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Steuerprozess in Frankreich

UBS: Hoch gepokert und doch schuldig gesprochen

Das Urteil gegen die UBS im Steuerprozess in Frankreich ist gefallen: Die Grossbank wurde zu einer Rekordbusse verurteilt.

UBS
UBS in Zรผrich: Die grรถsste Schweizer Bank muss eine Busse von 3,7 Milliarden Euro bezahlen. KEYSTONE/Ennio Leanza

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Im Prozess am Pariser Strafgerichtshof gegen die UBS, in dem es im Kern um den Vorwurf von Geldwรคscherei und Beihilfe zur Steuerhinterziehung geht, haben die Richter am Mittwoch ihr Urteil verkรผndet. Die grรถsste Schweizer Bank wurde dabei schuldig gesprochen und muss eine rekordhohe Busse von 3,7 Milliarden Euro bezahlen.

Die franzรถsische UBS-Tochter wurde fรผr die obigen Vergehen ebenfalls schuldig gesprochen und wurde zu einer Busse von 15 Millionen Euro verurteilt. Das Gericht sprach von einem ยซaussergewรถhnlich schwerenยป Vergehen der Bank.

Zusรคtzliche Schadenersatzzahlungen

Ausserdem muss die Bank Schadenersatzzahlungen in Hรถhe von 800 Millionen Euro an den franzรถsischen Staat zahlen. Dieser hatte 1,5 Milliarden gefordert. Der Anwalt der Republik hatte den Aufbau eines ausgeklรผgelten Betrugs- und Geldwรคschereisystems beanstandet. Im Juli 2014 hatte die UBS bereits eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen mรผssen.

Begonnen hatte der Prozess gegen die UBS am 8. Oktober. Vor dem franzรถsischen Strafgericht musste sich die Grossbank gegen die Vorwรผrfe der Geldwรคscherei und unerlaubten Anwerben von Kunden verteidigen. Auf der Anklagebank sassen auch sechs gegenwรคrtige und ehemalige UBS-Manager.

Group General Counsel Markus Diethelm UBS Frankreich
Rรผckschlag: Markus Diethelm, der Chefjurist der UBS, vor dem Gericht in Paris.Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.
Group General Counsel Markus Diethelm UBS Frankreich
Rรผckschlag: Markus Diethelm, der Chefjurist der UBS, vor dem Gericht in Paris.Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.
Die Bank habe franzรถsische Kunden dazu angestiftet, Gelder am Fiskus vorbeizuschmuggeln, warf die Staatsanwaltschaft der Bank vor. Zwischen 2004 und 2012 seien in Frankreich Kunden von Bankern aus der Schweiz angeworben worden, was das franzรถsische Recht als illegal taxiert. Die Tochter UBS France soll fรผr die Anwerbung reicher Kunden exklusive Anlรคsse organisiert haben. So wurden die Kunden etwa ans Tennisturnier Roland Garros, Golfturniere oder Konzertabende eingeladen.

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UBS-Aktie stark unter Druck

Die UBS hatte die Anschuldigungen stets zurรผckgewiesen und will nun Berufung einlegen, wie sie angekรผndigt hat. In einer frรผheren Stellungnahme hatte die Bank festgehalten, dass sie ยซklare und prรคzise Argumenteยป vorgebracht habe und der ยซAnklage die Grundlage fรผr diesen Fallยป fehle.

Die UBS hat gemรคss ihrem Geschรคftsbericht per Ende 2018 fรผr die Bereiche 'Global Wealth Management' und 'Personal & Corporate Banking' Rรผckstellungen รผber 716 Millionen US-Dollar getรคtigt.

Die UBS-Aktie hat stark auf die ersten News zum Urteil reagiert und bรผsst zur Berichtszeit um 14.20 Uhr 3,4 Prozent ein (SMI +0,5%).



(awp/ccr)

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