Sparangebot
Umbruch

Tidjane Thiam stellt die Credit Suisse auf den Kopf

Mit einem Sparprogramm will CEO Tidjane Thiam die Credit Suisse radikal umbauen. Sein ehrgeiziges Ziel: Bis Ende 2018 sollen 3,5 Milliarden Franken eingespart werden - mit Folgen fรผr die Schweiz.

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Credit Suisse
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Bei der Credit Suisse bleibt kein Stein auf dem anderen: Der neue CEO Tidjane Thiam will die Grossbank massiv umbauen und die Kosten radikal senken. Bis Ende 2018 will die Credit Suisse 3,5 Milliarden Franken einsparen.

Diesem Sparprogramm werden laut Thiam innert drei Jahren bis zu 1600 Stellen in der Schweiz zum Opfer fallen. Pro Jahr sollen hierzulande 500 bis 600 Arbeitsplรคtze gestrichen werden. Auch Schweiz-Chef Hans-Ulrich Meister muss gehen. In Grossbritannien stehen ebenfalls 1500 Jobs in Frage.

Kรผndigungswelle soll ausbleiben

Eine Kรผndigungswelle wird es aber offenbar nicht geben: Die Bank will den Abbau mit natรผrlichen Abgรคngen bewerkstelligen, dies ist laut Thiam ยซeinfach machbarยป. In welchen Bereichen die Stellen wegfallen, gab die Credit Suisse nicht bekannt.

Weiter will die Credit Suisse die Organisation und einen Teil der Schweizer Bank an die Bรถrse bringen. Auch will die Bank das Kapitalpolster mit zwei Erhรถhungen um 6,05 Milliarden Franken verbessern.

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Thiam verfolgt drei Ziele

Der neue CS-Chef Tidjane Thiam verfolgt mit dem Spar- und Umbauprogramm drei Ziele. So soll die Credit Suisse im Heimmarkt Schweiz gestรคrkt werden.

Zweitens will der neue Chef die Vermรถgensverwaltung und das Private Banking weiter ausbauen. Insbesondere soll dabei dieses Geschรคft in Asien weiter vorangetrieben werden. Diesem Bereich soll kรผnftig auch mehr Kapital zur Verfรผgung stehen.

Und drittens soll die Investmentbank auf die richtige Grรถsse gebracht werden, wie es in der Mitteilung heisst. Ziel dabei ist es, das Investmentbanking profitabler und gleichzeitig weniger volatil und kapitalintensiv zu machen.



Thomas Gottstein leitet Swiss Universal Bank

Mit der neuen Strategie sind sechs neue Mitglieder in die Geschรคftsleitung berufen: Pierre-Olivier Bouรฉe, Peter Goerke, Thomas Gottstein, Iqbal Khan, Helman Sitohang und Lara Warner. Alle sechs werden in Zรผrich arbeiten.

Gaรซl de Boissard, Hans-Ulrich Meister, Robert Shafir and Pamela Thomas-Graham scheiden dagegen aus der Geschรคftsleitung aus. Thomas Gottstein wird neuer Chef der Swiss Universal Bank; James L. Amine wird Chef Investment Banking and Capital Markets.

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Kapital wird in zwei Schritten aufgestockt

Die CS beantragt zwei Aktienkapitalerhรถhungen: Eine erste Kapitalerhรถhung soll durch die Ausgabe neuer Namenaktien an einige qualifizierte Investoren erfolgen. Die zweite Erhรถhung soll via Bezugsrechtsemission fรผr bestehende Aktionรคre erfolgen.

Mit der Kapitalerhรถhung will die Credit Suisse ihr hartes Kernkapital (CET1) stรคrken und den finanziellen Spielraum fรผr die Umsetzung der strategischen Ziele erhรถhen, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst.

Aus der ersten Massnahme erwartet die Bank einen Bruttoerlรถs von rund 1,35 Milliarden Franken, aus der Bezugsrechtsemision soll ein Bruttoerlรถs von rund 4,7 Milliarden Franken erzielt werden. Insgesamt sollen damit neue Mittel in Hรถhe von 6,05 Milliarden Franken zufliessen. Beide Kapitalmassnahmen sollen an einer ausserordentlichen Generalversammlung am 19. November beschlossen werden.



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Das US-Geschรคft wird massiv zurรผckgefahren

Die Credit Suisse trennt sich รผberdies in den USA vom direkten Kundengeschรคft, wie sie weiter mitteilte. Demgegenรผber sollen die Dienstleistungen - wie zum Beispiel das Investmentbanking - fรผr reiche Kunden weitergefรผhrt werden.

Das Privatbanking-Geschรคft in den USA der Credit Suisse sei zurzeit nicht so positioniert, dass es ohne betrรคchtliche Investitionen mit der Konkurrenz mithalten und die von der CS angestrebten Profitabilitรคtsziele erreichen kรถnne, schreibt die CS in ihrer Mitteilung vom Mittwoch. Darum habe die Grossbank entschieden, dass Geschรคftsmodell dieser Geschรคftseinheit anzupassen.

Konkret hat die Credit Suisse mit der US-Bank Wells Fargo ein Abkommen unterzeichnet, die es den US-Beratern der CS und ihren Klienten erlaubt, per Anfang 2016 zu Wells Fargo zu wechseln. Die Dienstleistungen fรผr diesen Geschรคftsbereich dagegen, das Investmentbanking und die Anlagenverwaltung, will die CS weiterfรผhren.



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Im Video erklรคrt Tidjane Thiam die geplante Kapitalerhรถhung.
(awp/sda/ccr)

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