Der nΓ€chste Γrger kΓΌndigt sich fΓΌr September an. Dann wird eine Expertengruppe aus Nationalbank, Finanzdepartement und Kantonen die AusschΓΌttungspolitik neu definieren. Heuer noch liefert die SNB β trotz Rekordverlust β 2,5 Milliarden Franken an Bund und Kantone ab. Doch angesichts der verpufften WΓ€hrungseingriffe der SNB-Banker wird kΓΌnftig mit ungleich weniger Geld der Notenbank gerechnet. Wenn ΓΌberhaupt. Christian Wanner, Finanzchef des Kantons Solothurn und PrΓ€sident der Finanzdirektorenkonferenz (FDK), geht von einem Totalausfall aus. Β«Als vorsichtiger Finanzchef rechnet man mit keiner AusschΓΌttung, Optimisten stellen sich auf die HΓ€lfte ein.Β»
FΓΌr Kantone wie ZΓΌrich, Bern, Waadt oder Aargau bedeutet Wanners NulldiΓ€t-Szenario einen empfindlichen Schnitt: ZΓΌrich bekΓ€me 291 Millionen weniger, Bern 211, Waadt 150 und Aargau 126 Millionen. Einbussen, welche die Kantone im Jahr 2012 zu BudgetkΓΌrzungen zwΓ€ngen. Denn an ein Steigern der Einnahmen, sprich eine SteuererhΓΆhung, glaubt keiner, auch FDP-Politiker Wanner nicht.
Auch SVP-Finanzexperte Hans Kaufmann hΓ€lt Wanners Prognose fΓΌr realistisch. Seit lΓ€ngerem stellt er sich gegen die immer neuen Begehrlichkeiten der SNB (mehr Kompetenz, IWF-Kredite). Ihn stΓΆrt auch, mit welchen Methoden SNB-PrΓ€sident Hildebrand Druck aufs Parlament ausΓΌbt. In einer Lagebeurteilung der Wirtschaftskommission (WAK) sprach der Banker von der Β«Todeslinie nach SpanienΒ». Konkret: Ginge nach Spanien ein weiteres Land pleite, wΓΌrde es in Euroland definitiv brenzlig. Deshalb mΓΌsse der IWF handlungsfΓ€hig bleiben β auch mit Geldern aus der Schweiz.