Dass Postauto nicht abstürzte, ist besonders ihnen zu verdanken. Während sich die oberen Chargen in Tricksereien verloren, erfüllte die Belegschaft selbst in der grössten Krise tagtäglich, was der Service Public verlangte. Und hielt pflichtbewusst das Steuer in der Hand.
Der neue Postauto-Chef Christian Plüss anerkennt diese Leistung. Er will die klaffende Lücke zwischen Management und Chauffeuren schliessen. Ihnen wieder mehr Zeit für Pausen, Kontrollen und zum Tanken geben. Und eine Kultur des kritischen Fragenstellens etablieren. «Ich will wissen, wenn etwas nicht gut läuft»,
sagt er im Interview.
In der Management-Theorie gibt es ein Konzept mit dem sperrigen Namen transformationale Führung. Darin sollen Mitarbeiter egoistische und individuelle Ansprüche ablegen – zugunsten einem gemeinsamen höheren Ziel. Die Chauffeure haben bereits danach gehandelt. Gelingt das nun gemeinsam mit der neuen Führungsetage, sollte es für Postauto bald wieder bergauf gehen.