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Schweizer Kantone: Statt Verluste Milliardengewinn

Schweizer Kantone: Leuchtende Zahlen 2010 (Bild: Keystone)

Vorsichtshalber schwarz gemalt: Statt tief rote Zahlen präsentiert die Mehrheit der Schweizer Kantone 2010 satte Überschüsse. Insgesamt belaufen sich die Gewinne der Kantone auf rund zwei Milliarden Franken.

Veröffentlicht 14.04.2011

Insgesamt rechneten die Schweizer Kantone für das Jahr 2010 mit erheblichen  Ausgabenüberschüssen. Doch es kam anders: 21 der 26 Kantone haben 2010 einen Gewinn von insgesamt gut zwei Milliarden Franken gemacht. Damit stehen alle Kantone zusammen um 3,3 Milliarden besser da als budgetiert.

Mit Waadt hat am Donnerstag der letzte Kanton seine Rechnung für das vergangene Jahr präsentiert. Die Berechnung der Nachrichtenagentur SDA zeigt: 21 Kantone verzeichnen Ertragsüberschüsse von insgesamt 2,17 Milliarden Franken. Nur 5 schreiben Verluste von 157 Millionen: Baselland, Neuenburg, Schaffhausen, Schwyz und Tessin.

Dieses Ergebnis steht in scharfem Kontrast zu den Prognosen - 16 Kantone hatten rote Zahlen prophezeit. "Der Unterschied rührt daher, dass man die Finanz- und Wirtschaftskrise auf zwei Seiten falsch eingeschätzt hat - sowohl was ihre Tiefe, als auch was ihre zeitliche Dauer anbelangt", sagte Christian Wanner, Präsident der kantonalen Finanzdirektoren (FDK), der SDA.

Düstere Prognosen für 2012

Mit den öffentlichen Finanzen gehe man nicht nach dem Prinzip Hoffnung um, sagte Wanner. Man wolle stattdessen auf der sicheren Seite stehen und budgetiere daher eher zurückhaltend.

Wanner schätzt das Jahr 2011 als "Übergangsjahr" ein, bevor die Zeiten wieder härter werden: "Die Prognosen sind düster." Ab 2012 wirken sich ihm zufolge vor allem die neue Spitalfinanzierung und die mutmasslich sinkenden oder ganz ausbleibenden Ausschüttungen der Nationalbank negativ auf die Kantone aus.

Der stellvertretende FDK-Sekretär Peter Mischler sprach gegenüber der SDA zudem von der Unternehmenssteuerreform II, die als "Damoklesschwert" über den Kantonen schwinge.

Präsident Christian Wanner geht davon aus, dass "einige Kantone in den nächsten drei bis vier Jahren nicht darum herumkommen werden, die Steuern zu erhöhen, die Ausgaben zu kürzen oder Schulden zu machen".

(cms/laf/sda)

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