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Buchtipp «Formel Wahnsinn»

Zwischen Mythos und Millionengeschäft

Das Buch über Formel-1-Insider Roger Benoit zeigt das Business ungeschminkt und zeigt: Beobachten aus nächster Nähe ist und bleibt unersetzlich.

Georges Kern

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Georges Kern: Der 61-Jährige ist CEO der Uhrengruppe House of Brands (Breitling, Gallet, Universal Genève). Phil Müller für Bilanz

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Die Formel 1 ist weit mehr als ein Sport. Sie ist eine Welt voller aussergewöhnlicher Persönlichkeiten, Leidenschaft und kompromisslosem Einsatz. Diese Hingabe fasziniert mich bis heute und wird im Buch «Formel Wahnsinn» eindrucksvoll greifbar.
Diese Faszination reicht weit über das rein Sportliche hinaus und hat sich auch auf kultureller und wirtschaftlicher Ebene verankert. Praktisch jede grosse Uhrenmarke ist seit Jahrzehnten in irgendeiner Form mit Formel-1-Teams oder -Piloten verbunden, und diese enge Beziehung zwischen Technik, Präzision und Emotion ist heute ein fester Bestandteil der Popkultur – bis hinein nach Hollywood.
Mich persönlich verbindet seit über 25 Jahren eine enge Beziehung zur Formel 1. In dieser Zeit konnte ich die Königsklasse des Motorsports auf Sponsorenseite mit Teams wie McLaren, Mercedes und heute Aston Martin aus nächster Nähe erleben. Dabei hatte ich das Privileg, mit einigen der grössten Namen des Sports zusammenzuarbeiten – von Ayrton Senna über Mika Häkkinen, Michael Schumacher, Nico Rosberg und Lewis Hamilton bis hin zum genialen Toto Wolff.
Das Buch ist eine ehrliche und zugleich sehr persönliche Hommage an den herausragenden Journalisten Roger Benoit und seine aussergewöhnlich lange Karriere im Fahrerlager. Autor Daniel Leu zeichnet dabei nicht nur Stationen nach, sondern ein ganzes Leben im Herzen der Formel 1.

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Schon nach wenigen Seiten wird klar: Benoit war nie nur Beobachter. Er gehörte zum Fahrerlager. Er stand direkt neben den Menschen, die die moderne Formel 1 geprägt haben, und erlebte ihre Entwicklung aus unmittelbarer Nähe. Die Atmosphäre über Jahre wird im Buch spürbar: die Gefahr, der Nervenkitzel, der Glamour, die Rivalitäten und die starken Charaktere, die diesen Sport bestimmt haben, sowie das gigantische Business, zu dem er geworden ist. Benoit beschreibt diese Zeit aus dem Blickwinkel eines Menschen, der mittendrin war.
Eine der überzeugendsten Eigenschaften dieses Buches ist seine Ehrlichkeit. Daniel Leu schildert Benoits Leben und Karriere mit grosser Offenheit und verschweigt dabei auch nicht die Schattenseiten eines jahrzehntelangen Reporterlebens und das ständige Unterwegssein. Nichts wirkt inszeniert. Dadurch entsteht eine Echtheit, die das Buch besonders macht.
In einer Zeit, in der Sportberichterstattung immer kurzlebiger wird, erinnert «Formel Wahnsinn» daran, warum Wissen, Erfahrung und Beobachtung aus nächster Nähe so wertvoll bleiben. Benoit hat sich das Vertrauen der Formel-1-Welt über Jahrzehnte erarbeitet.
Für jeden, der die Formel 1 liebt, ist dieses Buch eine echte Empfehlung.

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Buchtipp

«Formel Wahnsinn», Daniel Leu, Beobachter Edition, 272 Seiten, Fr. 48.90.
Roger Benoit (Formel Wahnsinn)
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