Zur Swatch Group gehören 16 Uhrenmarken und ein industrielles Ökosystem. Mit rund 32’000 Mitarbeitenden und einem Umsatz von 6,3 Milliarden Franken im Jahr 2025 gehört der Konzern zu den prägenden Akteuren in der Uhrenindustrie.
Im Jahr 1983 entstand unter der Führung von Nicolas G. Hayek aus der Fusion der beiden Schweizer Uhrengruppen SSIH (u. a. Omega, Tissot) und ASUAG (u. a. Longines, Rado, Certina, Mido, Hamilton) die SMH. Ziel der Zusammenlegung war es, die Schweizer Uhrenindustrie nach der Quarzkrise zu stabilisieren und international konkurrenzfähig zu machen. Aus dem Zusammenschluss wurde 1998 die Swatch Group.
Der Konzern ist seit 1985 börsenkotiert. Die Familie Hayek – repräsentiert von Konzernchef Nick Hayek, seiner Schwester Nayla Hayek in der Funktion der Verwaltungsratspräsidentin und deren Sohn Marc Hayek, Chef der Luxusuhrensparte und Verwaltungsratsmitglied – besitzt via Hayek-Pool rund 26 Prozent am Kapital und 44,5 Prozent der Stimmrechte.
2025 betrug der Umsatz 6,28 Milliarden Franken, unter dem Strich blieben nur 25 Millionen Franken Gewinn. Gründe dafür gibt es zahlreiche, denen die Swatch Group wie alle anderen Uhrenhersteller ausgeliefert ist. Darunter sind der starke Franken, die schwache Nachfrage in China und geopolitische Spannungen. Investoren kritisieren zudem hausgemachte Probleme, darunter riesige Lager und mangelnde Corporate Governance. Besonders laut bringt sich der amerikanische aktivistische Investor Steven Wood in Position: 2026 unternimmt er einen weiteren Versuch, in den Verwaltungsrat der Swatch Group gewählt zu werden, wie die NZZ schreibt. Die entsprechende Generalversammlung findet am 12. Mai statt.
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Was gehört eigentlich alles zur Swatch Group? Wir werfen einen Blick auf das Markenportfolio, das sich von der billigen Swatch bis zur hochkomplexen und teuren Breguet erstreckt – und auf zentrale Industriebetriebe des Konzerns.
Die 16 Uhrenmarken
Prestige- und Luxussegment
Breguet
Classique Souscription von Breguet.zVg
Classique Souscription von Breguet.zVg
Breguet zählt in der Uhrenwelt zu den prestigeträchtigsten Marken im Luxussegment. Die Marke feierte 2025 ihr 250-jähriges Bestehen – und hatte dank bemerkenswerten Neuheiten ein starkes Momentum.
Blancpain
Fifty Fathoms von Blancpain.zVg
Fifty Fathoms von Blancpain.zVg
Blancpain ist bekannt für hochwertige mechanische Uhren, klassische Designs und aufwendige Komplikationen wie Mondphasen und Tourbillons. Eine ihrer bekanntesten Kreationen ist die Taucheruhr Fifty Fathoms. 2025 präsentierte die Marke eine Weltneuheit: die Grande Double Sonnerie.
Glashütte Original
Original Senator Panorama Date von Glashütte.Glashütte
Original Senator Panorama Date von Glashütte.Glashütte
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Die Manufaktur aus dem sächsischen Glashütte gehört seit 2000 zur Swatch Group und fertigt hochwertige mechanische Uhren mit typischen Merkmalen der Glashütter Schule.
Harry Winston
Ocean Date Moon Phase von Harry Winston.PR
Ocean Date Moon Phase von Harry Winston.PR
Die Swatch Group hat Harry Winston 2013 für 750 Millionen Franken übernommen. Die Marke ist vor allem aus der Welt des Luxusjuwelenhandels bekannt. Seit Ende der 1980er-Jahre entwickelt die Marke auch komplexe Uhren in eigener Manufaktur in Plan-les-Ouates bei Genf.
Jaquet Droz
Catrina Skull von Jaquet Droz.RMS
Catrina Skull von Jaquet Droz.RMS
Die Marke geht auf den Uhrmacher und Automatenbauer Pierre Jaquet-Droz zurück und gehört seit 2000 zur Swatch Group. Heute steht sie für kunsthandwerklich gestaltete Zifferblätter – etwa mit Email oder Miniaturmalerei – und Automatenmechanik. Spezialität: die Herstellung von Einzelstücken für private Sammler.
Omega
Speedmaster Moonwatch von Omega.zVg
Speedmaster Moonwatch von Omega.zVg
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Omega ist das Zugpferd der Swatch Group und zählt zu den weltweit bekanntesten Luxusuhrenmarken. Berühmt wurde das Unternehmen insbesondere als offizieller Zeitnehmer der Olympischen Spiele (seit 1932) sowie durch die Speedmaster, die 1969 bei der ersten Mondlandung getragen wurde.
Oberes Preissegment
Longines
Longines-Museum in Saint-Imier.zVg
Longines-Museum in Saint-Imier.zVg
Gegründet 1832 in Saint-Imier BE, gehört Longines zu den traditionsreichsten Schweizer Marken. Historisch eng mit der Sportzeitmessung verbunden, positioniert sich das Unternehmen heute im sogenannt gehobenen Mittelpreissegment.
Rado
True Square Open Heart von Rado.zVg
True Square Open Heart von Rado.zVg
Rado ist vor allem für innovative Materialien bekannt. Seit Jahrzehnten experimentiert die Marke mit Hightech-Keramik und anderen besonders widerstandsfähigen Werkstoffen, die das Design vieler Modelle prägen. Preislich liegt Rado zwischen 900 und 6000 Franken.
Union Glashütte
Averin von Union Glashütte.PD
Averin von Union Glashütte.PD
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Union Glashütte, seit 2000 im Portefeuille, verbindet deutsche Uhrmachertradition mit sportlich-elegantem Design.
Mittleres Preissegment
Balmain
Beleganza von Balmain.zVg
Beleganza von Balmain.zVg
Balmain orientiert sich am Pariser Couture-Stil des gleichnamigen Modehauses. Die Uhren sind Swiss Made und kosten zwischen 350 und 1500 Franken.
Certina
DS-2 von Certina.zVg
DS-2 von Certina.zVg
Certina steht seit der Gründung im Jahr 1888 für Sportuhren, die viel aushalten. Charakteristisch ist das DS-Konzept («Double Security»), das für erhöhte Widerstandsfähigkeit sorgt. Die Uhren kosten von 300 Franken – mit Quarzwerk – bis 2000 Franken.
Hamilton
Khaki Field Murph von Hamilton.PR
Khaki Field Murph von Hamilton.PR
Hamilton gehört schon seit 1974 zur Gruppe. Ursprünglich in den USA gegründet, ist die Marke bekannt für Militär- und Fliegeruhren sowie für ihre Präsenz in zahlreichen Hollywood-Produktionen. Die Zeitmesser kosten zwischen 500 und 1500 Franken.
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Mido
Commander Datoday von Mido.Roda, Jimena
Commander Datoday von Mido.Roda, Jimena
Mido mit Sitz in Le Locle NE wurde 1918 gegründet und ist besonders auf internationalen Märkten stark vertreten. Die Marke setzt vor allem auf Automatikwerke mit langer Gangreserve und rangiert preislich im Bereich von 650 bis 2300 Franken.
Tissot
PRX von Tissot.PR
PRX von Tissot.PR
Tissot gehört zu den volumenstärksten Marken der Gruppe. Seit 1853 ist Tissot mit Sitz in Le Locle eine wesentliche Stütze des Konzerns und auf Wachstumskurs. Das Sortiment: breites Angebot (für jeden Geschmack etwas) und innovative Erfolgsmodelle wie die PRX und die PRC Solar. Preislich kosten die Zeitmesser 250 bis 1200 Franken.
Basissegment
Swatch
Swatch-Hauptsitz in Biel.Swatch Ltd.
Swatch-Hauptsitz in Biel.Swatch Ltd.
Swatch wurde in den 1980er-Jahren zum Symbol für die Wiederbelebung der Schweizer Uhrenindustrie. Mit der Moonswatch‑Kollektion – einer Kollab Swatch x Omega – hat Swatch 2022 einen Coup gelandet. 2025 wurde ein System zur Personalisierung von Uhren eingeführt, AI Dada.
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Flik Flak
Garden Friends von Flik Flak.zVg
Garden Friends von Flik Flak.zVg
Flik Flak sind Uhren für Kinder – verspielt, strapazierfähig und mit einem Preis von 40 bis 65 Franken günstig.
Ein industrielles Ökosystem
Zahlreiche Tochterunternehmen der Swatch Group produzieren zentrale Komponenten der Uhrmacherei – von Uhrwerken über Spiralfedern bis hin zu Gehäusen. Die Swatch Group fertigt nahezu sämtliche Bauteile für die Uhren ihrer 16 Uhrenmarken – und beliefert auch die Schweizer Uhrenindustrie. Ein Ausschnitt (alphabetisch).
Comadur
Comadur produziert synthetische Saphire sowie Keramikkomponenten, die unter anderem für Uhrengläser und Gehäuse eingesetzt werden.
ETA
ETA gehört zu den wichtigsten Herstellern mechanischer und quarzgesteuerter Uhrwerke weltweit. Viele Marken der Gruppe greifen auf ETA-Kaliber als technische Basis zurück.
MOM Le Prélet
Das Unternehmen ist auf die Herstellung hochwertiger Zifferblätter spezialisiert.
Nivarox-FAR
Nivarox-FAR produziert zentrale Komponenten des Schwingsystems mechanischer Uhren, insbesondere Unruhspiralen.
Rubattel & Weyermann
Auch dieses Unternehmen konzentriert sich auf die Produktion von Zifferblättern für verschiedene Marken des Konzerns.
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Ruedin
Ruedin ist auf die Herstellung von Uhrengehäusen spezialisiert.
Universo
Universo gehört zu den führenden Herstellern von Uhrzeigern in der Schweiz.
Last but not least: Zeitmessung
Mit Swiss Timing betreibt die Swatch Group zudem einen weltweit führenden Anbieter für Sportzeitmessung. Das Unternehmen steht unter anderem hinter der Zeitnahme bei Olympischen Spielen sowie bei zahlreichen internationalen Wettbewerben.
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