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Aviatik

Pilatus-Jet mit grossem Auftritt an der Ebace in Genf

An der Flugzeugmesse Ebace steht Pilatus in diesem Jahr besonders im Fokus. Die Stanser zeigen erstmals die Innenausstattung des neuen PC-24. Und für einen Tag machte auch der Prototyp Halt in Genf.

Gabriel Knupfer

An der Ebace 2016 zeigt Pilatus den Prototypen des PC-24 und das Innendesign des Privatjets: Pilatus-Chef Oskar Schwenk mit dem Testflugzeug «P01» des PC-24 in Genf.
Der Schweizer Flugzeugbauer aus Stans präsentiert den PC-24 erstmals an einer Fachmesse.
Der Prototyp bekommt dafür einen Tag Pause vom Testflugprogramm.
Messgeräte zeichnen Daten auf, mit denen das Flugzeug weiterentwickelt wird.
Die Sensoren, zum Beispiel an der Flugzeugnase, werden beim Serienmodell nicht dabei sein.
Der PC-24 wird der erste Schweizer Businessjet. Die Auslieferung soll noch Ende 2017 beginnen.
Über 500 Stunden waren die zwei Prototypen schon in der Luft. Mehr als 1000 Stunden werden bis zur Zertifizierung noch folgen.
Eine Premiere an der Ebace 2016 ist auch die Präsentation des Interieurs.
In der gezeigten Version «Vail» ist das Flugzeug für sechs Passagiere bestuhlt.
Das Cockpit des PC-24 im 1:1-Modell.
Blau, Weiss und helle Naturfarben überwiegen, passend zum Thema Wintersportorte, das den Designs zugrunde liegt.
Bilder: Gabriel Knupfer
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An der Genfer Flugzeugmesse Ebace zeigt die Businessjet-Industrie, was sie zu bieten hat. Besonders gespannt war die Branche in diesem Jahr auf Pilatus. Zum einen präsentierte der Schweizer Flugzeugbauer in den Hallen der Palexpo die neuen Interieur-Designlinien für den Businessjet PC-24. Zum anderen war auf dem Rollfeld des Genfer Flughafens für einen Tag der mit Messgeräten vollgestopfte Prototyp «P01» am Pilatus-Aussenstand zu besichtigen.
Bis zur geplanten Auslieferung Ende 2017 sei noch viel zu tun, erklärte Pilatus-Chef Oskar Schwenk an der Messe. «Die beiden Prototypen haben zusammen rund 300 Flüge sowie über 500 Flugstunden absolviert.» Insgesamt sei das Testflugprogramm bis zur Zertifizierung auf 1600 Stunden veranschlagt. Dafür soll den bisherigen zwei Prototypen Ende Jahr ein dritter beiseite gestellt werden.

«PC-24 wird ein hervorragendes Flugzeug»

«Die vorliegenden Testergebnisse sind äusserst positiv und bestätigen uns, dass der PC-24 ein hervorragendes Flugzeug wird», lässt sich Schwenk in einer Mitteilung zitieren. Zwar sei der Zeitplan sehr ambitioniert. Man sei aber auf gutem Wege, das Ziel wie geplant zu erreichen, sagte Schwenk. Während der Prototyp «P01» in Genf eine eintägige Testpause einlegte, wurde «P02» nach Denver geflogen, um dort umfangreichen Kältetests unterzogen zu werden.

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Noch bevor der erste Prototyp vor einem Jahr den Hangar verlassen hatte, war die gesamte Produktion des Flugzeugs bis 2019 ausverkauft. An der Ebace 2016 können sich die Kunden der 84 verkauften PC-24 nun erstmals ein genaues Bild ihrer künftigen Flugzeuge machen. Das Interieur wurde zur Serienreife weiterentwickelt und «Vail», eines der sechs Kabinendesigns, wird in einem begehbaren 1:1-Modell gezeigt (siehe Bildergalerie oben).

Designlinien im Winterlook

Die sechs Linien, die gemeinsam mit der BMW-Tochter Designworks entwickelt wurden, sind frei kombinierbar. Farblich sollen sie sich an Skiresorts wie St. Moritz, Zermatt oder eben Vail orientieren und die Töne der Natur der jeweiligen Orte abbilden. Bestimmen lässt sich indes nicht nur das farbliche Ambiente, sondern auch die Konfiguration und Bestuhlung.
Neben sechs- und achtplätzigen Businessjet-Bestuhlungen gibt es beispielsweise auch eine zehnplätzige Version für Linienflüge oder eine vierplätzige Version mit besonders grossem Frachtraum zu kaufen. Möglich ist auch eine reine Frachtmaschine ohne Passagierbestuhlung, was sich wegen der Pilatus-typischen besonders grossen Frachttüre anbietet.

Spezielle Fähigkeiten

Der Pilatusjet PC-24 soll eine Reichweite von gut 3600 Kilometern erreichen und mit einer Landebahn von rund 800 Metern auskommen (Landung 770 Meter, Start 820 Meter). Möglich sollen auch Starts und Landungen auf Naturpisten sein, was das Flugzeug laut Hersteller gemeinsam mit den Einrichtungsoptionen zum ersten «Super Versatile Jet» macht.

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So luxuriös ist die Business-Fliegerei:
Vom 24. bis 26. Mai 2016 sind in Genf erneut die schönsten Business-Flugzeuge der Welt zu sehen.
Besonders eindrücklich ist das sogenannte «Static Display» auf dem Rollfeld des Flughafens.
Die Boeing 787 («Dreamliner») ist das grösste Flugzeug, das je an der Ebace gezeigt wurde.
Ziemlich eindrücklich ist auch die Boeing 757 von Avjet Global.
Innen gibt es einen Salon...
... eine luxuriöse Bestuhlung mit viel Beinfreiheit für die Passagiere...
... und sogar mehrere Schlafzimmer.
Selbst in der Welt der Businessjets sind die Boeings die absolute Ausnahme. Eine üblichere Grösse hat etwa die Bombardier Global 5000.
Auch hier lässt es sich trotz deutlich weniger Platz immer noch aushalten.
Insgesamt werden rund 60 Business-Flugzeuge dieses Jahr in Genf gezeigt.
Vor allem grosse Hersteller wie Embraer aus Brasilien...
... oder Bombardier aus Kanada wollen bei den potenziellen Kunden punkten.
Die Global 6000 von Bombardier...
... gibt ein gutes Firmenflugzeug ab. Dennoch feilt Bombardier bereits seit Jahren an den Nachfolgemodellen Global 7000 und 8000.
Von der Global 7000 ist indes auch in diesem Jahr erst ein 1:1-Modell des Rumpfes anzuschauen.
Pilatus-Chef Oskar Schwenk zeigt den Prototypen des Businessjets PC-24.
Das Testflugzeug der PC-24 war schon über 300 Stunden in der Luft.
Am Stand in der Palexpo-Halle präsentiert Pilatus erstmals die serienmässige Innenausstattung des neuen Flugzeugs.
Einen Erfolg kann auch Honda vermelden. Der kleine Hondajet erhielt an der Ebace die offizielle Zertifizierung.
Der Platz im nur 4,5 Millionen Dollar billigen Flieger ist ensprechend dem Preis recht knapp.
Die Dassault Falcon 8X – die neuste Neuheit aus Frankreich - soll bald eingeführt werden.
In der Messehalle zeigen die 500 Aussteller ihre Produkte. Von Zubehör...
... bis hin zu Helikoptern...
... oder mobilen Operationssälen, ist alles vertreten, was mit Fliegerei zu tun hat.
Beliebt sind auch Modelle von Innnenausstattungen, hier bei Lufthansa Technik...
... oder Flugzeugen wie bei Boeing.
Bilder: Gabriel Knupfer
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Über die Autoren
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer ist Redaktor Wirtschaft-Desk RMS für Blick und die Handelszeitung, für die er seit zehn Jahren arbeitet.

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