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Kult

Von Apple gelernt: Wie Elon Musk den Tesla-Hype schürt

Campierende Fans vor den Läden, begeistertes Publikum bei der Premiere, 130'000 Vorbestellungen: Der Rummel um Teslas erster Mittelklassewagen ist immens - und erinnert an ein anderes US-Unternehmen.

Marc Bürgi

Jetzt ist klar, wie der Tesla Model 3 aussieht: Konzernchef Elon Musk hat das erste Elektroauto für den Massenmarkt aus seinem Hause präsentiert. Viele technische Daten waren bisher nicht bekannt...
... nun ist es offiziell: Der Tesla Model 3 soll es von null auf 100 Kilometer in sechs Sekunden schaffen. Mit einer Batterieladung fährt das Auto rund 345 Kilometer weit. Tesla erlebte zur Präsentation einen regelrechten Ansturm.
Musk zufolge gab es in den ersten 24 Stunden gut 115'000 Vorbestellungen. In vielen Tesla-Filialen - auch in der Schweiz – standen die Menschen am Donnerstag Schlange, um mit 1000 Franken Vorschuss ein Fahrzeug zu reservieren.
Ein Grund für das Interesse ist der moderate Preis: Der neue Tesla soll in den USA rund 35'000 Dollar kosten, das sind etwa 33'600 Franken. Frühestens Ende 2017 ist das Auto erhältlich.Tesla
Elon Musk
... somit will Tesla die Produktion verzehnfachen: Letztes Jahr liefen in der Fabrik im kalifornischen Fremont über 50'000 Autos vom Band. Bald will Tesla auch in Europa und China Werke eröffnen.
Mit dem Model S hat Tesla den Durchbruch geschafft: Das Auto ist ein Verkaufsschlager - auch in der Schweiz ist es zurzeit die bestverkaufte Oberklasse-Limousine. Flickr/CC/anisoboy
Letzten Herbst lancierte Tesla den Nachfolger des S, seinen Luxus-Geländewagen Model X. Blickfänger des SUV sind die Flügeltüren.
Das erste Modell war der Roadster im Jahr 2008. Tesla bezeichnet den Elektroflitzer als das erste autobahntaugliche rein elektische Serienfahrzeug.
Tesla stellt seinen Käufern in vielen Ländern ein Netz an Schnellladestationen zur Verfügung, wo sie die Elektrowagen mit Strom betanken können. Ende 2016 sollen weltweit 900 dieser Stromtankstellen in Betrieb sein. Flickr
Telsa baut auch Batterien, und dies nicht nur, um die eigenen Autos auszustatten. Der Konzern verkauft seine «Powerwall»-Batterien an Hausbesitzer, welche den Strom aus Sonnenkollektoren speichen wollen. In der Schweiz vertreibt die Landi das Produkt.
Firmenchef Elon Musk beschränkt sich nicht auf Autos und Batterien: Mit seiner Firma Space X ist er in auch der Raumfahrt tätig. Das selbst gesteckte Ziel ist ambitiös: Space X soll mithelfen, den Mars zu besiedeln.Bilder: Keystone/Flickr/Tesla
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Jetzt ist klar, wie der Tesla Model 3 aussieht: Konzernchef Elon Musk hat das erste Elektroauto für den Massenmarkt aus seinem Hause präsentiert. Viele technische Daten waren bisher nicht bekannt... RMS

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Über 130'000 Kunden haben bereits einen Tesla Model 3 reserviert. Diese Zahl ist beeindruckend – der Elektroautobauer hat das Fahrzeug erst vor einigen Stunden vorgestellt. Tesla erhält damit auf einen Schlag einen Kredit von 130 Millionen Dollar, denn jeder Kunde leistet eine Anzahlung von 1000 Dollar. Schon gestern Donnerstag bildeten sich lange Schlangen vor den Tesla-Läden, auch in Zürich bestellten Hunderte Käufer das neue Auto.

Sie sollen einen Wagen für nur rund 35'000 Dollar (gut 33'600 Franken) bekommen, der mit Strom vollgetankt rund 345 Kilometer weit fahren kann und innert sechs Sekunden von null auf hundert Kilometer pro Stunde beschleunigt. Die Form erinnert an das Vorgängermodell S.

Meisterhafte Inszenierung

Wie diese Oberklasse-Limousine soll das Model 3 über Autopilot-Computer und viel Platz verfügen. Ende 2017 will Tesla ersten Kunden in den USA die Schlüssel übergeben. Experten trauen diesem Zeitplan allerdings nicht, schon seine früheren Modelle lieferte Tesla später als versprochen.

Tesla hat das Interesse gekonnt geschürt: Seit Monaten informiert der Konzern häppchenweise über das neue Auto; Präsentiert wurde es mit einer grossen Show heute am frühen Morgen Schweizer Zeit. Das Vorgehen erinnert an ein anderes Unternehmen aus den USA: Auch Apple inszeniert seine neue Produkte meisterhaft. Wenn der Techkonzern ein neues iPhone vorstellt, bilden sich rund um den Globus Schlangen vor den Geschäften, und die ersten Käufer lassen sich feiern.

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Es gibt eine weitere Parallele: Apple-Gründer Steve Jobs galt als Visionär, von seiner Ausstrahlung profitierte das Unternehmen. Tesla hat mit Elon Musk ebenfalls einen Chef mit Strahlkraft: Er sieht sich nicht als Autobauer, sondern will mit Tesla zur Energiewende beitragen.

Seine Elektroautos und Batterien sollen die gesamte Wirtschaft von dreckigen Energiequellen loslösen. Nebenbei engagiert sich Musk noch als Raumfahrtunternehmer und entwickelt eine Untergrundbahn für Kalifornien.

Ein bedeutender Unterschied

Doch zwischen Apple und Tesla gibt es einen zentralen Unterschied: Der Autobauer verdient kein Geld – Apple ist eine Gewinnmaschine und besitzt Milliarden Dollar an flüssigem Geld. Wer Tesla-Aktien kauft, vertraut darauf, dass Elon Musk seine Vision auch umsetzen kann.

Bislang hat er seinen Plan eingehalten: Die Oberklasse-Limousine S ist ein weltweiter Erfolg, alleine in der Schweiz fahren über 2500 der Autos herum. Und dem Konzern gelang es, innert kurzer Zeit ein weltweites Netz an Schnelllade-Stationen aufzubauen, wo die Kunden ihre Teslas mit Strom betanken können.

Steiler Weg

Tesla steht nun vor einer schwierigen Aufgabe: Mit dem Model 3 tritt es in Konkurrenz mit fast der gesamten Autoindustrie, viele Konzerne entwickeln eigene Elektrofahrzeuge. Und Tesla muss seinen Service und das Netz von Schnellladestationen erweitern, um Hundertausende von Käufern zu bedienen. Trotz der Herausforderung geniesst Tesla zurzeit das Vertrauen der Anlegerdie Aktie ist seit Monaten auf Aufwärtskurs.

Auch die mehr als hundertausend Besteller des Model 3 vertrauen darauf, dass Elon Musk ihnen ein gutes Auto liefert. Wobei es eine weitere Erkärung für die Bestellflut gibt: In den USA bietet der Staat Zuschüsse für Käufer von Elektroautos. Doch diese Subventionen laufen bald aus; somit lohnt es sich, früh das Auto zu kaufen. Und wer jetzt ein Model 3 bestellt, verpflichtet sich zu nichts. Die Besteller können vor Produktionsstart vom Kauf zurücktreten und Tesla retourniert das Geld.

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