Zwei Risikokapitalisten über die Chancen von Altoo
«Das Produkt sieht gut aus»
Ariel Lüdi*: «Ich bin Teil der Zielgruppe von Altoo und habe mir daher schon verschiedene Produkte in dem Bereich angeschaut. Bislang gibt es aber nichts wirklich Brauchbares. Dabei gibt es Millionen von Menschen mit einem komplexen Vermögen. Aber deren Banken und Vermögensverwalter sind oft sehr konservativ, analog und un exibel. Das Produkt sieht gut aus, hat Anschluss an 30 bis 40 Banken und schon einige Kunden. Von einer Vorgänger rma hat Altoo eine starke Sicherheitsinfrastruktur übernommen, das fehlt bei vielen anderen. Das Team macht einen sehr guten Eindruck, was den Background und die Abdeckung der verschiedenen Skills angeht. Momentan geht die Firma auf Privatkunden los. Noch kostene zien- ter und viel besser skalierbar ist ihr Plan, die Software als White Label Vermögens- verwaltern oder Multi-Family O ces anzubieten. Auch im Ausland besteht wei- teres Wachstumspotenzial. Die grundlegende Frage ist natürlich, ob die Kunden einer Drittpartei ihr ganzes Vermögen o enlegen wollen – die meisten verfolgen ja eine Multi-Bank-Strategie. Dass es eine Schweizer Lösung ist und die Daten im Land bleiben, hilft sicher. Altoo hat mir gefallen, ich werde eine Testlizenz lösen.»
*Ariel Lüdi ist als VC mit seinem Inkubator Hammer Team an 20 Schweizer B2B- Start-ups beteiligt.
«Die Firma wird ihren Weg machen»
Cornelius Boersch*: «Mein Family Office hat sich eine ähnliche Lösung wie Altoo selbst gebastelt, denn auf dem Markt gab es bisher nichts Brauchbares. Das Konzept der Software as a Service sowie das Frontend von Altoo gefallen mir sehr gut. Beim Backend wird entscheidend sein, mit wie vielen Banken man die Schnittstellen hinbekommt und wie gut der automatische Datenfeed ist. Klappt das, dann kann man von den sehr reichen Kunden auch nach unten Richtung Retailbereich ska- lieren. Bei all dem ist die Sicherheit entscheidend: Heute kom- munizieren die meisten Banken und Family O ces mit ihren Kunden per unverschlüsselter Mail, Post oder gar Fax. Da ist die Lösung von Altoo schon hundert Mal sicherer. Das ist auch schon viel wert! In der Schweiz, so glaube ich, wird der Erfolg kommen – es gibt zwar Wettbewerber, aber keinen, der schon so weit ist. International ist das eine andere Frage, da sollte sich die Firma mit anderen grossen Playern wie N26 in Deutschland oder Gini in Hongkong zusammentun. Altoo wird wohl kein Unicorn werden. Aber die Firma wird ihren Weg machen. Die Chancen, dass ich mich beteilige, stehen 50 zu 50 – es wird von der Bewertung abhängen.»
*Cornelius Boersch ist als Gründer von Mountain Partners in Wädenswil ZH in über 200 Start-ups investiert.