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Banker-Ranking 2011: Die 100 Top-Banker

Das Banker-Ranking der BILANZ hat einen neuen Sieger: Dieses Jahr konnte Privatbanquier Patrick Odier den Spitzenplatz erobern, auf dem in den letzten beiden Jahren UBS-Chef Oswald GrΓΌbel rangierte.

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Oswald GrΓΌbel, Patrick Odie (Gesamtsieger), Urs Rohner (v.l.). RMS

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Damit steht nun erstmals kein Grossbanker auf Platz eins. Lombard Odier, wo der 56-jΓ€hrige als Senior Partner wirkt, ist als eine der traditionsreichsten Genfer Privatbanken zwar reprΓ€sentativ fΓΌr den klassischen Kernbereich des Schweizer Bankings, aber doch deutlich kleiner als die Giganten UBS oder CS.
Der Aufstieg von Odier hat vor allem zwei GrΓΌnde. Der erste liegt in der SchwΓ€che der Konkurrenten, die einiges an Glanz verloren haben. Erreichte Vorjahressieger GrΓΌbel im ersten Ranking noch die Maximalpunktzahl von 40, so reichten Odier diesmal 34 Punkte fΓΌr den ersten Platz. Auch andere mit hoher Punktzahl, wie CS-Chef Brady Dougan oder Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, wurden tΓΌchtig zurΓΌckgestutzt. Bei der UBS und der CS schwΓ€chelt das GeschΓ€ft, die Kurse stΓΌrzen ab, beide Banken mussten einen Abbau von Jobs bekanntgeben. Ackermann hat mit dem peinlichen GeplΓ€nkel um seine Nachfolge viel Kredit verspielt. Er, der betonte, als langjΓ€hriger CEO nicht in den Aufsichtsrat wechseln zu wollen, tut nun genau dies.
Der zweite Grund fΓΌr Odiers Platz eins liegt in der SchlΓΌsselrolle fΓΌrs Schweizer Banking, die er im vergangenen Jahr erfolgreich gespielt hat. Dies in seiner Funktion als PrΓ€sident der Schweizerischen Bankiervereinigung, der er seit September 2009 vorsteht. Kurz nach Amtsantritt setzte er ein Zeichen, indem er als einer der Ersten vorgab, konsequent den Weg des versteuerten Geldes zu gehen. Er setzte dabei auf das Konzept der Abgeltungssteuer und wehrte damit das Begehren der EU nach einem automatischen Informationsaustausch bisher erfolgreich ab. Dieser hΓ€tte den endgΓΌltigen Tod des Bankgeheimnisses bedeutet. Wichtige Meilensteine auf dem Weg waren die Abkommen mit Deutschland und Grossbritannien. Odier hat dabei persΓΆnlich eine wichtige Rolle gespielt, etwa anlΓ€sslich eines Treffens mit dem deutschen Finanzminister Wolfgang SchΓ€uble vor einem Jahr in der Schweiz. Er schaffte es, sehr glaubwΓΌrdig die Position der Schweiz zu erklΓ€ren und so die Verhandlungsposition des Landes beim spΓ€teren Steuerdeal zu stΓ€rken.

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Mit den USA fordert er einen Γ€hnlichen Weg, plΓ€diert fΓΌr Verhandlungen, betont aber, diese mΓΌssten im Einklang mit dem Schweizer Recht stehen.
Auch sonst hat es im Banker-Ranking einige VerΓ€nderungen gegeben. 19 Namen sind neu auf der Liste. So wurden bei verschiedenen Banken die Manager ausgewechselt: Bei Clariden Leu etwa folgt der junge Olivier Jaquet auf Hans NΓΌtzi. Neu dabei sind Banker wie CS-Firmenkundenchef Barend Fruithof, aufgefallen durch gute Performance, oder Thomas Matter, der eine neue Bank gegrΓΌndet hat. Der grΓΆsste Absteiger ist Walter Berchtold, lange Chef Private Banking der Credit Suisse, der auf die Position eines Chairman des Bereichs abgeschoben wurde. Er verlor 78 RΓ€nge.

Der Gesamtsieger: Patrick Odier
Erstmals ist ein Privatbanker Sieger im Banker-Ranking: Mit 34 Punkten fΓΌhrt Patrick Odier nicht nur seine Kategorie an, sondern auch die Gesamtliste. Odier ist Senior Partner der Privatbank Lombard Odier und PrΓ€sident der Schweizerischen Bankiervereinigung.

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