Porsche und die Schweiz β eine glΓΌckliche Beziehung. Hier kann die Autofirma auf loyale Kunden bauen. Selbst der unrΓΌhmliche Abgang des frΓΌheren Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking tat dem Image keinen Abbruch. Dieser hatte 2009 nach verlorenem Γbernahmekampf mit Volkswagen gehen mΓΌssen. Nun bricht allerdings ein Gerichtsprozess ΓΌber Wiedeking herein, der sogar einen Schweizer Grosskonzern betreffen kΓΆnnte: das Pharmaunternehmen Novartis, in dessen Verwaltungsrat Wiedeking sitzt.
Wegen Marktmanipulation droht Wiedeking eine Anklage. Der Vorwurf: Er soll bei der VW-Γbernahme durch falsche oder verschwiegene Informationen den Finanzmarkt getΓ€uscht haben. Dubiose OptionsgeschΓ€fte brachten Porsche damals an den Rand der Insolvenz; VW ΓΌbernahm den Sportwagenbauer. Ab November erwarten Insider eine Anklage. Wiedeking drohen bis zu fΓΌnf Jahre Haft. Er weist die Anschuldigungen zurΓΌck, und bis Ende Oktober haben seine AnwΓ€lte Zeit, ihre Gegenargumente erneut vorzubringen.
Novartis dΓΌrfte den Prozess genau beobachten. Sollte Wiedeking angeklagt oder gar schuldig gesprochen werden, wΓ€re der Imageschaden gross und er kaum als VR zu halten. Novartis will jedoch keinen Kommentar dazu abgeben.
Auch fΓΌr weitere Investitionen dΓΌrfte ihm genug VermΓΆgen bleiben. Bei Porsche verdiente er zuletzt bis zu 90β Millionen Franken. Das VerwaltungsratssalΓ€r bei Novartis, wo er 2011 inklusive des Werts seiner Aktien am Pharmakonzern rund 530β000 Franken einstrich, ist ein schΓΆner Zuverdienst β auch an Reputation.