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Generationen-Konflikt

«Wir haben den Jungen gesagt, sie seien etwas Besonderes – das war fatal»

Verweichlicht oder effizient? Ein Gespräch über die Generation Z – und darüber, ob sie die Lösung für den drohenden Arbeitskräftemangel ist.

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HZ FOKUS Boomers versus GenZ at work KI illustration
Unverstandene Generation Z? Die Arbeitsweise der alten und neuen Generation ist grundverschieden. (Diese Illustration wurde vom KI-Modell Midjourney generiert und von einem Menschen überprüft und finalisiert.) HZ Julie Body / Midjourney

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Herr Blättler, Sie referieren zum Thema Generation Z, also zur Gruppe junger Menschen, die zwischen 1997 und 2009 geboren wurde. Wie oft werden Sie für Referate angefragt?

Blättler: Ich könnte aktuell jeden Tag irgendwo in der Schweiz ein Referat zu diesem Thema halten. Die Nachfrage hat in den letzten zwei bis drei Jahren stark zugenommen. Zum Teil sind die Unternehmen wirklich hilflos. Manche sagen, sie hätten gar keine Lust mehr, Junge einzustellen. Aber sie wissen auch, dass wir nur diese eine Generation Z haben, die nachrückt. Die Alternative ist nicht gross.

Generation Alpha (ab 2010)

Auch Gen Alpha oder Generation α genannt. Sie ist die Nachfolgegeneration der Generation und ist respektive wird etwa zwischen 2010 und 2025 geboren. Die Generation Alpha wird komplett mit den Technologien des 21. Jahrhunderts aufwachsen.

Generation Z (1997–2009)

Aufgewachsen mit dem Internet und mobilen Geräten. Ihre Vertreterinnen und Vertreter gelten auch als Digital Natives. Soziale Netzwerke werden intensiv genutzt. Die Z-lerinnen und Z-ler konzentrieren sich auf ihre eigenen persönlichen Ziele, sie sind Einzelkämpfer und Individualistinnen. Wissen fragen sie situativ über das Internet ab.

Generation Y (1981–1996)

Aufgewachsen in einer Multioptionsgesellschaft. Geprägt wurde diese Generation von den Terroranschlägen 9/11, von einer hohen Jugendarbeitslosigkeit und einem grossen Anteil Unsicherheit. Anstelle von Status und Prestige stehen bei ihr die Freude an der Arbeit, Freiräume, Selbstverwirklichung und Freizeit im Vordergrund.

Generation X (1965–1980)

Geprägt von grossem technischem Fortschritt, vom Ausbau des Umweltschutzes, von Umweltkatastrophen (Ozonloch, Tschernobyl), vom Integrationsprozess der EU, von Konjunkturkrisen und einer wachsenden Arbeitslosigkeit, steigenden Scheidungsraten und Doppelverdienern (Eltern).

Generation (Baby-)Boomer (1945–1964)

Erlebte den wirtschaftlichen Aufschwung, ist die Generation mit den höchsten Geburtenzahlen. In ihre Zeit fallen die Friedensbewegung und die Umweltbewegung, wirtschaftlich hatte sie in jüngeren Jahren nur wenige Krisen (Ölkrise) zu bewältigen.

Generation Silent (1928–1945)

Geprägt vor allem vom Zweiten Weltkrieg. «Stille» Generation genannt, weil es für sie gefährlich war, Gedanken offen auszusprechen. Es ist aber auch eine aktive, anpackende Generation, die gelernt hat, das Beste aus der Situation zu machen.
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