Norman Foster hat einige der spektakulärsten Gebäude der Welt entworfen. Jetzt hat sich der 91-jährige Stararchitekt erstmals an eine Armbanduhr gewagt.
Der britische Stararchitekt Norman Foster wirkt gern im Grossen. Eindrückliche Gebäude wie die Kuppel des Berliner Reichstags, der ringförmige Apple-Hauptsitz in Kalifornien und der Londoner Wolkenkratzer «The Gherkin» stammen von ihm. In der Schweiz hat der inzwischen 91-Jährige das Zürcher «Dolder Grand» umgebaut und erweitert und in St. Moritz die «Chesa Futura» entworfen.
Neulich dann liess sich der Pritzker-Preisträger auf etwas bislang Unbekanntes ein – und gestaltete eine Armbanduhr.
Architekt Asier Mateo (l.) ist Gründer der Uhrenmarke Lebond.PR
Architekt Asier Mateo (l.) ist Gründer der Uhrenmarke Lebond.PR
Idee und Initiative dazu kamen von Asier Mateo. Der Mann ist Architekt in Barcelona und hat vor Kurzem zudem die Uhrenmarke Lebond gegründet mit der Idee, die Gestaltung der Zeitmesser berühmten Berufskollegen zu überlassen.
Den Anfang machte 2023 der Portugiese Álvaro Siza Vieira, auch er ein Pritzker-Preisträger. Es folgte sein Landsmann Eduardo Souto de Moura, ebenfalls mit der höchsten Auszeichnung der Architekturwelt geadelt. Und nun eben Foster, einer der bekanntesten Architekten überhaupt.
Der hat für die Entwicklung die Designabteilung seiner Norman Foster Foundation eingespannt. Seine Vorgaben lesen wir an der Uhr ab: Schlichtheit, Funktionalität, Zusammenspiel. Letzteres zeigt sich schön an Gehäuse und Kautschukband: Die beiden sind so miteinander verbunden, als wären sie eins – eine kleine architektonische Skulptur fürs Handgelenk.
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Gehäuse und Band kommen in einem Schwung daher.PR
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Das 38,5-Millimeter-Gehäuse ist aus Titan und hat eine beidseitig drehbare Lünette mit Zwölfstundenskala. Sie ist gedacht fürs einfach Ablesen von zwei Zeitzonen, etwas, was für einen passionierten Flieger, wie Foster einer war, praktisch ist.
Der Boden der Uhr ist aus Saphirglas. Zu sehen: das ETA-Automatikkaliber 2892-A2, dessen Rotor Foster mit fünf geometrisch angeordneten Aussparungen gestaltet hat. Das Werk ist ein bewährtes Schweizer Industriekaliber, das mit nur 3,6 Millimetern Höhe bei 25,6 Millimetern Durchmesser zudem bemerkenswert flach gebaut ist.
Blick auf das Kaliber der Uhr.PR
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Das Interessante an dieser Uhr, die gemäss Lebond in der Schweiz hergestellt wird, ist aber zweifellos mehr der architektonische Entwurf als die Uhrmacherei. Die Uhr gibt es in naturfarbenem und schwarz beschichtetem Titan. Sie kostet 3500 Franken.
PS: Dass Architekten auch auf kleinstem Raum gestalterischen Ehrgeiz entwickeln, zeigte 2024 Santiago Calatrava. Der spanisch-schweizerische Architekt hat unter anderem den Bahnhof Zürich Stadelhofen und die markante Bushaltestelle am Bohl in St. Gallen entworfen. Für Gübelin schuf er die Ipsomatic. Die Zusammenarbeit entstand aus einer langjährigen Freundschaft zwischen den Familien Calatrava und Gübelin. Anders als Fosters betont funktionale Uhr ist Calatravas Entwurf eine kleine Skulptur mit fliessenden Linien. Das Gehäuse besteht aus Platin, im Innern arbeitet ein historisches Felsa-Automatikwerk. Die auf 170 Exemplare limitierte Uhr kostete bei ihrer Lancierung 34’900 Franken.