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Favre Leuba reloaded

Neuer Chef, neuer Drive

An Favre Leuba sind schon manche Uhrenmanager gescheitert. Patrik Hoffmann hat nun offenbar den Kniff raus.

Iris Kuhn-Spogat

Nach Jahren der Unsicherheit erlebt die Schweizer Uhrenmarke Favre Leuba unter CEO Patrik Hoffmann eine Renaissance.
Nach Jahren der Unsicherheit erlebt die Schweizer Uhrenmarke Favre Leuba unter CEO Patrik Hoffmann eine Renaissance. Lucas Vuitel - MaVu

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Favre Leuba wurde 1737 gegründet und gilt als eine der ältesten noch existierenden Uhrenmanufakturen der Welt. Ihre Geschichte ist kein stetiger Fluss, sondern ein Auf und Ab: Nach langer Zeit in Familienbesitz und Herausforderungen durch die Quarzkrise hatte Favre Leuba sehr unterschiedliche Besitzer, darunter Benedom, LVMH und die Tata‑Gruppe.
Einige haben in jüngerer Vergangenheit versucht, die Marke in Schwung zu bringen – und wieder kapituliert, darunter Branchenveteran Thomas Morf, der zu Beginn der 2010er-Jahre in die strategische Markenführung involviert war, dann als CEO der Inder Vijesh Rajan in der Tata-Phase, der schliesslich vom Walliser Uhrenmanager Philippe Roten abgelöst worden ist. Dieser wollte die Marke zusammen mit Investoren von Tata übernehmen, um sie unabhängig weiterzuführen. Ist ihm nicht gelungen, die Wiederbelebung auch nicht. Nach knapp zwei Jahren warf er das Handtuch.
Seit 2023 gehört Favre Leuba einer Firma namens Silvercity Brands mit Sitz in Grenchen. Das Unternehmen, das mehrheitlich der mächtigen indischen Uhren-Industriegruppe KDDL gehört, die unter anderem das Retailnetz Ethos besitzt, wurde einzig und allein dafür gegründet, Favre Leuba neu aufzubauen. Der Baumeister: Patrik Hoffmann.

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Hoffmann hat viel Erfahrung mit Uhren, war zuvor CEO von Ulysse Nardin und Executive Vice President bei WatchBox. Und es sieht ganz danach aus, dass er es schafft, das lamentable Schicksal von Favre Leuba ins Gegenteil zu kehren. Er sagt: «Wir sind auf Kurs.»
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Favre Leuba erweitert seine Chief Chronograph-Kollektion um zwei auffällige neue Zifferblattfarben: British Racing Green und ... zVg
Unter seiner Führung kam es 2024 zu einem umfassenden Relaunch, der nicht nur eine klare strategische Ausrichtung und eine strukturiert aufgebaute Kollektion mit mehreren neuen Linien und zahlreichen Referenzen umfasst, sondern auch den Markenkern von Heritage, technischer Innovation und internationaler Positionierung wieder in den Vordergrund stellt (siehe Galerie). Unter Hoffmann ist die Marke inzwischen so weit erstarkt, dass sie an der diesjährigen Watches and Wonders ausstellen darf.
Die Kombination aus Respekt vor der Geschichte und modernem, zeitgeistigem Design hat der Marke viel Aufmerksamkeit und gute Resonanz in Fachkreisen und bei Uhrenfans eingebracht. «Der Tourbillon für 25'000 Franken, den wir letztes Jahr vorgestellt haben, ist ausverkauft», sagt Hoffmann. Er ist stolz, und das zu Recht: Nach Jahrzehnten der Orientierungslosigkeit gilt die Marke dank ihm wieder als klar profiliert. Das, so erzählen die Zahlen, die Hoffmann uns liefert, lockt sowohl Retailer als auch Sammler und neue Kunden an. Favre Leuba ist heute in 21 Ländern an 110 Verkaufsstellen vertreten. 2025 wurden 4000 Uhren verkauft und «für dieses Jahr haben wir über 8000 Uhren in Produktion». Grösster Markt ist derzeit noch Indien, das werde sich in den kommenden zwei, drei Jahren ändern.

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The First Tourbillon von Favre Leuba.
The First Tourbillon von Favre Leuba.zVg
The First Tourbillon von Favre Leuba.
The First Tourbillon von Favre Leuba.zVg
Sein jüngster Effort zielt in Richtung USA. In Kollaboration mit der Uhrencommunity Timepiece 787 aus Puerto Rico hat er dafür an einem Klassiker der Marke gearbeitet. Die Deep Raider x Timepiece 787 geht direkt auf die legendäre Favre-Leuba-Taucheruhr Deep Blue von 1964 zurück. Hoffmann hat sie im Rahmen des Marken‑Relaunches als Deep Raider 2024 wiederbelebt: Der ursprüngliche Stil und die funktionale Ausrichtung wurden beibehalten, der Zeitmesser aber technisch modernisiert. Und nun schickt er leicht adaptierte 25 Stück als Deep Raider Revival x Timepiece 787 los als Startschuss für den Marken-Relaunch in den USA.
Das Modell Deep Raider Revival x Timepiece 787.
Das Modell Deep Raider Revival x Timepiece 787.zVg
Das Modell Deep Raider Revival x Timepiece 787.
Das Modell Deep Raider Revival x Timepiece 787.zVg
Im 39-Millimeter-Stahlgehäuses steckt das Automatikkaliber FL D01, das auf dem Schweizer La Joux‑Perret G100-Werk basiert und eine Gangreserve von 68 Stunden schafft. Die Uhr ist bis 300 Meter wasserdicht.

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