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Bulgari-CEO Jean-Christophe Babin

«Der Beste war ich kaum»

Als CEO hat Jean-Christophe Babin aus Bulgari eine Schlüsselmarke im LVMH-Konzern gemacht. Nun gibt er seinen Posten ab.

Iris Kuhn Spogat

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Für Jean-Christophe Babin endet seine Karriere als CEO – 13 Jahre bei TAG Heuer und 13 Jahre bei Bulgari. Beide sind Marken des Luxuskonzerns LVMH. Torvioll Jashari

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Als CEO hat er die römische Schmuckmarke Bulgari wesentlich verändert und geprägt: Der Umsatz ist in seiner Ära von unter einer Milliarde Euro auf über drei Milliarden gestiegen, und Bulgari gilt als Wachstumstreiber. Acht letzte Fragen an ihn als CEO.

Herr Babin, Ende Juni treten Sie nach 26 Jahren als CEO ab. Ihre Pläne?

Ich werde irgendwann ein normales Leben mit meiner Frau führen, die ich in den letzten zehn Jahren nur an Wochenenden und Feiertagen gesehen habe. Wir werden reisen und die Welt neu entdecken. Ich war zwar an einigen der schönsten Orte der Welt, aber ohne sie wirklich zu sehen. Ausserdem bin ich inzwischen Grossvater. Mein Enkelkind habe ich in 18 Monaten erst dreimal gesehen, das ist nicht genug.

Sie gehen also in Rente?

Nein. Ich werde weniger intensiv arbeiten und mein Berufs- und Privatleben besser ausbalancieren. Mehr kann ich dazu noch nicht sagen – ausser: LVMH und Bulgari möchten offenbar weiterhin von meiner Erfahrung profitieren.

Kein Wunder, Sie gelten als erfolgreichster Manager im LVMH-Konzern.

Der Beste war ich kaum. Aber sicherlich ein starker und verlässlicher Manager. Ich war immer ergebnisorientiert. Es hat mir nie gereicht, dass TAG Heuer und Bulgari gut sind, ich wollte immer besser sein als alle anderen – in Bezug auf Kreativität und Begehrlichkeit. Diesen Geist habe ich hierhergebracht.

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Performance?

Ich bin zufrieden. Wenn Sie die Geschäftsberichte von LVMH von 2000 bis 2025 betrachten und die Zahlen für Uhren und Schmuck analysieren, werden Sie die bedeutenden Beiträge von TAG Heuer und Bulgari verstehen. Heute ist Bulgari eine Schlüsselmarke der Gruppe. In meiner Amtszeit gab es kein Jahr ohne bedeutende Gewinne – auch während Covid. Und wir haben mit Bulgari und TAG Heuer am Grand Prix d’Horlogerie 20 Preise gewonnen, zweimal die Aiguille d’Or.

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Worauf sind Sie am meisten stolz?

Dank mir wurde aus Bulgari «Bulgari Roma» – ich habe das Bewusstsein für dieses grossartige Erbe tief in der Identität der Marke verankert. Heute ist es ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs. Zudem habe ich starke Teams aufgebaut, bei uns ist es ja wie im Fussball: Der beste Torschütze nützt nichts, wenn die anderen nicht mitspielen. Last but not least: Laura Burdese wird CEO. Sie ist eine Frau, eine Italienerin und eine talentierte Führungskraft, die in den vergangenen vier Jahren massgeblich zum Erfolg beigetragen hat. Deshalb habe ich sie auch als Nachfolgerin empfohlen.

Hatten Sie persönlich je ein Vorbild?

Das mag arrogant klingen, aber die Antwort lautet: nein. Ich wurde als Freigeist geboren und so erzogen; meine Eltern legten grossen Wert darauf. Ich war nie schüchtern, nie ängstlich. Ich habe immer gesagt und getan, was ich denke und für richtig empfinde. Erst vor Kurzem sagte ein Vorgesetzter zu mir: «Du bist schwieriger zu führen als andere, weil du frei bist.»

Hat er einfach so gesagt?

Nein. Er sagte das, weil ich vor einem Monat in den Nahen Osten gereist bin, obwohl mir aus Sicherheitsgründen dringend davon abgeraten wurde. Ich bestand darauf, bot sogar an, dafür Urlaubstage zu nehmen oder ein Dokument zu unterschreiben, in dem ich bestätige, dass ich allein die Verantwortung trage, falls mir etwas passieren sollte. Bref: Ich bin gefahren – und das war wichtig für die Teams dort. Ausserdem kam ich mit mehreren neuen grossen Projekten für Bulgari zurück.

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Gibt es auch etwas, das Sie bedauern?

Wie kann es sein, dass ich bereits 67 Jahre alt bin!? Ich habe gar nicht bemerkt, wie ich älter geworden bin, und das macht mir Angst. Mein Arzt sagt, mein biologisches Alter liege bei 55 Jahren, und innerlich fühle ich mich noch viel jünger. Aber Fakt ist, statistisch gesehen habe ich noch 15 Jahre zu leben, mit etwas Glück vielleicht 20. Ich finde das brutal, und deshalb werde ich kürzertreten.

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