Risiken in Kauf nehmen
Die SNB selbst will an ihrer Strategie festhalten: Direktoriumsmitglied Andrea Maechler hatte Ende März erklärt, die Notenbank werde ihre Bilanz bei Bedarf weiterhin ausdehnen und die damit verbundenen Risiken in Kauf nehmen. Gewinne oder Verluste in zweistelliger Milliardenhöhe könnten auftreten. Erst langfristig könne die Bilanzsumme der Notenbank schrumpfen.
Allerdings sind die Devisenkäufe der SNB nach Einschätzung von Rabobank-Devisenstrategin Jane Foley limitiert. «Wir wissen nicht genau, wo die Grenze ist, aber wir wissen alle, dass es irgendwo eine gibt», sagte sie und verwies auf
die überraschende Kehrtwende der SNB Anfang 2015. Damals hatten die Währungshüter den mehr als drei Jahre lang verteidigten Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgegeben, weil dieser nur noch mit Stützungskäufen in zweistelliger Milliardenhöhe pro Woche aufrechtzuerhalten war. Aktuell legen die wöchentlich veröffentlichten Daten Devisenkäufe von wenigen Milliarden Franken pro Woche oder darunter nahe.