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Oerlikon: Neuer Chef soll Herkulesaufgabe stemmen

Oerlikon rutscht in die roten Zahlen: Der Technologiekonzern hat 2015 mit einem Verlust abgeschlossen. Besserung soll nun ein neuer Chef bringen. Ex-Chef Brice Koch verlΓ€sst das Unternehmen.

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Roland Fischer: Von Siemens zu Oerlikon – als neuer Chef. Keystone RMS

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Der Technologiekonzern Oerlikon hat wie im November ankΓΌndigt 2015 mit einem Verlust abgeschlossen. DafΓΌr verantwortlich sind vor allem Abschreibungen und Kosten fΓΌr den Konzernumbau. Erneuert wird auch die Konzernspitze.

Ab dem 1. MΓ€rz wird Roland Fischer den Konzern fΓΌhren, wie Oerlikon am Dienstag mitteilte. Er lΓΆst in dieser Funktion Brice Koch ab, der das Unternehmens seit Januar 2014 fΓΌhrt. Mit Fischer, der aktuell fΓΌr Siemens tΓ€tig ist, werde ein Β«ausgewiesener Industriefachmann mit umfassender Expertise in den SchlΓΌsselindustrien und -mΓ€rktenΒ» zur Umsetzung der Strategie beauftragt, teilt das Unternehmen mit. Oerlikon will sich als der weltweit fΓΌhrende Anbieter fΓΌr OberflΓ€chenlΓΆsungen und moderne Werkstoffe etablieren.

2015 war vom Umbau des Konzerns geprΓ€gt

Bereits das vergangene Jahr war dabei vom Umbau des Konzerns geprΓ€gt. Vor allem wegen Abschreibungen im Zusammenhang mit der Kauf von Metco und den eingeleiteten Restrukturierungsmassnahmen schrieb das Unternehmen bei einem leicht tieferen Umsatz von 2,5 Milliarden Franken einen Verlust von 418 Millionen Franken.

Im Vorjahr resultierte noch ein Gewinn von 202 Millionen Franken. Die Abschreibungen haben dabei das Ergebnis mit 476 Millionen Franken und die Restrukturierung mit 112 Millionen Franken belastet.

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Mehr Gewinn dank Metco-Übernahme

Ohne diese Sonderfaktoren hÀtte das Unternehmen mit 207 Millionen Franken einen um 2,5 Prozent hâheren Gewinn als im Vorjahr erzielt. Dieses Ergebnis wurde jedoch nur erreicht, weil Oerlikon mit der Übernahme von Metco in der Beschichtungssparte sowohl Umsatz wie Betriebsgewinn deutlich steigern konnte.

Im Bereich Kunstfaser-Textilmaschinen und im Getriebebau dagegen sind sowohl Umsatz wie Betriebsgewinn eingebrochen. Oerlikon wurde hier durch die MarktabschwΓ€chung in China und dem rekordtiefen Γ–lpreis gebremst.

Dividende bleibt gleich hoch

Trotz dem Jahresverlust will Oerlikon den AktionΓ€ren ein gleich hohe Dividende wie im Vorjahr auszahlen. Beim Ausblick zeigt sich das Unternehmen vorsichtig optimistisch. 2016 und 2017 blieben zwar die Rahmenbedingungen anspruchsvoll, heisst es in der Mitteilung.

Mit der neuen Strategie und den umfassenden eingeleiteten Massnahmen werde Oerlikon jedoch die negativen Markteffekte teilweise ausgleichen kΓΆnnen. Der Umsatz soll im Bereich zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden im Bereich des vergangen Jahres zu liegen kommen. Bei der Betriebsergebnis erwartet Oerlikon eine Marge im mittleren Zehnprozentbereich.

(sda/ccr)

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