Favreβ―Leuba wurde 1737 gegrΓΌndet und gilt als eine der Γ€ltesten noch existierenden Uhrenmanufakturen der Welt. Ihre Geschichte ist kein stetiger Fluss, sondern ein Auf und Ab: Nach langer Zeit in Familienbesitz und Herausforderungen durch die Quarzkrise hatte Favre Leuba sehr unterschiedliche Besitzer, darunter Benedom, LVMH und die TataβGruppe.
Einige haben in jΓΌngerer Vergangenheit versucht, die Marke in Schwung zu bringen β und wieder kapituliert, darunter Branchenveteran Thomasβ―Morf, der zu Beginn der 2010er-Jahre in die strategische MarkenfΓΌhrung involviert war, dann als CEO der Inder Vijeshβ―Rajan in der Tata-Phase, der schliesslich vom Walliser Uhrenmanager Philippeβ―Roten abgelΓΆst worden ist. Dieser wollte die Marke zusammen mit Investoren von Tata ΓΌbernehmen, um sie unabhΓ€ngig weiterzufΓΌhren. Ist ihm nicht gelungen, die Wiederbelebung auch nicht. Nach knapp zwei Jahren warf er das Handtuch.
Seit 2023 gehΓΆrt Favre Leuba einer Firma namens Silvercity Brands mit Sitz in Grenchen. Das Unternehmen, das mehrheitlich der mΓ€chtigen indischen Uhren-Industriegruppe KDDL gehΓΆrt, die unter anderem das Retailnetz Ethos besitzt, wurde einzig und allein dafΓΌr gegrΓΌndet, Favre Leuba neu aufzubauen. Der Baumeister: Patrik Hoffmann.
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Hoffmann hat viel Erfahrung mit Uhren, war zuvor CEO von Ulysseβ―Nardin und Executive Vice President bei WatchBox. Und es sieht ganz danach aus, dass er es schafft, das lamentable Schicksal von Favre Leuba ins Gegenteil zu kehren. Er sagt: Β«Wir sind auf Kurs.Β»
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zVgzVgzVgLucas Vuitel
Unter seiner FΓΌhrung kam es 2024 zu einem umfassenden Relaunch, der nicht nur eine klare strategische Ausrichtung und eine strukturiert aufgebaute Kollektion mit mehreren neuen Linien und zahlreichen Referenzen umfasst, sondern auch den Markenkern von Heritage, technischer Innovation und internationaler Positionierung wieder in den Vordergrund stellt (siehe Galerie). Unter Hoffmann ist die Marke inzwischen so weit erstarkt, dass sie an der diesjΓ€hrigen Watches and Wonders ausstellen darf.
Die Kombination aus Respekt vor der Geschichte und modernem, zeitgeistigem Design hat der Marke viel Aufmerksamkeit und gute Resonanz in Fachkreisen und bei Uhrenfans eingebracht. Β«Der Tourbillon fΓΌr 25'000 Franken, den wir letztes Jahr vorgestellt haben, ist ausverkauftΒ», sagt Hoffmann. Er ist stolz, und das zu Recht: Nach Jahrzehnten der Orientierungslosigkeit gilt die Marke dank ihm wieder als klar profiliert. Das, so erzΓ€hlen die Zahlen, die Hoffmann uns liefert, lockt sowohl Retailer als auch Sammler und neue Kunden an. Favre Leuba ist heute in 21 LΓ€ndern an 110 Verkaufsstellen vertreten. 2025 wurden 4000 Uhren verkauft und Β«fΓΌr dieses Jahr haben wir ΓΌber 8000 Uhren in ProduktionΒ». GrΓΆsster Markt ist derzeit noch Indien, das werde sich in den kommenden zwei, drei Jahren Γ€ndern.
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Sein jΓΌngster Effort zielt in Richtung USA. In Kollaboration mit der Uhrencommunity Timepiece 787 aus Puerto Rico hat er dafΓΌr an einem Klassiker der Marke gearbeitet. Die Deep Raider x Timepiece 787 geht direkt auf die legendΓ€re Favre-Leuba-Taucheruhr Deepβ―Blue von 1964 zurΓΌck. Hoffmann hat sie im Rahmen des MarkenβRelaunches als Deep Raider 2024 wiederbelebt: Der ursprΓΌngliche Stil und die funktionale Ausrichtung wurden beibehalten, der Zeitmesser aber technisch modernisiert. Und nun schickt er leicht adaptierte 25 StΓΌck als Deep Raider Revival x Timepieceβ―787 los als Startschuss fΓΌr den Marken-Relaunch in den USA.
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Im 39-Millimeter-StahlgehΓ€uses steckt das Automatikkaliber FLβ―D01, das auf dem Schweizer Laβ―JouxβPerret G100-Werk basiert und eine Gangreserve von 68β―Stunden schafft. Die Uhr ist bis 300 Meter wasserdicht.
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