MeisterSinger aus Münster (D) baut Uhren mit nur einem einzigen Zeiger – und setzt sich ab vom Rest der Branche, dem Zeitmessung nicht genau genug sein kann. MeisterSinger-Uhren sind für Menschen, denen es nicht auf die Minute ankommt und auf die Sekunde schon gar nicht. Das Design mit nur einem Stundenzeiger zur Zeitangabe soll – so die Idee – entschleunigen und an das Wesentliche erinnern: den Moment. Schön! Der Moment ist ja schliesslich auch das Einzige, was ist: Die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft noch nicht da.
Nun dreht die deutsche Manufaktur das Ganze noch eine Originalität weiter: Die Ziffern im neuesten Modell mit dem des Lateinischen wegen priesterlich anmutenden Namen «Melius Nondum Est», sind von 01 bis 24 gegen den Uhrzeigersinn angeordnet. Der einzelne, hellblaue Stundenzeiger dreht sich jedoch wie gewohnt im Uhrzeigersinn. Heisst: Er zeigt an, wie viele Stunden des Tages noch vor einem liegen. Wer also wissen will, wie spät es ist, muss die vom Stundenzeiger angezeigte Zeit von 24 subtrahieren. Ein Beispiel: Ist die Zeigerspitze bei 06, ist es 18 Uhr. Irgendwie eine lustige Idee. Doch der Name selbst konterkariert das MeisterSinger-Credo vom Sein im Moment: «Melius Nondum Est» bedeutet «Das Beste kommt noch».
2. Pierre Maillard, der in Genf ansässige Chefredakteur von «Europa Star», einem führenden Magazin der Uhrenbranche, erzählt
hier die herrliche – und wahre – Geschichte über Uhrwerke, die unglücklicherweise falsch gebaut worden waren und einem smarten und etwas kaltblütigen Unternehmer ein Vermögen eingebracht haben.