Wer punktet beim Management, wer hat die bessere Produktepipeline, und wessen Strategie ist besser? Der ewige Wettstreit zwischen den beiden Basler Pharmakonzernen geht in eine neue Runde.
Vor rund zwölf Jahren war es, als Novartis eine neue Marschrichtung vorgab – und Unerhörtes äusserte. Man wolle Roche auf deren ureigenstem Feld, der Onkologie, angreifen, ja mehr noch: «Es ist unser klares Ziel, grösser als Roche zu werden.» Der damalige Novartis-CEO Joe Jimenez kündigte dies in einem Zeitungsinterview an, nicht in der Wirtschaftspresse notabene, sondern im Boulevardblatt «Blick». «Nicht eine Kriegserklärung, aber fast», kommentierte die Westschweizer Zeitung «Le Matin».
Bei Roche rümpfte man die Nase: Ausgerechnet Jimenez, über den auf der anderen Rheinseite hinter vorgehaltener Hand gerne als «Ketchup-Verkäufer» gespottet wurde – er war vor seinem Antritt als CEO bei Novartis beim Ketchup-Hersteller Heinz – und über den der langjährige Roche-Präsident Franz Humer einst im Interview mit BILANZ gestichelt hatte, dieser wäre bei Roche nicht Chef geworden.