Fehlbesetzungen auf Führungsebene waren schon immer teuer, doch der Preis für einen «Bad Hire» an der Spitze ist für Unternehmen mittlerweile existenzbedrohend geworden. Eine falsche Entscheidung kostet weit mehr als nur das Abfindungskonzept und die Headhuntergebühr. Bei Gehältern in dieser Kategorie, die im hiesigen Marktumfeld oft im hohen sechs- oder im siebenstelligen Bereich liegen, summiert sich der Schaden schnell auf Millionenbeträge. Zudem hat eine Fehlbesetzung an der Spitze Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen – intern wie extern. «Motivation, Engagement, Zufriedenheit und Eigenverantwortung der Mitarbeitenden leiden», erklärt C-Level-Coach Gudrun Happich. «Gleiches gilt für Innovation, Vertrauen, Reputation und Image der Organisation in Bezug auf die öffentliche Wahrnehmung.» Verschärfend kommt hinzu, dass es in der Regel zwei bis drei Jahre dauert, bis eine Position nach einer Fehlbesetzung wieder profitabel ist. In einer globalisierten Wirtschaft, die keine Verzögerungen duldet, ist dieser Zeitverlust kaum kompensierbar. Ein professionell organisiertes Recruiting in Verbindung mit einem strukturierten Onboarding minimiert dieses Risiko entscheidend.
Fachwissen allein reicht nicht
Allein im Januar 2025 haben weltweit 222 CEOs ihren Posten verlassen. «Ein neuer und trauriger Rekord», so Gudrun Happich. Und sie ergänzt: «Laut einer McKinsey-Studie sind Spitzenkräfte 400 Prozent produktiver als der Durchschnitt. Kein Wunder, dass Unternehmen sich Topperformer sichern wollen – und sich ebenso schnell wieder von ihnen trennen, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden.» Interessant ist in diesem Fall die Ursachenforschung. «80 Prozent scheitern nicht am Fachlichen, sondern an mangelnder politischer Klugheit, fehlender strategischer Positionierung oder der Unfähigkeit, Allianzen zu bilden», sagt Gudrun Happich. Oft werden fachlich starke Mitarbeitende nach dem Prinzip der «Bestenförderung» befördert, ohne sie ausreichend auf die völlig anderen Anforderungen der neuen Rolle vorzubereiten. «Das C-Level verlangt weniger operatives Handwerk als vielmehr strategische Weitsicht und die Fähigkeit, komplexe menschliche Geflechte zu steuern», so die Expertin. Daraus resultiert ein Paradoxon im modernen Recruiting. «Unternehmen investieren oft Unmengen in Headhunter, sparen dann aber am Onboarding-Coaching – dabei entscheidet sich genau dort der Erfolg», sagt die Expertin. «Doch viele Firmen denken immer noch, dass ein teuer eingekaufter Manager sich allein durchsetzen muss.» Daher liegt der Fokus meist auf der reinen Akquise, und die wird bis in die Fachkräfteebene hinein an externe Partner ausgelagert. Führende Personaldienstleister beweisen dabei, dass sie weit über das reine Recruiting eben auch beim Onboarding beratend tätig sind. Und sie verstehen ihr Handwerk weiterhin als «People-Business», in dem Algorithmen und KI lediglich als unterstützende Werkzeuge dienen, aber niemals den Menschen ersetzen können. Technologie kann heute Lebensläufe in Sekunden scannen, doch die wahre Tiefe, echte Empathie und der Aufbau belastbarer Beziehungen entziehen sich der rein digitalen Analyse. Und gute Personaldienstleister erkennen Potenzial und sehen, was gut ist. Denn wahre «Könner» werden immer noch oft übersehen. Sie treiben keine politischen Spielchen, und ihre Profile sind nicht auf maximale Lautstärke in sozialen Netzwerken optimiert.
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Die Grenzen der Algorithmen
Auch in der Schweiz ist der Markt an Personaldienstleistern gross. Und ihre Expertise ist gefragt. Denn wie erwähnt ist die Wahl des richtigen Recruitingpartners kein blosser operativer Vorgang mehr, sondern eine strategische «Lebensversicherung». Um in diesem komplexen Umfeld für Transparenz zu sorgen, hat Statista im Auftrag von Handelszeitung und PME die Marktführer identifiziert. Die vorliegende Bestenliste der Schweizer Personaldienstleister basiert auf einer Online-Umfrage durch Statista. Zwischen August und November 2025 wurden rund 8500 Teilnehmende befragt, darunter Personalexperten (Peers), Führungskräfte, HR-Verantwortliche und Kandidaten.
Um eine unverfälschte Datenbasis zu gewährleisten, wurde zunächst die berufliche Rolle der Befragten präzise eingeordnet. Auf Basis dieser validierten Daten konnten die Teilnehmenden bis zu zehn Empfehlungen aussprechen, wobei eine Datenbank mit vorrecherchierten Firmen als Orientierungshilfe diente. Um maximale Objektivität zu garantieren, musste jede Nennung auf persönlichen Erfahrungen beruhen. Eigenempfehlungen wurden konsequent ausgeschlossen, und sämtliche Angaben wurden durch Statista einer strengen Validierung unterzogen. Die detaillierte Analyse erfolgte in fünf spezialisierten Kategorien: Executive Search, Interim-Management, Professional Search, Temporärarbeit sowie Karriereportale. Dabei gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass im Bereich Executive Search spezialisierte Boutique-Beratungen oft in einem diskreten Umfeld agieren, während grosse, international tätige Unternehmen eher eine höhere Sichtbarkeit im Markt geniessen. Die Ranglisten müssen daher als Abbild der aktuellen Marktreputation und Weiterempfehlungsbereitschaft innerhalb der Schweizer Wirtschaft verstanden werden.