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Secondhand

Zweite Ernte für Rolex

Vor vier Jahren stieg der Branchenprimus ins Geschäft mit gebrauchten Modellen ein. Jetzt zeigt eine Studie, wie viel es inzwischen einspielt.

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Bares Wert: Das Rolex-Siegel für Authenzität eines Secondhand-Modells.
Bares Wert: Das Rolex-Siegel für Authenzität eines Secondhand-Modells.PR

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Es gab Zeiten, da war eine gebrauchte Rolex begehrter als eine neue. Spekulanten trieben die Preise in die Höhe, der Handel ausserhalb des offiziellen Rolex-Vertriebsnetzes florierte. Im März 2022 erreichte das Preistreiben den Höhepunkt und hat sich seither beruhigt. Indes: Es bezahlt nach wie vor einen happigen Aufschlag, wer ein begehrtes Rolex-Modell aus Vorbesitz sofort kauft – statt Jahre auf ein neues zu warten. Eine Daytona etwa liegt auf dem Sekundärmarkt noch heute rund 50 Prozent über dem Listenpreis, eine GMT-Master II um die 30 bis 40 Prozent.
Im Dezember 2022 lancierte Rolex mit Bucherer das Programm Rolex Certified Pre-Owned, kurz RCPO. Das Prinzip: Mindestens zwei Jahre alte Uhren der Marke werden auf ihre Echtheit geprüft, bei Bedarf revidiert und mit Echtheitszertifikat sowie zweijähriger Garantie im offiziellen Rolex-Vertriebsnetz ein zweites Mal verkauft. Im Schnitt kostet eine Secondhand-Rolex dort 20 bis 30 Prozent mehr als bei nicht autorisierten Händlern, ist dafür garantiert kein Fake, was offenbar hochgeschätzt wird: In den ersten neun Monaten 2026 spielte RCPO gemäss einer neuen Studie von Oliver Müller, Inhaber von LuxeConsult, 615 Millionen Dollar ein. Im ganzen Jahr 2025 waren es 590 Millionen Dollar.

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Oliver Müller LuxeConsult
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Branchenexperte Oliver Müller, Inhaber LuxeConsult.Guillaume Megevand
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Doch wie viel davon ist neues Geschäft? Rund die Hälfte nicht, schätzt Müller: Sie stamme von Verkäufen, die sonst bei unabhängigen Händlern oder zwischen Privatpersonen stattgefunden hätten – und die Rolex ihnen abspenstig gemacht hat. Die anderen gut 300 Millionen Dollar sind in Müllers Modell Zuwachs – dank neuen Kunden und Preiserhöhungen.
Mit RCPO gewinnt Rolex mehr und mehr Einfluss auf den Wiederverkauf ihrer Uhren. Seit der Übernahme von Bucherer 2023 gehört dem Branchenprimus ausserdem einer der weltweit grössten Rolex-Händler. So wird nicht nur am Erstverkauf verdient, sondern auch dann, wenn ein Zeitmesser der Genfer Manufaktur Jahre später als RCPO erneut den Besitzer wechselt.
Audemars Piguet
Audemars Piguet steigt ins CPO-Geschäft ein. PD
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Neu startet Audemars Piguet (AP) ein CPO-Programm: Auf der Plattform «The Watch Keepers» können Besitzer ihre APs (zum Festpreis oder im Bietverfahren) selbst verkaufen, nachdem AP sie geprüft und als einwandfrei und echt zertifiziert hat.

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