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UBS: Bank oder Behörde?

Das erste ­Halbjahr war für die UBS ein Semester zum Vergessen. Noch hat sie viele Stärken. Doch wie der Kurs steigen soll, bleibt unklar.

Dirk Schütz

A relief sculpture hangs above the entrance to the UBS headquarters on Bahnhofstrasse in Zurich, Switzerland, on Tuesday, Feb. 9, 2010. UBS AG, the European bank with the biggest losses from the credit crisis, said withdrawals by wealthy clients accelerated in the fourth quarter, even as thecompany reported its first profit in more than a year. Photographer: Reto Andreoli/Bloomberg

Renoviert: Der Hauptsitz an der Bahnhofstrasse 45 wurde zu Jahresbeginn frisch bezogen – und gilt bei manchen Investoren als Symbol für mangelnde Kostendisziplin.

Bloomberg

Axel Weber war in seinem Element. Das International Institute of Finance (IIF) hatte nach Tokio geladen, und mehr als 1000 hochkarätige Finanzleute hatten sich Anfang Juni im «Grand Hyatt» eingefunden. Für den UBS-Präsidenten ein Termin auf der geliebten grossen Bühne: Vor drei Jahren hatte er auch das Präsidium des globalen Verbandes übernommen, der als beste Networking-Plattform der Finanzbranche gilt. Erst eröffnete er die Konferenz mit einem Panel zum «Global Outlook», dann parlierte er mit dem britischen Notenbankchef Mark Carney so geschliffen, dass sich die Zuhörer fragten: Wer ist eigentlich der bessere Notenbanker? Die UBS war kein Thema, der Ex-Bundesbank-Chef glänzte einmal mehr in der Rolle des Weltenerklärers – als bester Chef, den die Europäische Zentralbank nie hatte.

Zu Hause ist die Stimmung nicht ganz so gut. Seit sieben Jahren steht der Deutsche an der Spitze der Schweizer Bankenikone, doch so heftig wie jetzt war der Gegenwind noch nie. Erst die leidige Nachfolgedebatte um CEO Sergio Ermotti, die er zu Jahresbeginn selbst befeuerte («Wir denken darüber nach, wie wir die Bank unseren Nachfolgern übergeben»). Dann die happige Busse von 4,5 Milliarden Euro aus Frankreich, die nicht nur den Ruf des bisher unantastbaren General Counsel Markus Diethelm ankratzte, sondern vor allem die UBS-Aktie nach dem schon verheerenden letzten Jahr (minus 32 Prozent) weiter abschmelzen liess – der Titel ist der schlechteste SMI-Wert in diesem Jahr und liegt sogar unter der lange belächelten Credit Suisse.

Nachfolgesuche mit angezogener Handbremse

UBS-Präsident Axel Weber lanciert die Nachfolgesuche für die Bankspitze. Doch das schwächt CEO Sergio Ermotti nicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

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