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Frauenquote

Welche Bundesbetriebe die meisten Frauen im VR haben

Seit der Bund bei den eigenen Betrieben Quoten eingeführt hat, sitzen dort deutlich mehr Frauen in den Verwaltungsräten. Doch noch nicht alle Betriebe ziehen mit.

Florence Vuichard

Ende 2013 hat der Bundesrat entschieden, dass alle bundesnahen Organisationen spätestens Ende 2020 in ihren Verwaltungs- und Stiftungsräten einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent ausweisen müssen. Unter anderem diese bundesnahen Organisationen erfüllen nicht die Quote:Der Verwaltungsrat des Rüstungskonzerns Ruag besteht aus sieben Personen - sechs Männern und lediglich einer Frau. Dabei sollten mindestens drei Frauen im Gremium vertreten sein.
Ebenfalls nur eine Frau ist im Verwaltungsrat der Tierverkehrsdatenbank Identitas zu finden, neben acht männlichen Kollegen. Um die Quote zu erfüllen, fehlen auch hier noch zwei Frauen.
Im Verwaltungsrat der Hotel Bellvue Palace Immobilien AG nehmen drei Herren Platz - und keine Frau. Die Quote schreibt allerdings eine vor.
Ebenfalls noch ein reines Männergremium hat die SRG-Tochter Swiss TXT. Von den sechs VR-Mitgliedern sollten zwei weiblich sein.
Ein gleiches Bild zeigt sich bei der anderen SRG-Tochter TPC.
Diese bundesnahen Organisationen erfüllen unter anderem die Quote:Der ETH Rat um Präsident Fritz Schiesser (Bild) erfüllt die Quote, denn er besteht aus elf Mitgliedern - sieben Männern und vier Frauen.
Der Verwaltungsrat der Eidg. Revisionsaufsichtsbehörde RAB besteht aus fünf Mitglieder - mit zwei Frauen.
Drei Frauen sind im siebenköpfigen Verwaltungsrat des Swiss Investment Fund for Emerging Markets. Die Quote ist damit erfüllt.
Sogar eine Frau mehr als gefordert zählt der Verwaltungsrat der Schweizerischen Exportrisikoversicherung. Statt wie vorgeschrieben drei, sitzen hier vier Frauen und fünf Männer im Gremium.
Gleiches gilt beim Schweizerischen Nationalmuseum: Im achtköpfigen Verwaltungsrat sind vier Frauen vertreten. Die Quote sieht aber nur drei vor.
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RMS

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Der Bundesrat wird noch im November die Frauenquoten für grössere börsennotierte Unternehmen verabschieden. Erste Gehversuche mit Frauenquoten hat er schon gemacht: Ende 2013 hat er entschieden, dass alle bundesnahen Organisationen spätestens Ende 2020 in ihren Verwaltungs- und Stiftungsräten einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent ausweisen müssen.

Die Hälfte erfüllt die Quote

Seit der Bundesrat sein Machtwort gesprochen hat, sind schon erste Fortschritte sichtbar, wie eine Auswertung der «Bilanz» zeigt: Die Hälfte der total 26 Bundesorganisationen erfüllt die Quote bereits.
Die Exportrisikoversicherung und das Nationalmuseum zählen in ihren obersten Aufsichtsgremien sogar eine Frau mehr als gefordert. Auch im Verwaltungsrat des Rüstungskonzerns Ruag sitzt heute eine Frau. Noch besser ist die Bilanz bei der Flugsicherung Skyguide. Dort ist der Frauenanteil innert drei Jahren von 0 auf über 28 Prozent geklettert.
Einzig keine Fortschritte gemacht haben die SRG-Töchter Swiss TXT und TPC: Sie sind noch reine Männergremien. Im Schnitt kommt der Bund mit seinen Betrieben heute auf einen Frauenanteil von knapp 27 Prozent. Damit schlägt er die Privatwirtschaft bei weitem: Dort liegt der Frauenanteil in den Verwaltungsräten bei bescheidenen 16 Prozent.

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