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Hybride Antriebe

Zwischen Vernunft und Vollgas

Grüne Antriebe, Modelle aus Asien und legendäre Sportwagen zeigen: Die Schweizer Autowelt befindet sich im Wandel.

Wilma Fasola von Handelszeitung

Hybridmodelle sind nicht mehr nur eine Übergangslösung, sondern sehr beliebt.
Hybridmodelle sind nicht mehr nur eine Übergangslösung, sondern sehr beliebt.Jayson Fong

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Wer in Zürich, Genf oder Basel in ein Taxi oder ein Uber-Fahrzeug steigt, sitzt oft auf dem Rücksitz eines Toyotas. Ob Corolla, Camry oder der Klassiker Prius: Die Modelle des japanischen Automobilriesen gehören zum vertrauten Bild des gewerblichen Personenverkehrs – in der Schweiz ebenso wie in vielen anderen Ländern. Dass gerade Vielfahrer, Flottenbetreiber und Chauffeure seit Jahren auf diese Fahrzeuge setzen, ist längst kein Zufall mehr, sondern das Ergebnis ökonomischer Kalkulation. Denn wo tagtäglich Hunderte Kilometer im Stop-and-Go-Verkehr gefahren werden, zählen vor allem drei Faktoren: niedriger Treibstoffverbrauch, minimale Wartungskosten und hohe Zuverlässigkeit. Der Blick auf die Schweizer Marktdaten unterstreicht diese Dominanz im gewerblichen Sektor für Toyota eindrücklich. Der Anteil an Gewerbe- und Flottenkunden liegt bei den Toyota-Vollhybriden aktuell bei beachtlichen 57 Prozent, bei den Plug-in-Hybriden (PHEV) sind es 43 Prozent. Flottenmanager schätzen neben der betrieblichen Effizienz und den tiefen Total Costs of Ownership (TCO) vor allem die hohe Wertbeständigkeit. Toyota verweist hier auf ein starkes Kundenargument. «Ein Grund sind die sehr guten Restwerte, die Toyota-Fahrzeuge dank der nun auf 15 Jahre und 250'000 Kilometer erweiterten Toyota-Relax-Garantie erzielen», heisst es aus Unternehmenskreisen. Dieses Sicherheitsversprechen unterstreicht das hohe Vertrauen in eine Technologie, die sich im harten Alltagseinsatz seit Jahrzehnten bewähren muss.

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Die Renaissance der Doppelmotoren

Nachdem reine Elektroautos in den letzten Jahren medial und politisch den Diskurs dominiert haben, verzeichnen hybride Antriebsformen nun wieder spürbare Verkaufszuwächse. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist das Umdenken in vielen Unternehmensflotten. Firmensprecher und Fuhrparkleiter stehen vor der Herausforderung, ökologische Vorgaben mit den harten Realitäten des Arbeitsalltags zu vereinen. Das Prinzip ist dabei einfach: den Mitarbeitenden das Beste aus zwei Welten bieten. Einerseits die unkomplizierte Langstreckentauglichkeit ohne zeitraubende Ladestopps oder Reichweitenangst bei Fahrten quer durch die Schweiz. Andererseits eine saubere, leise und emissionsarme Alternative für Kurzstrecken und den urbanen Pendlerverkehr. Da die rein elektrischen Reichweiten – insbesondere bei den modernen Plug-in-Hybriden – kontinuierlich steigen und im Alltag immer grössere Distanzen abdecken, entwickelt sich der Hybridantrieb vom einstigen Kompromiss zur bevorzugten Allroundlösung für Schweizer Flotten und Privatpersonen.
Um den Erfolg der Technologie zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die technischen Unterschiede. Hier ist es wichtig, zu wissen, dass «Hybrid» kein geschützter Begriff ist. «Es gibt somit viele Mitbewerber auf dem Markt, die mit Hybriden werben, die aber oft nur ein Micro- oder Mild-Hybrid sind. Zudem wird bei Plug-in-Hybriden oftmals einfach eine Batterie mit einem kleinen, turboaufgeladenen Verbrennungsmotor kombiniert, was zu hohen Verbrauchen führt, wenn die Batterie entladen ist», so das Statement. Bei Toyota-Vollhybriden spricht man hingegen von einem sehr ausgereiften und optimierten Vollhybridsystem, das auch bei den Plug-in-Hybriden zu sehr niedrigen Verbräuchen führt.

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Vielfalt statt Monokultur

Während einige Hersteller radikal auf reine Elektroautos setzen, verfolgt Toyota weiterhin eine Multi-Path-Strategie. Der Konzern formuliert es so: «Das bedeutet, unterschiedliche Antriebe anzubieten, die auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse, Marktbedingungen und lokale Infrastruktur in den verschiedenen Regionen der Welt zugeschnitten sind.» Auf dem Weg zur CO2-Neutralität solle niemand zurückgelassen werden, so der Ansatz, den auch viele andere Mitbewerber verfolgen. Nun aber trifft diese Positionierung auf einen Schweizer Markt, in dem sich die Antriebslandschaft auffächert. 2025 entfielen laut Auto-Schweiz rund 35 Prozent der Neuzulassungen auf Hybride, 22,8 Prozent auf reine Elektroautos und 11,2 Prozent auf Plug-in-Hybride. Der Fahrzeugbestand verändert sich wegen der langen Haltedauer aber nur langsam: Laut TCS machten Hybride 2025 rund 9 Prozent, Steckerfahrzeuge 8 Prozent aus; Benzin- und Dieselfahrzeuge zusammen noch fast 83 Prozent. Auch für die Schweiz gilt damit: Kein einzelner Antrieb wird alle Anwendungen abdecken. Der Vollhybrid bietet einen höheren elektrischen Fahranteil ohne Ladeinfrastruktur, der Plug-in-Hybrid verbindet elektrische Kurzstrecken mit der Reichweitenreserve eines Verbrenners – vorausgesetzt, die Batterie wird regelmässig geladen. Der Ausblick bleibt offen: Die Neuwagenflotte wird elektrischer, der Bestand aber bleibt vorerst gemischt. Der Hybrid ist damit weder blosse Übergangstechnologie noch für alle Anwendungen die Endlösung, sondern Teil eines vielfältiger werdenden Antriebsmixes.

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