Abo

UBS streicht fast 10'000 Stellen - ein Viertel davon in der Schweiz

Die UBS schrumpft ihre Investment-Banking-Sparte. Bis 2015 will sie fast 10'000 Stellen abbauen, ein Viertel davon in der Schweiz. Carsten Kengeter, bisher Co-Chef im Investment Banking, verlΓ€sst die GeschΓ€ftsleitung.

ermotti_30_10_0.jpg
Baut radikal um: UBS-Chef Sergio Ermotti. (Bild: Keystone) RMS

Werbung

Die UBS hat den Abbau von rund 9500 Stellen angekΓΌndigt: Β«Bis 2015 wird UBS voraussichtlich noch rund 54'000 Mitarbeitende beschΓ€ftigenΒ», schreibt die Grossbank in einer Mitteilung. Mitte 2012 verfΓΌgte sie weltweit ΓΌber rund 63'500 Stellen.
Ein Viertel der Stellenstreichungen betrifft die Schweiz,  wo die Bank vor allem unterstΓΌtzende Funktionen der Investment Bank beispielsweise in den Bereichen Informatik oder Personaldienstleistungen reduziert.  Ansonsten dΓΌrfte der Jobabbau vor allem Zentren wie New York, London und Singapur treffen, wie ein Sprecher der UBS der Nachrichtenagentur sda sagte. Dort arbeiten die UBS-Investmentbanker hauptsΓ€chlich.
Ihr Investment Banking wird die Bank deutlich verkleinern. Vor allem zieht sie sich aus Teilen des Handels mit Obligationen und strukturierten Produkten zurΓΌck. Dies ist jener Teil der Investmentbank, in dem 2007 die Milliardenabschreiber ausgelΓΆst wurden, die zur Finanzkrise fΓΌhrten. Stattdessen sollen sich die Investmentbanker kΓΌnftig auf Beratung, Marktanalysen sowie den Handel mit Aktien, Devisen und Edelmetallen konzentrieren.
Ziel des Umbaus sei es, das Unternehmen zu transformieren und die Β«UBS der ZukunftΒ» zu schaffen. DafΓΌr muss der bisherige Co-Chef der Sparte, Carsten Kengeter, die UBS-Konzernleitung verlassen, wodurch Andrea Orcel, ein Vertrauter von Konzernchef Sergio Ermotti, alleiniger Chef der redimensionierten Investmentbank wird. Kengeter soll die nicht weitergefΓΌhrten GeschΓ€fte und Anlagen der Investmentbank verwalten.

Partner-Inhalte

Derzeit zΓ€hlt die UBS-Investment-Bank etwa 16'500 Mitarbeiter. Wie weit der Stellenbestand der Einheit in den nΓ€chsten drei oder vier Jahren sinken soll, gibt die Bank nicht bekannt.
Der geplante Umbau bΓΌrdet der UBS auch grosse finanzielle Lasten auf, die fΓΌr das dritte Quartal 2012 zu einem Reinverlust von 2,17 Milliarden Franken fΓΌhren. Ohne Sonderlasten hat die UBS in den Monaten Juli bis September vor Steuern 1,4 Milliarden Franken verdient.
KapitalrΓΌckfΓΌhrung an die AktionΓ€re
Die risikogewichtete Aktiven (RWA) des Konzerns gemΓ€ss Basel III sollen bis Ende 2017 weiter reduziert werden auf unter 200 Milliarden Franken. Die Investment Bank selber werde ab 1. Januar 2013 mit Basel-III-RWA von weniger als 70 Milliarden Franken operieren, so die Mitteilung.
Die AktionΓ€re sollen mit dem Teilabbau der Investment Bank wieder vermehrt im Vordergrund stehen. Das Ziel sei eine progressive KapitalrΓΌckfΓΌhrung an die AktionΓ€re bis zum Zeitpunkt der ErfΓΌllung der KapitalplΓ€ne fΓΌr die Zukunft. Danach geht die Bank davon aus, ihre AktivitΓ€ten mit einer AusschΓΌttungsquote von 50 Prozent oder mehr weiterfΓΌhren und ausbauen zu kΓΆnnen.
Nach Umsetzung dieser Massnahmen werde die UBS Β«innerhalb der Branche eine einzigartige PositionΒ» einnehmen - neben geringerer Beanspruchung von Kapital und Bilanz werde sie hohe Cashflows generieren, stΓ€rker auf ihre Kunden konzentriert und in der Lage sein, den Mehrwert fΓΌr ihre Mitarbeitenden und AktionΓ€re zu maximieren, heisst es dazu.

Werbung

Β«Wir sind bei der zusΓ€tzlichen VerstΓ€rkung unserer Kapitalbasis und bei der Reduktion der Kosten als auch der risikogewichteten Aktiven dem Zeitplan vorausΒ», wird Konzernchef Sergio Ermotti in der Mitteilung zitiert. Β«Heute haben wir die Chance, bei der Transformation unseres Unternehmens das Tempo zu erhΓΆhen. Diese Ausgangslage ist einzigartig und wird es uns ermΓΆglichen, das volle Potenzial unserer Marktposition auszuschΓΆpfen.Β»
(tno/aho/sda/awp)

Werbung