Aktienkursentwicklung eine einzige Katastrophe
Doch von Management im engeren Sinn müssen CIO wenig Ahnung haben. So gesehen war es immer ein Risiko Friedman als operativer Lenker von GAM zu berufen. Der stets adrett gekleidete und eloquent auftretende Friedman liebte das Reden seit jeher mehr als das Handeln. Das blieb auch den Anlegern nicht verborgen: Seit seinem Amtsantritt verlor die Aktie bis heute 65 Prozent an Wert. Das Vertrauen der Börse genoss Friedman eigentlich nur in den ersten Monaten. Danach begann der Sinkflug der Aktie. Zwar kam es wie in klassischen Dramen zu retardierenden Momenten und einem Aufbäumen von tiefem Niveau aus. Doch das bittere Ende blieb unausweichlich, wie wir heute wissen. Der Absturz im laufenden Jahr war katastrophal.
Der neue starke Mann von GAM, Interims-CEO David Jacob, ist ein Industrieveteran, der wohl den Auftrag gefasst hat, die Kostenbasis dem aktuellen Umsatz anzupassen, sprich gewaltig Kosten einzusparen. Erstaunlich eigentlich, dass es in den Monaten, seitdem klar war, dass Friedman gehen muss, kein geeigneter Nachfolger gefunden wurde, sondern nur eine Interimslösung. Möglicherweise deshalb, weil es nur noch darum geht, die Braut vor dem Verkauf aufzuhübschen? Welcher aufstrebende Banker würde auf einem solchen Chefsessel sitzen wollen?