In der Auseinandersetzung mit dem Spezialchemiekonzern Clariant zieht Grossaktionär White Tale endgültig die Samthandschuhe aus. Der aktivistische Investor hatte in der vergangenen Woche
die geplante 20-Milliarden-Dollar-Fusion von Clariant mit dem US-Rivalen Huntsman zu Fall gebracht und fordert nun ultimativ drei Sitze im Verwaltungsrat des Schweizer Unternehmens. «Sollten wir uns nicht in Kürze mit dem gegenwärtigen Verwaltungsrat einigen können, haben wir keine andere Wahl, als eine ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen, so dass sich alle Aktionäre zu Clariants Zukunft äussern können», hiess es am Montag in einer Mitteilung des Investors.
Während White Tale in dem seit Juli schwelenden Konflikt bisher stets um einen versöhnlichen Ton bemüht war, wird die Gangart nun forscher. Grund könnte sein, dass sich Clariant weiterhin weigert, wie von White Tale angeregt die umsatzstärkste Division Plastics & Coatings zu verkaufen und Optionen wie etwa einen Verkauf des ganzen Konzerns zu prüfen.
Die Basler müssten einen externen Berater beauftragen, der alle strategischen Alternativen unvoreingenommen prüfe, erklärte White Tale. Die Annullierung der Huntsman-Fusion sei ein erster positiver Schritt, aber keineswegs ein Grund zum Feiern. «Die Äusserungen des Clariant-Managements seit Freitag verraten leider den Wunsch, das Rad der Zeit zurückzudrehen und so zu tun, als habe es diese Episode nie gegeben.» Ein Clariant-Sprecher erklärte, die Forderungen von White Tale würden natürlich in Erwägung gezogen. Es habe mit dem Aktionär seit Freitag zahlreiche Gespräche gegeben.