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Franz Carl Weber

Simba Dickie: Das ist der neue FCW-Mitbesitzer

Der deutsche Spielzeug-Hersteller Simba Dickie Group besitzt neu ein Drittel an Franz Carl Weber. Wer hinter der deutschen Firma steckt.

Marcel Speiser, Ringier AG

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Die MΓ€nner mit dem Bobby Car: Simba-Dickie-GeschΓ€ftsfΓΌhrer Michael Sieber (Mitte), COO Uwe Weiler (links) und Finanzchef Manfred Duschl (rechts). zvg

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Was haben Big-Bobby-Cars, Tamiya-Modellautos, Eichhorn-Holzspielsachen, Noris-Brettspiele, Smoby-SpielhΓ€user und Aquaplay-Wasserspiele gemeinsam? Sie gehΓΆren alle unter das Dach des deutschen Spielzeug-Herstellers Simba Dickie Group (SDG) mit Sitz in FΓΌrth nahe NΓΌrnberg. Und zusammen mit FDP-Nationalrat und Digitec-MitgrΓΌnder Marcel Dobler und Franz-Carl-Weber-Chef Yves Burger ist die SDG seit letzter Woche Mitbesitzerin des Schweizer SpielwarenhΓ€ndlers Franz Carl Weber.

Am kommenden Donnerstag stellen sich die neuen Besitzer zusammen der Γ–ffentlichkeit vor. Ihnen gehΓΆrt der neue Β«FranzkiΒ» je zu einem Drittel. Die Investoren haben das Unternehmen, das Philippe Gaydoul 2006 an die franzΓΆsische Spielwaren-HΓ€ndlerin Ludendo verkauft hatte, in einem Buy-Out letzte Woche aus der Konkursmasse von Ludendo herausgekauft.

645 Millionen Euro Umsatz

Doch wer steckt hinter der SDG? Kopf des mittelstΓ€ndischen Unternehmens ist der 62-jΓ€hrige Unternehmer Michael Sieber. Er grΓΌndete Simba 1982 zusammen mit seinem Vater als Importeurin von Spielwaren aus Fernost. Damals beschΓ€ftigte die Firma fΓΌnf Angestellte. Heute arbeiten fΓΌr die SDG fast 3000 Personen und erwirtschafteten 2017 einen Jahresumsatz von 645 Millionen Euro. Das Unternehmen gehΓΆrt damit zu den Top-5 der Spielwarenhersteller in Europa.

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Gewachsen ist die SDG insbesondere mit ZukΓ€ufen. Patron Sieber stemmte seit der FirmengrΓΌndung 15 Übernahmen und machte seine Firma mit jedem Deal mehr zu einem Spielzeug-Hersteller und weniger zu einem Spielzeug-Importeur. Meist investierte Sieber in angeschlagene Unternehmen und pΓ€ppelte diese wieder auf. 2004 kaufte er den deutschen Hersteller Big und damit die ikonischen Bobby Cars.

Zuletzt kaufte Sieber einen Hersteller von SchΓΌlerbedarf und investierte in diverse Unternehmen, die sich auf Trickfilme und Animationen spezialisiert haben – ein Versuch, sich wenigestens ein bisschen gegen die UnwΓ€gbarkeiten des Spielzeugmarktes abzusichern. Mit den Videos will Sieber insbesondere SDG-Produkte in Trickfilmen auf Youtube bewerben.

Mit dem Engagement bei Franz Carl Weber investiert Sieber nun erstmals in einem SpielzeughΓ€ndler – und steckt damit Geld in die Vertikalisierung des GeschΓ€fts.



Auch MΓ€rklin gehΓΆrt den Siebers

Das wohl mit Abstand bekannteste Produkt aus Michael Siebers grossem Spielwaren-Reich sind aber die MΓ€rklin-Modeleisenbahnen.

Das traditionsreiche deutsche Unternehmen ging 2009 pΓΌnktlich zum 150-Jahr-JubilΓ€um Pleite. Ein Insolvenzverwalter sucht dann vier Jahre lang vergeblich nach einem KΓ€ufer – bis 2013 schliesslich Sieber zugriff. Er integrierte MΓ€rklin aber nicht in die SDG, sondern hΓ€lt MΓ€rklin als privates Investment – ΓΌber die Firma Sieber & Sohn – zusammen mit seinem Sohn Florian. Der 33-JΓ€hrige amtet als GeschΓ€ftsfΓΌhrer bei MΓ€rklin.

Aktuell arbeitet MΓ€rklin mit soliden Finanzen und kann den Umsatz bei leicht ΓΌber 100 Millionen Euro stabil halten.



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UmkΓ€mpfter Spielzeugmarkt

Der Spielzeugmarkt ist in der Schweiz hart umkΓ€mpft. GrΓΆsster HΓ€ndler ist das irische Unternehmen Smyth Toys, das die GeschΓ€fte von Toys'R'Us ΓΌbernommen hat. Die Nummer 2 bei den FachhΓ€ndlern ist Franz Carl Weber. Das Gros des Umsatzes lΓ€uft aber ΓΌber Grossverteiler, WarenhΓ€user und Online-Shops.
Über die Autoren
Marcel Speiser, Ringier AG
Marcel Speiser
Marcel Speiser ist Stv. Chefredaktor bei der Handelszeitung und arbeitet seit 1999 im Wirtschaftsjournalismus. Er gilt als Kenner der Uhrenindustrie und der LuxusgΓΌterbranche.

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