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Verkehrsproblem: Elon Musk hat eine unterirdische Idee

Elon Musk hat ein neues Projekt: Der Tesla-Gründer will mit The Boring Company das Verkehrsproblem von Grossstädten lösen. Nun wurden erstmals Details zum neuen Projekt bekannt.

Gabriel Knupfer

Raketen, Mars, Autopilot: Tesla-Chef und Visionär Elon Musk hat zahlreiche spektakuläre Projekte initiiert. Eine Auswahl der Coups des Tausendsassas Musk:
Mehrweg-Raketen: Es gilt als Meilenstein der Raumfahrt: Im Dezember 2015 kehrt mit der «Falcon 9» erstmals eine Trägerrakete nach einer Mission heil und aufrecht zum Startplatz auf die Erde zurück. Nachdem sie elf Kommunikationssatelliten im All ausgesetzt hat, beschreibt sie in etwa die Bahn eines Kugelschreibers, der sich in der Luft um 180 Grad dreht. Auf dieser Kurve fliegt die «Falcon 9» zurück und landet elf Minuten nach dem Start wieder in Florida.
Im April 2016 bringt die «Falcon 9» erstmals einen Frachter auf den Weg Richtung Raumstation ISS. Zuvor waren einige Versuche gescheitert.
Mars-Siedlungen: Menschen auf dem Mars - im September 2016 stellt Musk detaillierte Ideen für eine Besiedlung des Planeten vor. Grosse Raumschiffe, die im All betankt werden können, sollen mindestens 100 Menschen und riesige Mengen Material transportieren. SpaceX will möglicherweise schon 2018 ein unbemanntes Raumschiff zum Mars schicken, ab 2025 könnten die ersten Menschen seiner Vision zufolge dorthin reisen.
Die Nasa schätzt, dass eine Reise nach derzeitigem technischen Stand rund acht Monate dauern würde.
Autopilot: Seit Oktober 2015 lässt der Elektroauto-Hersteller Tesla, an dessen Spitze Musk steht, seine Fahrzeuge automatisch die Spur und den Abstand halten. Ausserdem sollen sie auch die Spur wechseln und einparken können. Kritik an dem Fahrassistenz-System kommt auf, als einige Monate später der erste Mensch bei einem Unfall in einem vom Computer gesteuerten Auto stirbt.
Autonomes Fahren: Im Oktober 2016 teilt Tesla mit, dass das Unternehmen als erstes in der Branche alle seine künftigen Fahrzeuge zu selbstfahrenden Wagen machen will. Dafür werden neu gebaute Autos mit der nötigen Technik für komplett autonomes Fahren ausgerüstet. Musk sagt zum Zeitplan, dass es bis Ende 2017 zum Beispiel möglich sein solle, von Los Angeles nach New York gefahren zu werden, ohne auch nur einen Handgriff machen zu müssen.
Super-Ladestationen: Die sogenannten «Supercharger» brauchen rund 75 Minuten, um einen Tesla-Akku komplett aufzuladen und eine halbe Stunde für eine halbe Ladung. Vier Jahre nach Einführung gibt es Ende 2016 ein Netz von rund 4600 solcher Säulen.
Hyperloop: Mit einer «Hyperloop» genannten Röhre will Musk irgendwann in der Zukunft per Unterdruck Passagiere mit nahezu Schallgeschwindigkeit wie eine Art Rohrpost transportieren. Im August 2013 stellt er seine Pläne für auf Luftkissen schwebende Kapseln vor. Das Vorhaben berechnet er mit bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar.
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Was bringt ein schnittiger Tesla, wenn man den ganzen Tag im Stau steht? Dieses Problem beschäftigt Elon Musk – und wie meistens belässt es der Gründer von Tesla, SpaceX und Hyperloop nicht beim Nachdenken. Im Dezember verkündete er in einem Tweet das Verkehrsproblem von Los Angeles lösen zu wollen. Kurz darauf gründete Musk die Tunnelfirma The Boring Company (Deutsch: «Die Bohrloch-Firma» oder «Die langweilige Firma»).

Ende April wurden erstmals Details zum neuen Projekt bekannt. Die Firma, die vom SpaceX-Ingenieur Steve Davis geleitet wird, soll unter der Metropole Los Angeles ein Tunnelnetzwerk bohren. Darin werden Autos auf Schienen mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde bewegt. Der Transport erfolgt auf einem Behälter, der von der Strasse aus zugänglich ist und per Lift in den Untergrund befördert wird.

Praktikanten und Tesla-Mitarbeiter

In einem TED Talk versprach der Milliardär bis zu 30 Tunnelebenen auf denen die Autos und der Hyperloop – Musks zweites Hochgeschwindigkeitstransportsystem – verkehren sollen. Im Moment wird ein Testtunnel auf dem Parkplatz von SpaceX gebaut. Am Freitag ging zudem die Webseite der Firma online. Bisher ist sie bis auf ein Promovideo (siehe unten) und eine E-Mail-Adresse aber noch leer.

Für Musk ist The Boring Company ein Nebenprojekt. Bisher verwende er etwa «2 bis 3 Prozent» seiner Zeit auf das Projekt, berichtet «Business Insider». Zudem arbeiten Praktikanten und Tesla-Mitarbeiter teilzeit für die neue Firma.

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Neue Ideen für den Tunnelbau

Voraussetzung für die Revolution im Verkehrswesen ist die Reduzierung der Baukosten für Tunnel. Diese sind heute extrem hoch. Zum Vergleich: Die zwei Röhren des 57 Kilometer langen Gotthardbasistunnel kosteten 12 Milliarden Franken. Musk will den Preis mit einer neuen Bohrmaschine drastisch reduzieren. Diese soll gleichzeitig bohren und die Wände verstärken können.
Elon Musks neustes Projekt im Video:
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Über die Autoren
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer ist Redaktor Wirtschaft-Desk RMS für Blick und die Handelszeitung, für die er seit zehn Jahren arbeitet.

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