnittene Produkte entwickelt, mit denen es beispielsweise möglich sei, ein angespartes Vermögen – etwa aus der Pensionskasse – über regelmässige Auszahlungen zu verbrauchen. Ähnlich wie bei einer Rente.
Digitale Pensionierungsplanung ab 2027
«Zudem arbeiten wir an einer digitalen Pensionierungsplanung», sagt Schär. Diese werde voraussichtlich 2027 lanciert und kommt einem Angriff auf bisherige Beratungsdienstleistungen von Lebensversicherungen und Vermögensverwaltern wie dem VZ Vermögenszentrum gleich.
«Die heutigen Lösungen sind teuer und zu statisch», so Schär. Mit Selma wolle man dank KI-Automatisierung nicht nur günstiger sein, sondern auch eine Analyse bieten, die fortlaufend aktualisiert werde. «Auch bei uns kann man bei Bedarf mit einem Berater reden», sagt der Geschäftsführer. Aber halt einfach nicht in einem Büro, sondern telefonisch oder per Video.
Die Nachfrage nach Rentnerprodukten habe man nicht zuletzt über die vor 1,5 Jahren lancierte KI-Beratung von Selma erkannt. «Viele Anfragen gingen in Richtung Pensionierung», sagt Schär. Und die neue Ausrichtung mit einem Schwerpunkt beim Publikum «55+» lohne sich. Zwar mache diese Generation nur 10 Prozent der Kundschaft aus. Aber weil es dabei um grössere Beträge geht, stammten bereits 25 Prozent der Neugelder von diesem Kundensegment.
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Selma verwaltet derzeit eine halbe Milliarde Franken
Selma ist schon seit längerem am Markt. Gegründet wurde das Fintech 2016, doch verglichen mit Konkurrenten wie Truewealth und Viac ist es bislang noch nicht so richtig durchgestartet. Zuletzt wies Selma verwaltete Vermögen von rund einer halben Milliarde Franken aus. Man habe immer mehr sein wollen als nur eine vollautomatische Vermögensverwaltung, erklärt Schär. «Doch digitale Beratung wird erst jetzt mit der künstlichen Intelligenz wirklich möglich.»
Wie sehr digitale Anbieter das Banking in den letzten zehn Jahren verändert haben, zeigt nicht zuletzt der Blick auf Anbieter wie Neon, Yuh und Revolut, die mit Angeboten fürs Alltagsbanking mittlerweile rund zwei Millionen Kundinnen und Kunden erreichen. Anlagebereich verwalten spezialisierte Apps wie VIAC oder True Wealth mittlerweile Milliardenbeträge.