Abo

Niemand ist reicher als die Schweizer

Platz eins in der Welt: Jeder Schweizer besitzt laut einer aktuellen Studie im Durchschnitt mehr als 200'000 Euro. Dabei sind die Anleger auch hierzulande vorsichtiger geworden und setzten vermehrt auf Bankeinlagen.

bank_einzahlung_schalter_0.jpg
Konservativer Anlegen: Reine Bankeinlagen stehen hoch im Kurs. (Bild: Keystone) RMS

Werbung

Von den massiven Konjunktursorgen der vergangenen Monate war im Jahr 2010 noch wenig zu spΓΌren, die Wirtschaft erholte sich weiter krΓ€ftig von der Finanzkrise 2008. Davon profitierten die Sparer: Das globale Brutto-GeldvermΓΆgen kletterte 2010 um 6,2 Prozent auf insgesamt 95’300 Milliarden Euro (rund 115'000 Milliarden Franken) und lag damit ΓΌber dem Rekordwert von 2007, wie ein Report des Versicherungs- und Finazkonzerns Allianz zeigt.
Im LΓ€ndervergleich steht die Schweiz dabei unangefochten auf Platz eins: Mit einem durchschnittlichen Brutto-GeldvermΓΆgen pro Kopf von 207'393 Euro (rund 250'000 Franken) lΓ€sst die Schweiz dabei die USA, Japan, DΓ€nemark und die Niederlande deutlich hinter sich. Dabei profitiert sie allerdings auch von der Aufwertung des Frankens.
Die Autoren weisen darauf hin, dass die Ausnahmestellung der Schweiz auch mit der starken Kapitaldeckung im Rentensystem zusammenhΓ€ngt. Die Schweizer Pensionskassen verwalten rund 550 Milliarden Franken - ein Drittel der gesamten Schweizer VermΓΆgen von rund 1900 Milliarden Franken.
Allerdings sorgen auch hier, bedingt durch die demografische Entwicklung und die ungΓΌnstige Marktlage, DeckungslΓΌcken zurzeit fΓΌr Diskussionen. Und auch ohne die Vorsorgegelder lΓ€ge die Schweiz in der Rangliste aber noch weit vor den USA auf dem ersten Platz.

Partner-Inhalte

Reichtum ungleich verteilt
Der sogenannte Global Wealth Report der Allianz analysiert zum zweiten Mal die VermΓΆgens- und Schuldenlage der privaten Haushalte in 50 LΓ€ndern, die rund 90 Prozent des weltweiten Bruttoinlandprodukts und 68 Prozent der WeltbevΓΆlkerung abdecken.
Nur ein Zehntel der Schweizer BevΓΆlkerung hatte 2010 gar kein oder nur ein kleines VermΓΆgen. In Griechenland sind es inzwischen etwa 40 Prozent.
Was der Allianz-Bericht jedoch nicht sagt: Der Reichtum in der Schweiz ist extrem ungleich verteilt. GemΓ€ss einer Studie der Grossbank Credit Suisse besitzt ein Prozent der BevΓΆlkerung mehr als die HΓ€lfte des gesamten VermΓΆgens. Noch ungleicher ist der Reichtum nur in Singapur verteilt.
Die Schweizer investieren konservativer
Trotzdem ist der Durchschnitts-Schweizer wesentlich reicher als der Durchschnitts-WeltbΓΌrger. Diese Schere schliesst sich aber zusehends. So hat die Schweiz verhΓ€ltnismΓ€ssig wenig zugelegt hat, sieht man sich die letzte Dekade an: Das durchschnittliche Wachstum des Pro-Kopf-GeldvermΓΆgens von 1,4 Prozent pro Jahr liegt demnach deutlich unter dem westeuropΓ€ischen Durchschnitt von 3,1 Prozent. In Westeuropa weise nur Belgien in diesem Zeitraum ein schwΓ€cheres Wachstum auf.

Werbung

Aufstrebende Volkswirtschaften in Asien, Lateinamerika und Osteuropa verzeichnen dagegen zweistellige Zuwachsraten. In den Γ€rmsten LΓ€ndern sind die Pro-Kopf-GeldvermΓΆgen gemΓ€ss der Allianz-Studie seit der Finanzkrise um mehr als 50 Prozent gestiegen.
Seit der Finanzkrise tendieren die Menschen weltweit und besonders in reichen LΓ€ndern zu sicheren Anlagen. So auch in der Schweiz: Die Haushalte hierzulande beherzigen laut dem Report einen konservativeren Anlagestil mit einer stΓ€rkeren Gewichtung von Bankeinlagen, die jetzt knapp 28 Prozent des gesamten GeldvermΓΆgens ausmachen (25 Prozent 2007).
Top Ten des Pro-Kopf-GeldvermΓΆgens 2010
Quelle: Allianz Suisse
(tno/laf/sda)

Werbung