Am 24. Mai, um zwanzig vor sechs, war der AFC Sunderland auf einen Schlag um 200 Millionen Pfund reicher. Tom Watson, der Teenager im Sturm des englischen Teams, hatte den Ball vor dem Strafraum bekommen, von halblinks Anlauf genommen und ihn zwischen drei Verteidigern hindurch unhaltbar ins lange Eck versenkt. Es war die 95. Minute in der Nachspielzeit, das entscheidende 2:1 im Playoff-Final gegen Sheffield United um den Aufstieg in die Premier League, die reichste Fussballliga der Welt, war gefallen.In seinem Jubellauf zur Cornerflagge zog Watson sein Shirt aus und riss damit die mitgereisten Sunderland-Fans im ausverkauften Londoner Wembley-Stadion von den Sitzen. Nicht nur die Zehntausende aus dem englischen Norden angereisten Anhänger jubelten, einer hatte besonderen Grund zum Feiern: Kyril Louis-Dreyfus, Besitzer des zuvor jahrelang arg kriselnden Traditionsvereins. Der Club, bei dem er 2022 erst 24-jährig zum geschätzten Preis von 20 bis 50 Millionen Pfund Mehrheitsbesitzer wurde, ist mit dem Einzug in die Premier League nun zumindest einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag wert. Um die Einnahmen muss sich der AFC Sunderland in nächster Zeit keine Sorgen mehr machen: Der Sieg im Playoff-Final bringt Zusatzeinnahmen, den Fussballexperten auf 198 Millionen Pfund veranschlagen, etwa durch TV-Einnahmen, höhere Ticketpreise, Merchandising oder auch teurere Catering-Veranstaltungen – es macht eben mehr Spass, in der VIP-Lounge ein Spiel gegen den FC Liverpool oder Manchester City zu schauen, als gegen Preston North End oder Bristol City.