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Strategie

Krieg am Himmel: Wie die Swiss sich rüstet

High Noon für die Swiss: Gerade in der Schweiz musste die Swiss empfindliche Niederlagen gegen die Billigflieger hinnehmen. Für eine Rückkehr nach Basel setzt Swiss-Chef Hohmeister auf Eurowings.

Dirk-Ruschmann

Zu viele Fluglinien kämpfen um Kunden, ruinieren Preise und Erträge. Die Lufthansa reagiert - endlich - mit einem radikalen Umbau.
Tiefer Umbruch bei der Lufthansa: Ab 2016 fällt eine gesamte Führungsebene weg, und die «Passage», also das Fluggeschäft mit dem Kranich auf dem Heckleitwerk, muss ihr Eigenleben aufgeben und tritt einem Verbund mit den Premiumtöchtern Swiss und Austrian Airlines bei.
Die bisherige Germanwings wird in Eurowings aufgehen. Sie soll zur neuen Nummer drei in Europas Billigfliegermarkt avancieren.
Boss der drei Premium-Airlines und ihrer Drehkreuze wird Swiss-Chef Harry Hohmeister. Zum Januar 2016 tritt er den neuen Job an.Paolo Dutto
Zeitgleich wechselt sein Nachfolger Thomas Klühr zur Swiss. Bisher war er Chef des zweitwichtigsten Lufthansa-Drehkreuzes München.
Gerade in der Schweiz hat es empfindliche Niederlagen gegen die Billigflieger gegeben. Aus Basel musste sich Hohmeister im Mai zurückziehen, weil er kostenseitig mit der dort starken Easyjet nicht mithalten konnte.
Doch bei der Entscheidungsschlacht stehen Swiss/ Lufthansa nicht nur Billigfliegern wie Ryanair oder EasyJet gegenüber, sondern auch den Golf-Airlines, den Chinesen und den Amerikanern.
Während Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr heute mit Eurowings voll auf die Lowcost-Karte setzt...
...verschlief die Lufthansa hier in der Vergangenheit viel. Als Lufthansa-Chef hielt Jürgen Weber (von 1991 bis 2003) die Lowcoster für lästige Schmeissfliegen mit entsprechender Lebensdauer. Und auch als Chef des Aufsichtsrats stand er weiter auf der Bremse.
Easyjet
Die Gruppe Lufthansa/ Swiss ist verwundbar, ihr fehlt ein monströser Hub wie London, der praktisch im Alleingang ein Langstreckennetz am Leben halten kann. simone.brunozzi/Flickr/CC
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RMS

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Zwischen den Billigfliegern und den Premium-Airlines ist ein regelrechter Luftkampf entfacht: Zu viele Fluglinien kämpfen um Kunden, ruinieren Preise und Erträge. Für die Swiss hat es gerade in der Schweiz empfindliche Niederlagen gegen die Billigflieger gegeben. So musste sich die Airline im Mai aus Basel zurückziehen, weil sie kostenseitig nicht mit der dort starken EasyJet mithalten konnte.
Der scheidende Swiss-Chef Harry Hohmeister setzt für eine Rückkehr des Lufthansa-Konzerns an den Flughafen Basel auf die neugegründete Billigfluglinie des Konzerns, Eurowings. Hohmeister sagte zu BILANZ: «Ich hoffe, dass wir in Basel mit der Kostenstruktur der neuen Eurowings wieder Fuss fassen können!» Und fügte hinzu: «Ich finde, Eurowings sollte auch eine Heimat in der Schweiz haben – und Basel wäre dafür ideal».

Organisationsumbauten

Hohmeister wird im Konzernvorstand der Lufthansa die drei Fluglinien Lufthansa, Swiss und Austrian verantworten. Er betonte, trotz der Organisationsumbauten seien «die CEOs von Swiss und Austrian Airlines nicht in die Vorstandshierarchie eingebunden, sondern sie rapportieren nach wie vor an den jeweiligen Verwaltungs- beziehungsweise Aufsichtsrat». Heisst im Klartext: Hohmeisters Nachfolger Thomas Klühr bleibt dem Verwaltungsrat der Swiss unterstellt und bekommt keinen direkten Vorgesetzten in der Lufthansa-Zentrale.

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BILANZ berichtet zudem unter Verweis auf einen Insider, dass der aktuelle Swiss-Werbeslogan «our sign is a promise» nur ein Ersatzkandidat war. Swiss hätte demnach gern mit dem Slogan «a sign of difference» geworben, dies soll aber von Lufthansa-Bossen als Distanzierung gegenüber der Kranich-Fluglinie interpretiert worden sein – und sei deshalb abgelehnt worden.
Neuer Chef, neue Strategie, mächtige Feinde: Konzernmutter Lufthansa nimmt den Kampf gegen die etablierten Billigflieger auf und trimmt ihre Premiumtöchter auf  Linie – mit Chancen und Risiken für Mustertochter Swiss. Mehr dazu und wie sich die Swiss für die Ära nach Harry Hohmeister rüstet, lesen Sie in der neuen «BILANZ», ab Freitag am Kiosk oder mit Abo jeweils bequem im Briefkasten.
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