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Marco Tedeschi

Der nach eigenen Regeln spielt

2020 erlebte der Unternehmer als CEO einer Uhrenmarke deren Konkurs. Sechs Jahre später hat er eine Manufaktur, prominente Kunden und einen Plan für zwölf Kaliber.

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Marco Tedeschis Credo für die MT.1: «Die Form folgt dem Uhrwerk.» Nicht das Design soll die Mechanik bestimmen, sondern die Mechanik das Design.
Marco Tedeschis Credo für die MT.1: «Die Form folgt dem Uhrwerk.» Nicht das Design soll die Mechanik bestimmen, sondern die Mechanik das Design.PR

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«Ich erhebe keine Ansprüche, doch ich strebe nach allem.» Der Satz stammt von Marco Tedeschi und ist bemerkenswert, weiss er doch aus Erfahrung, dass grosse Pläne von einem Tag auf den anderen Makulatur werden können. Im Februar 2020 war der damals 34-Jährige CEO der Schweizer Uhrenmarke RJ, vormals Romain Jérôme. Zwei Jahre lang hatte er versucht, sie neu aufzustellen. Dann drehte der saudische Mehrheitsaktionär überraschend den Geldhahn zu. RJ ging Konkurs, 33 Mitarbeitende verloren ihre Stelle. Tedeschi stand vor dem Nichts, war aber alles andere als entmutigt.
Noch 2020 gründete er Kross Studio. Daraus ist ein Unternehmen mit drei Standbeinen geworden: Erstens Kross Manufacture als industrielle Basis, die nach eigenen Angaben auch für Dritte, darunter Audemars Piguet, entwickelt und fertigt. Chanel hat sich mit 30 Prozent an diesem Unternehmen beteiligt. Zweitens Kross Studio für kreative Kooperationen mitunter mit Warner Bros., Lucasfilm und Hasbro. Und drittens Marco Tedeschi, Tedeschis eigene Haute-Horlogerie-Marke.
Seine Leidenschaft sei die Konstruktion mechanischer Uhrwerke, sagt Tedeschi. Sein Credo: «Die Form folgt dem Uhrwerk». Nicht das Design soll die Mechanik bestimmen, sondern die Mechanik das Design.

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Die Rückseite der MT1.1.
Die Rückseite der MT1.1.RMS
Die Rückseite der MT1.1.
Die Rückseite der MT1.1.RMS
Wie er diese Philosophie umsetzt, zeigt seine MT1.1 «Le Tourbillon 7 Jours». Ihr skelettiertes Handaufzugswerk verfügt über ein einziges grosses Federhaus, das Energie für sieben Tage liefert. Bei 6 Uhr dreht sich ein fliegendes Tourbillon, bei 12 Uhr zeigt ein Zeiger die verbleibende Gangreserve an. Das 44 Millimeter grosse, kreisrunde Gehäuse verzichtet auf klassische Bandanstösse und eine seitliche Krone. Aufgezogen und eingestellt wird die Uhr über die Rückseite. Die Preise beginnen bei 69’900 Franken für die Titan-Version und steigen bis 89’900 Franken für das Modell mit Rotgoldgehäuse.
Die MT1.1 «Le Tourbillon 7 Jours».
Die MT1.1 «Le Tourbillon 7 Jours».RMS
Die MT1.1 «Le Tourbillon 7 Jours».
Die MT1.1 «Le Tourbillon 7 Jours».RMS
Die MT1.1 «Le Tourbillon 7 Jours».
Die MT1.1 «Le Tourbillon 7 Jours».RMS
Die MT1.1 «Le Tourbillon 7 Jours».
Die MT1.1 «Le Tourbillon 7 Jours».RMS
Tedeschi hat einen Entwicklungsplan für zwölf Kaliber entworfen, gegliedert in vier Akte: Energie und Gangreserve, astronomische Komplikationen, Chronographen und schliesslich Schlagwerke. Den Abschluss soll eine grosse Komplikation bilden, die das Wissen aus den vorangegangenen Entwicklungen vereint.
Die MT1.1 «Le Tourbillon 7 Jours».
Die MT1.1 «Le Tourbillon 7 Jours».RMS
Die MT1.1 «Le Tourbillon 7 Jours».
Die MT1.1 «Le Tourbillon 7 Jours».RMS
Ob er diesen ehrgeizigen Plan verwirklichen kann, bleibt abzuwarten. Die Voraussetzungen hat er sich jedenfalls geschaffen. Während andere unabhängige Uhrmacher zuerst eine Marke gründen und dann nach Fertigungspartnern suchen, hat Tedeschi den umgekehrten Weg gewählt. Er hat zuerst die Manufaktur aufgebaut, in der seine Ideen Wirklichkeit werden sollen.

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