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François-Henri Bennahmias

«Mein Name kommt nie aufs Zifferblatt»

Ex-CEO von Audemars Piguet, Gründer von The Honourable Merchant Group, über seine Uhrenmarke N3W5 und den zähen Start ins Unternehmertum.

Iris Kuhn Spogat

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«Es war eine Achterbahnfahrt, die Gruppe aufzubauen, die richtigen Marken zu finden und das Geschäft zu strukturieren», sagt François-Henri Bennahmias über sein Unternehmertum. ©Threedotsphotography / PR

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Herr Bennahmias, als ich den Namen N3W5 das erste Mal sah, war mein erster Gedanke: «Wie kommt man auf so was?» Dann wird er ja auch noch als «News» ausgesprochen ... Das ist unser Metier, nicht Ihres.

(Lacht.) Ich mag den Namen. Er ist einfach und bringt genau auf den Punkt, was wir tun wollen. Er steht für North, East, West and South (Norden, Osten, Westen und Süden). Und dafür, dass ich mit talentierten Menschen aus aller Welt zusammenarbeiten möchte, auch wenn letztendlich alles in der Schweiz hergestellt wird. Da «News» nicht markenrechtlich geschützt werden konnte, haben wir das E durch eine 3 und das S durch eine 5 ersetzt.

Warum haben Sie die Marke nicht einfach nach sich selbst benannt? Max Büsser hat es mit MB&F getan und Jean-Claude Biver mit Biver.

Das ist eine Frage der Philosophie. Mein Name wird niemals auf einem Zifferblatt stehen. Niemals.

Ernsthaft?

(Lacht.) Touché. Ich werde meine Initialen in das Uhrwerk der ersten 100 Uhren jeder Kollektion eingravieren. Sehr klein und gut versteckt. Ein kleines Geheimnis.

Sie haben Ihre erste Uhr auf Ende 2027 angekündigt, also in etwa anderthalb Jahren. Warum machen Sie die Ankündigung schon heute?

Weil ich schon viele Ankündigungen gemacht habe. Ich habe gesagt, dass ich in die Uhrenindustrie zurückkehren möchte, habe Zeitpläne genannt, sie verschoben, und dreimal standen wir kurz davor, De Bethune als unsere Marke anzukündigen. Irgendwann habe ich beschlossen: Genug. Hören wir auf, dem hinterherzulaufen, und konzentrieren uns stattdessen nur darauf, unsere eigene Marke aufzubauen.

Warum hat De Bethune Sie so lange aufgehalten?

Weil ich das Unternehmen wirklich kaufen wollte. Während dieser Verhandlungen habe ich die Entwicklung meiner eigenen Marke praktisch auf Eis gelegt – für ganze acht Monate. Wir hätten zusammen etwas Aussergewöhnliches aufbauen können. Aber am Ende musste ich einsehen, dass unsere Philosophien und Unternehmenskulturen einfach nicht kompatibel waren.

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Die Investitionen belaufen sich auf 30 Millionen Franken. Wie viel von Ihrem eigenen Geld haben Sie investiert?

Ich habe die gesamte Entwicklung der THMG-Gruppe bis zu diesem Zeitpunkt persönlich finanziert. Die 30 Millionen Franken beziehen sich speziell auf das Uhrengeschäft. Jetzt hole ich zum ersten Mal externe Investoren an Bord. Zwei haben bereits zugesagt, und das grosszügiger als erwartet. Bis Ende August sollte die Finanzierung weitgehend stehen.

Liege ich richtig mit der Annahme, dass sich alles als etwas schwieriger herausgestellt hat, als Sie erwartet hatten?

Absolut. Unternehmertum ist anders – und schwieriger –, als ich es mir vorgestellt habe. Komischerweise war die Finanzierung des Projekts nicht der schwierige Teil. Stattdessen war es eine Achterbahnfahrt, die Gruppe aufzubauen, die richtigen Marken zu finden und das Geschäft zu strukturieren. Viele fanden meine Ideen toll, bis ich erklärte, dass die Mitarbeiter an der Wertsteigerung des Unternehmens beteiligt werden sollten – das machte den Aufbau der Holding-Struktur komplizierter.

Was wird N3W5 anders machen als andere Uhrenmarken?

Ich möchte die Menschen sichtbar machen, die den Wert erschaffen. Nach unserer Ankündigung erhielten unsere Lieferanten Nachrichten von Kollegen, in denen es hiess: «Zum ersten Mal bekennt sich eine Marke nicht nur öffentlich zu ihren Partnern, sondern beteiligt sie auch direkt am Erfolg.» Genau das möchte ich ändern. Luxus sollte sich nicht nur über prächtige Boutiquen und schönes Dekor definieren. Luxus wird von Menschen geschaffen.

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Und das ferne Ziel?

Ich habe mit Audemars Piguet zweimal den Grand Prix d’Horlogerie de Genève gewonnen, und ich möchte ihn mit N3W5 noch einmal gewinnen. Das ist mein Traum. Und wenn es so weit ist, werde ich nicht allein auf die Bühne gehen. Unsere Lieferanten werden ebenfalls im Publikum sitzen. Ich werde einfach sagen: «Geht hoch. Es ist eurer. Geniesst diesen Moment.» Sie sind diejenigen, die die Uhr gebaut haben. Sie verdienen den Applaus.

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