Abo
Milliardenübernahme

Novartis verstärkt sein Geschäft mit Krebstherapien

Novartis kauft zu für 3,9 Milliarden Dollar: Der Pharmariese übernimmt das französische Unternehmen Advanced Accelerator Applications (AAA). Der Grund: AAA ist auf Nuklearmedizin spezialisiert.

novartis-logo-schriftzug.jpg
Novartis-Logo: Der Pharmakonzern kauft teuer zu. Keystone RMS

Werbung

Der Pharmakonzern Novartis will das französische Pharmaunternehmen Advanced Accelerator Applications (AAA) für 3,9 Milliarden Dollar kaufen und damit sein Krebsgeschäft ausbauen. AAA ist auf Nuklearmedizin spezialisiert.

Novartis hat mit AAA eine entsprechende Vereinbarung, ein Memorandum of Understanding unterschrieben, wie der Konzern am Montag mitteilte. Das Gebot soll nach der Konsultation mit den Arbeitnehmervertretern veröffentlicht werden.

Demzufolge will Novartis den Aktionären des radiopharmazeutischen Unternehmens 41 Dollar pro Stammaktie bieten sowie 82 Dollar pro American Depositary Share, die zwei Aktien entsprechen. Die Aktien von AAA werden an der Technologiebörse Nadaq in New York gehandelt. Unter anderem hält das Zuger Beteiligungsunternehmen HBM Healthcare Anteile an AAA.



550 Mitarbeitende

AAA ist auf die molekulare Nuklearmedizin spezialisiert, die unter anderem schwere Krebserkrankungen diagnostiziert und behandelt. So stellt AAA mit Lutathera unter anderem ein Radioisotop her, das zur Bekämpfung von nicht operierbaren neuroendokrinen Tumoren eingesetzt wird.

Im vergangenen Jahr hat AAA 109 Millionen Euro umgesetzt. Die Gruppe mit dem Hauptsitz im französischen Saint-Genis-Pouilly nahe Genf betreibt 21 Produktions- und Forschungsstätten. Rund 550 Angestellte in 13 Ländern, darunter auch in der Schweiz, arbeiten für das Unternehmen.

Mit dem Zukauf will der Basler Pharmakonzern das Krebsgeschäft ausbauen. Die Übernahme stärke das Krebsgeschäft von Novartis nicht nur mit bevorstehenden Produktlancierungen, sondern auch einer neuen Technologieplattform mit möglichen Anwendungen für eine Reihe von onkologischen Programmen in der Frühentwicklung, heisst es in der Mitteilung.



Partner-Inhalte

Wachstumsphase ab 2018

Novartis hat sich in den letzten Jahren stark umgebaut. Einige Geschäftsbereiche wurden abgestossen, andere verstärkt. Allerdings war Novartis eher zurückhaltend bei grossen Übernahmen. Der letzte Zukauf in Milliardenhöhe tätigte der Pharmakonzern 2014 mit der Übernahme der Krebssparte von GlaxoSmithKline (GSK).

Ab dem nächsten Jahr soll der Konzern nun gemäss Ankündigung der Führungsspitze in eine neue Wachstumsphase eintreten. Konzernchef Joe Jimenez übergibt im Februar sein Amt an Vasant Narasimhan, der momentan die Medikamentenentwicklung leitet.

Die Ankündigung des Kaufs hat den Kurs der Novartis-Aktie kaum bewegt. Nach anfänglich leichten Verlusten notierte die Aktie um 11 Uhr um 0,2 Prozent über dem Vortag.



(sda/ccr)
Die grössten Übernahmen durch Schweizer Firmen, sehen Sie in der Bildergalerie:
Das sind die teuersten Übernahmen durch Schweizer Firmen:Platz 10: Im Jahr 2006 übernahm der Rückversicherer Swiss Re das Rückversicherungsgeschäft der General Electric für knapp 9 Milliarden Franken.
Platz 9: Für 10,8 Milliarden Franken kaufte Nestlé im Jahr 2013 die Babynahrungssparte des US-Pharmagiganten Pfizer auf.
Platz 8: Einen Megadeal planten einst auch GlaxoSmithKline und Novartis: Der britische Pharmakonzern hat 2015 seine Onkologiesparte in einem Ringtausch für 12,8 Milliarden Franken an den Schweizer Konkurrenten abgegeben.
Platz 7: 2001 übernahm Nestlé den US-Tiernahrungs-Hersteller Ralston Purina. Kaufpreis: 16,8 Milliarden Franken.
Platz 6: Die Übernahme der US-Bank Paine Webber im Jahr 2000 kostete die UBS 17,8 Milliarden Franken.
Platz 5: Wenige Wochen nach der UBS kaufte auch die zweite Schweizer Grossbank in den USA gross ein. Für 19,6 Milliarden Franken schluckte damals die Credit Suisse das US-Brokerhaus Donaldson Lufkin & Jenrette.
Platz 4: Es war der grösste Zusammenschluss in der Geschichte der Zementbranche: 2015 fusionierten Holcim und Lafarge. Wert: 34,6 Milliarden Franken.
Platz 3: Nach monatelanger Verzögerung schloss 2013 der Rohstoffhändler Glencore die Übernahme des Bergbau-Riesen Xstrata ab - für 44,3 Milliarden Franken.
Platz 2: Ab 2011 übernahm Novartis in mehreren Schritten Alcon für insgesamt 49,7 Milliarden Dollar.
Platz 1: Den höchsten Übernahmepreis in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte zahlte 2009 Roche. Für 51,4 Milliarden Franken übernahmen die Basler die US-Biotechnologietochter Genentech.Bilder: Keystone
1 / 10
RMS

Werbung