Containerschiffe werden immer grösser. Untereinander liefern sich die Reedereien einen regelrechten Wettkampf. Dabei sind die Aussichten der Schifffahrtindustrie alles andere andere als rosig.
Mit der zunehmenden Integration des Welthandels liefern sich die Reedereien einen Wettkampf um das grösste Containerschiff. Als die NYK Altair 1994 vom Stapel lief, konnte das grösste Schiff der Welt 4953 Standardcontainer (TEU) laden. Seither ging es mit den Kapazitäten rasant aufwärts. Screenshot YoutubeRMSOOCL California: Ablieferung 1995, Kapazität 5344 TEU.
InSapphoWeTrust/CC/FlickrRMSRegina Mærsk: Ablieferung 1996, Kapazität 7403 TEU.
Mærsk LineRMSSovereign Mærsk: Ablieferung 1997, Kapazität 8200 TEU.
Yennen-Gas/CC/wikimediaRMSCornelius Mærsk: Ablieferung 2000, Kapazität 8400 TEU.
Screenshot YoutubeRMSAxel Mærsk: Ablieferung 2003, Kapazität 8650 TEU.
Mærsk LineRMSGudrun Mærsk: Ablieferung 2005, Kapazität 9500 TEU. Das Bild zeigt die baugleiche Gunvor Mærsk aus dem selben Jahr.
Bernhard Fuchs/CC/flickrRMSEmma Mærsk: Ablieferung 2006, Kapazität 15'550 TEU.
Mærsk LineKeystoneMærsk McKinney-Møller: Ablieferung 2013, Kapazität 18'340 TEU.
Artur Andrzej/CC/wikimediaRMSCSCL Globe: Ablieferung 2014, Kapazität 18'982 TEU.
Keith Skipper/CC/flickrRMSMSC Oscar: Ablieferung 2014, Kapazität 18'982 TEU.
kees torn/CC/flickrRMSEtwas weniger Platz bietet die UASC Barzan mit einer Kapazität von 18'800 TEU. Dafür ist die Barzan aus dem Jahr 2015 mit 400 Metern ein paar Zentimeter länger als die CSCL Globe.
Frank Schwichtenberg/CC/wikimediaRMSDie unglaubliche Evolution der Containerschiffe zeigt diese Grafik von ABB. Das erste Containerschiff, die SS Ideal X von 1956, mit 96 TEU, war ein Zwerg im Vergleich zur gigantischen MSC Oscar. ABBRMS
Containerschiffe werden immer grösser – und dies trotz oder gerade wegen der zahlreichen Probleme der Schifffahrtsindustrie. Mit der Integration der Weltwirtschaft explodierte in den letzten zwanzig Jahren die Kapazität der grössten Frachter. Während die NYK Altair im Jahr 1994 noch 4953 Standardcontainer (TEU) laden konnte, ist man heute mit der MSC Oscar und den Schwesterschiffen MSC Oliver und MSC Zoe bei 18'982 TEU angelangt.
Das starke Wachstum der Schiffskapazitäten geht einher mit dem Ausbau der weltweiten Hafeninfrastruktur und Vorhaben wie dem Megaprojekt des Nicaragua-Kanals. Der soll wie der Panamakanal den Atlantik mit dem Pazifik verbinden.
Pessimistische Schifffahrtindustrie
Dass sich die Kapazität der grössten Schiffe in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat, ist der Tatsache geschuldet, dass Grösseneffekte immer wichtiger werden. Dabei sind die Aussichten der Schifffahrtindustrie alles andere als rosig. Die massiven Überkapazitäten an Schiffen drücken den Reedern auf die Stimmung. Eine Umfrage der in London ansässigen Firma Norton Rose Fulbright zeigte Anfang Juli, dass die Schifffahrtsindustrie so pessimistisch ist, wie seit der Finanzkrise nicht mehr.
Zwar werden heutzutage rund 90 Prozent der Stückgüter des Welthandels mit Containerschiffen transportiert. Gleichzeitig geraten die Frachtraten immer weiter unter Druck – nicht zuletzt wegen der neuen grossen Schiffe. So glauben laut Umfrage die meisten Vertreter der Industrie, dass künftig noch mehr Fracht mit Schiffen transportiert wird. Doch nur die Hälfte rechnet mit steigenden Frachtpreisen.
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Schweizer Reederei
Im Wettrüsten der Reedereien spielt übrigens auch die Schweiz eine Rolle. Die Mediterranean Shipping Company (MSC) hat ihren Sitz in Genf. Sie ist gegenwärtig die zweitgrösste Containerreederei nach der dänischen Mærsk Line und besitzt die grössten Containerschiffe der Welt.
Sehen Sie in der Bildergalerie oben, wie die Kapazitäten der grössten Containerschiffe in den letzten 20 Jahren zugenommen haben.