Apple hat auch 2015 wieder mehr fΓΌr Lobbyarbeit ausgegeben, das zeigen vor kurzem verΓΆffentlichte Zahlen des amerikanischen Center for Responsive Politics. Damit setzt sich ein Trend fort, der mit dem Wechsel an der Spitze des Technologieriesen von Steve Jobs zu Tim Cook begonnen hat.
Im letzten Jahr betrugen die Ausgaben von Apple in Washington 4,48 Millionen Dollar. Damit liess sich Cook die Lobbyarbeit nochmals fast 400'000 Dollar mehr kosten als im Jahr zuvor. Selbst der zuletzt bescheidenere Gewinn konnte den Trend nicht brechen. Ohne Zweifel kann sich Apple die Millionen leisten, seine Bargeldreserven betragen laut den letzten Informationen 215 Milliarden Dollar.
Rasante Aufholjagd
Unter Cooks VorgΓ€nger Steve Jobs waren die Ausgaben noch deutlich geringer. Pro Jahr gab Apple jeweils rund 1 Million Dollar aus, obwohl der Konzern damals schon eine Hausnummer war und die Konkurrenz erheblich mehr investierte. Jobs vermied es, sich in Politik einzumischen und Lobbyarbeit in Washington zu betreiben.
Die Lobbyausgaben des Techkonzerns entwickeln sich im Vergleich zur Elektronik-Branche atypisch, denn nach einem Hoch von rund 138 Millionen Dollar 2008 sanken die Branchenausgaben fΓΌr Lobbying 2015 auf 122 Millionen Dollar. Allein Lobby-BranchenfΓΌhrer Microsoft gab letztes Jahr mit 8,5 Millionen Dollar deutlich weniger als frΓΌher (2013: 10,5 Millionen Dollar) aus.
Branchenboom fΓΌhrt zu Lobbyboom
In der engverwandten Internetbranche allerdings explodieren die Ausgaben fΓΌr Lobbying fΓΆrmlich. 1998 noch gab die gesamte Branche zusammen nur wenig mehr als 1 Million Dollar aus, seither wΓ€chst der Betrag jedes Jahr deutlich. 2015 betrug die Gesamtsumme ΓΌber 55 Millionen, 8 Millionen mehr, als im Jahr zuvor. Top-Lobbyist ist hier die Google-Mutter Alphabet (16,5 Millionen Dollar) vor Facebook (10 Millionen Dollar) und Amazon (9,5 Millionen Dollar).
Einerseits liegt der Zuwachs am Branchenboom: Immer mehr Unternehmen haben immer mehr Geld zur VerfΓΌgung. Andererseits verfolgt Elektronik- und Internetbranche politisch oft die gleichen Ziele.
Steuern, Bildung, Handel
Bei Apple floss das Geld am hΓ€ufigsten in Anstrengungen, das Steuersystem zu Gunsten des Konzerns zu verΓ€ndern. Weiter steckte der Techkonzern Lobbygelder in Bildungsfragen und Handel. Besonders viel liegt Apple am Handelsabkommen Β«Transpazifische Partnerschaft (TPP)Β», profitieren wΓΌrde der Techkonzern vom freien Datenfluss.