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Persönlichkeiten

Diese zehn Köpfe prägen die Schweiz in Sachen Luxus

Vom CEO der Marke Bulgari bis zur Co-Präsidentin von Chopard: Das «Who is who» präsentiert die Mächtigen der Luxuswelt. Zu den drei Neuzugängen zählt auch der Künstler und Unternehmer Dieter Meier.

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«Bilanz» hat das «Who is who» der Schweizer Wirtschaft ermittelt. Die wichtigsten Personen im Bereich Luxus:Jean-Christophe BabinCEO BulgariBabin, früher CEO der Uhrenmarke TAG Heuer, führt Bulgari erst seit drei Jahren. Er hat in dieser Zeit allerdings viel bewegt, etwa das Angebot der Marke klarer strukturiert und die Bereiche Schmuck und Femininität verstärkt.Imago
Flaviano BencivengaCEO Benci BrothersZusammen mit seinem Bruder Bruno hat Flaviano Bencivenga das Schuhlabel Navyboot gross gemacht und im Jahr 2009 die Marke und ihre 60 Filialen an den Denner-Erben Philippe Gaydoul für geschätzte 110 Millionen Franken verkauft. Die Schuhe hat der 49-Jährige aber nicht aufgegeben, im Gegenteil: Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Nachfolgefirma Benci Brothers (B&B).Doris Fanconi
Silvio DenzGründer und Mehrheitsaktionär Lalique GroupDenz besitzt weltweit 31 Lalique-Boutiquen. Die Edelmarke gehört unter das Dach von Art & Fragrance (A&F). Diese Firma kotierte er 2007 an der Berner Börse. Vor ein paar Monaten hat Denz Art & Fragrance in Lalique Group umgetauft. Das Unternehmen hält er fest in seiner Hand: Er ist Präsident, besitzt 85 Prozent der Aktien.Lionel Flusin
Werner DirksGeneral Manager Schweiz La Prairie GroupSeit 13 Jahren ist Dirks Schweiz-Chef der Luxusmarke La Prairie und verkauft Crèmes für mehrere hundert Franken pro Tiegel. La Prairie hat den Ursprung in der gleichnamigen Klinik in Montreux und gilt als hochinnovativ in Sachen Anti-Aging. Hierzulande gehören die Versprechen zeitloser Schönheit zu den Topsellern unter den teuersten Crèmes.
Emanuel ForsterCo-CEO Forster RohnerDieses Jahr wird als ein besonderes in die Firmenchronik der Forster-Rohner-Gruppe eingehen: Emanuel Forster, der das Unternehmen zusammen mit seiner Schwester Caroline in vierter Generation führt, hat den Familienbetrieb um eine grosse Marke erweitert. Seit Januar firmiert Jakob Schlaepfer unter seinem Dach.Frank Schwarzbach
Raphael GübelinCEO GübelinNach wie vor ist der Abgang vieler Swatch-Group-Uhrenmarken aus den Regalen seiner Boutiquen nicht kompensiert. Doch Gübelin gibt alles: Kürzlich wurde in Lugano eine neue Boutique eröffnet, eine Partnerschaft mit der Richemont-Marke Roger Dubuis ist aufgegleist, und das Kursangebot für Kunden wird ausgebaut.
Albert KriemlerKreativchef AkrisKriemler ist vom renommierten New Yorker Fashion Institute of Technology mit dem Couture Council Award for Artistry of Fashion ausgezeichnet worden. In der Laudatio wurde er unter anderem gelobt für «seinen luxuriösen Minimalismus». Seine internationale Fangemeinde umfasst resolut selbstbewusste Frauen - von Michelle Obama bis Wirtschaftskapitäninnen wie Yahoo-Chefin Marissa Mayer.
Jérôme LambertHead of Operations RichemontNachdem er Chef der Marke Montblanc in Hamburg war, kann er jetzt seine Zelte wieder in Genf aufschlagen: Richemont-Präsident Johann Rupert hat ihn in die oberste Führungsebene berufen, Lambert wird Head of Operations und oberster Chef über alle Konzernmarken, die nicht eindeutig zu den Sparten Uhren und Joaillerie gehören. Zu seinem Portefeuille gehört auch die Marke Montblanc.Alban Kakulya
Dieter MeierUnternehmer, EntertainerDer Künstler, Unternehmer und Gastronom liebt das Schaffen – ob das nun Arbeitsplätze oder Videoinstallationen sind, spielt keine Rolle. Gerade versucht er es mit einer Schokoladenfabrik. Und einer Nussplantage in Patagonien.
Caroline ScheufeleCo-Präsidentin ChopardCaroline Scheufele teilt sich die Macht bei Chopard mit ihrem Bruder Karl-Friedrich. Dass Chopard aber auch bei den Uhren in der obersten Liga spielt, hat stark mit Caroline Scheufele zu tun. Sie hat zum Beispiel die Partnerschaft mit dem Filmfestival von Cannes aufgegleist und so eine schier unbezahlbare Medienpräsenz erreicht.Bilder: Keystone/zvg
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«Ein Paar gute Schuhe, feine Wollsocken und ein vernünftiges Tuch am Leib» – das sei für ihn Luxus, beteuerte Dieter Meier kürzlich im Interview mit der «Bilanz».
Das Understatement passt so gar nicht zum nimmersatten Künstler, Unternehmer und Gastronomen. Er sagte das, um seinen Unmut kundzutun: Er mag es nicht, in der Öffentlichkeit als Vermögender wahrgenommen zu werden. Nichts, was er tue, geschehe des Geldes wegen, erklärte er. Schaut man seine Aktivitäten an, dann stimmt das wohl nur zur Hälfte. Seine argentinischen Weine vertreibt er auf unzähligen Kanälen, sein Beef ist im Detailhandel und in seinen eigenen Restaurants erhältlich.

Kunst und Musik wirft wenig ab

Der Künstler Meier hingegen schafft Werke, die es ganz offensichtlich nicht aufs Portemonnaie der Kunstinvestoren abgesehen haben. Das Interesse für seine Bilder und Videostills, die im Herbst unter dem Titel «Possible Beings» in einer Berliner Galerie ausgestellt wurden, war gross, die Kritik wohlwollend. Verkauft wurde indes nichts.
Für ihn spielt das keine Rolle. Genauso wie die Tatsache, dass die Musik von Yello nur noch ein Sackgeld an Einnahmen abwirft. Vielleicht noch etwa 30'000 Franken an Tantiemen pro Jahr. Das Album «Toy», das erste seit sieben Jahren, findet mittelmässigen Absatz. Man ging sogar eigens auf die Live-Bühne, um die CD zu promoten. Die vier Konzerte in Berlin waren allesamt ausverkauft, die Resonanz nach einem missglückten ersten Konzert sehr positiv. Doch finanziell musste man drauflegen.

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Die eigene Kunst quersubventionieren? Kein Problem für Meier. Er liebt das Schaffen – ob das nun Arbeitsplätze oder Videoinstallationen sind, spielt keine Rolle. Gerade versucht er es mit einer Schokoladenfabrik. Und einer Nussplantage in Patagonien.
Sehen Sie in der Bildergalerie oben, welche Zehn zum «Who is who» der Luxuswelt gehören. In der Bildergalerie unten sehen Sie die zehn wichtigsten Köpfe aus dem Reich der Uhren.
«Bilanz» hat das «Who is who» der Schweizer Wirtschaft ermittelt. Die wichtigsten Personen im Uhrenbereich:Jean-Claude BiverLeiter Uhrendivision LVMHBiver ist Chef der Uhrendivision im LVMH-Konzern und gebietet über die Marken Zenith, Hublot und TAG Heuer. Das Schicksal von TAG Heuer hat er eng an seine Person geknüpft, er ist nämlich auch CEO der Marke.
Jörg BuchererVR-Präsident BuchererBucherer, der mit Abstand grösste Uhren- und Schmuckdetaillist Europas, hat gerade eine Zusammenarbeit mit der deutschen KaDeWe Group angekündigt. In Paris ist Bucherer am Boulevard des Capucines schon seit 2013 mit dem grössten Uhren- und Schmuckgeschäft der Welt präsent. Und neu eröffnet man in Kopenhagen die grösste Luxusuhren- und Schmuckabteilung Skandinaviens. Pisonic Zvonimir
Jean-Frédéric DufourCEO RolexDer Mann führt die vielleicht erfolgreichste Luxusuhrenmarke der Welt. Und als er von Zenith zu Rolex berufen wurde, war das eine Sensation: Einen «gigantischen Sprung» bejubelte etwa das Internetportal WorldTempus. Das war im April 2014 – und seither wird über Dufour kaum noch geschrieben, denn er schweigt gegen aussen eisern. Karine Bauzin
Martin FreyManaging Director Fossil EuropeSeit zehn Jahren verantwortet Martin Frey von Basel aus für Fossil die Geschäfte in Europa, im Mittleren Osten und in Afrika mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Dollar. Unter Freys Leitung investierte Fossil in den letzten Jahren Millionen von Dollars in die Produktion von Swiss-made-Uhren.
Nick HayekCEO Swatch GroupHayek gebietet mithin über einen Konzern, der in einer Art Pyramide für alle Budgets und Ansprüche klar positionierte Marken hat und heute die Nummer eins der Branche ist.
Zwar musste auch die Swatch Group Einbussen kommunizieren – der ganze Sektor leidet. Doch seit Juli sehe die Gruppe wieder Wachstum, liess Hayek verlauten.
Georges KernHead of Watchmaking, Marketing and Digital RichemontFünfzehn Jahre lang war er CEO von IWC in Schaffhausen, er hat die Marke dynamisiert, emotionalisiert und sehr erfolgreich gemacht – jetzt wurde er zum höchsten Uhrenmanager im Richemont-Konzern ernannt. Kern gebietet als Head of Watchmaking über Uhrenmarken wie Jaeger-LeCoultre, Vacheron Constantin, Piaget, Panerai, Baume & Mercier oder eben IWC und ist mithin definitiv im Uhrenolymp angelangt.
Erich MossetCEO und Mitinhaber RondaDer ETH-Ingenieur war gerade einmal 28 Jahre alt, als er 1989, wenige Jahre nach dem Tod seines Vaters, das Steuer des Familienunternehmens übernahm, die Firma neu positionierte und kontinuierlich ausbaute. Heute beschäftigt Ronda mit Fabriken in Lausen, Stabio TI und Thailand 1800 Personen und stellt pro Jahr rund 20 Millionen Uhrwerke her.FOTOLABOR SPIESS AG
Johann RupertVR-Präsident und Mehrheitsaktionär RichemontSpätestens seit dem 4. November ist klar, dass Rupert bei Richemont wirklich das Sagen hat. An diesem Tag gab das Unternehmen Veränderungen bekannt, die vorab eine Interpretation zulassen: Der Konzern verstärkt den Einfluss der obersten Führungsebene, und Rupert wird mächtiger denn je. Mit anderen Worten erhielten die CEOs der Uhrenmarken einen Chef, den sie bisher nicht hatten.Getty Images
Thierry SternPräsident Patek PhilippeWie keine andere Marke steht Patek Philippe für Luxus, aber auch für Kontinuität und Solidität. Wo alle anderen Brands zeitweise nur noch die chinesische Klientel im Auge hatten, blieb Thierry Stern gelassen. An Versteigerungen erreichen Uhren mit der berühmten Genfer Punze als Qualitätssiegel immer wieder Traumpreise.Bilder: Keystone
Joachim ZieglerCEO Les AmbassadeursTrotz des schwierigen Jahres ist Les Ambassadeurs mit Boutiquen in Genf, Lugano, St. Moritz, Luzern und Zürich 2016 leicht gewachsen, nicht zuletzt auch dank der neusten Boutique in Luzern. Zum Portefeuille des Unternehmens gehören übrigens auch die Uhrenmarken Jaermann & Stübi sowie Vulcain.
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